Burger in der Schwangerschaft – gute oder schlechte Idee?

Sind Burger in der Schwangerschaft erlaubt? Burger sind zwar keine „Vitaminbomben“, das Fast-Food ist in der Schwangerschaft aber auch nicht schädlich für das Baby und somit erlaubt.

So lange Burger nicht zu Deinem Leibgericht avancieren und Dein Konsum überschaubar bleibt, kannst Du Dir einen Burger auch in der Schwangerschaft schmecken lassen.

Weshalb sind Burger in der Schwangerschaft unbedenklich?

Hier lohnt ein Blick zwischen die Brötchenhälften: Ein klassischer Burger besteht neben dem Brötchen aus

  • Rindfleisch,
  • Schmelzkäse,
  • eingeweichten Zwiebeln,
  • einem sehr überschaubaren Salatanteil sowie
  • einer Soße aus diversen Zutaten wie
    • Rapsöl,
    • Essig,
    • Fruktosesirup,
    • Eigelb und
    • Zucker.

Bei dieser Zutatenliste wirst Du wahrscheinlich aufhorchen: Salat, Käse, Fleisch und Eier?

Diese Nahrungsmittel können von Toxoplasmen, Listerien und Salmonellen befallen sein.

Salat im Burger

Zuerst zum Salat: Bei Rohkost besteht die potentielle Gefahr einer Belastung mit Toxoplasmen. Dabei handelt es sich um Parasiten, die dem Baby schaden könnten.

Restaurants, insbesondere Fast-Food-Ketten, achten normalerweise sehr auf Hygiene. Daher kannst Du oftmals sicher sein, dass der Salat gründlich gewaschen wurde.

Mehr zum Thema Salat in der Schwangerschaft findest du in unserem diesbezüglichen Artikel.

Käse im Burger – keine Gefahr für Schwangere

Wie schaut es beim Käse aus? In der Schwangerschaft müssen viele Rohmilchkäse gemieden werden.

Bei dem Käse für die Burger handelt es sich jedoch um Hartkäse (Cheddar), der den Listerien aufgrund seines salzigen und wasserarmen Milieus keine Überlebenschancen bietet.

Wir haben sowohl zum Konsum von Cheddar in der Schwangerschaft, aber auch zu vielen weiteren Käsesorten separate Artikel verfasst:

Sollte dein Burger also mit einer anderen Käsesorte gefüllt sein, lies kurz den entsprechenden Beitrag von uns.

Vorsicht beim Burgerfleisch

Nun zum Fleisch: Auch Fleisch kann potentiell von Listerien befallen sein. Beim Burger kann aber Entwarnung gegeben werden.

Das Hackfleisch für die Burger wird gründlich erhitzt. Da Listerien ab einer Temperatur von 70 Grad Celsius absterben, bist Du auch hier auf der sicheren Seite, sofern du dein Burger immer gut durchgebraten bestellst.

Bei vielen Fast-Food-Ketten musst du dir aber keine Gedanken machen: Das Burgerfleisch wird tiefgefroren angeliefert, sodass ein Toxoplasmenbefall des Fleisches sehr unwahrscheinlich ist.

Die Burgersoße ist selten frisch angerührt und daher für Schwangere ungefährlich

Jetzt bleibt nur noch die Soße: Bei Salat-Dressings besteht in der Tat die Gefahr eines Listerien- oder Salmonellenbefalls.

Burger-Ketten sind aber keine Gourmet-Restaurants, die ihre Salatsoße oder Mayonnaise frisch anrühren, sondern industriell hergestellte Produkte verwenden.

So werden für die Herstellung der Salatsoße keine frischen Eier verwendet, sondern Eipulver. „Fast-Food“ hat daher auch seine Vorteile…

Wenn Du Dir einen Hamburger bestellst, kannst Du auch sicher sein, dass er frisch ist. Burger-Restaurants haben strenge Auflagen.

Ware, die nicht binnen 10 Minuten verkauft wird, muss aussortiert werden. In jeder Branche gibt es natürlich schwarze Schafe. Für den Fall, dass Dir ein „lauwarmer“ Burger verkauft wird, solltest Du ihn umtauschen.

Selbstgemachte Burger in der Schwangerschaft

Machst du dir in deiner Schwangerschaft selber einen Burger oder bist bei jemandem mit guten Kochkünsten eingeladen, solltest du dir trotzdem folgende Tipps beherzigen:

  • Achte auf den richtigen Burgerkäse. Nicht alle Rohmilchkäse sind für Schwangere geeignet.
  • Das Fleisch sollte immer gut durchgebraten werden.
  • Salat ist zwar erlaubt, sollte aber sehr sehr gut gewaschen und frisch sein.
  • Auf gefährliche Zutaten wie Eier sollte verzichtet werden.

Wie gesund sind Burger in der Schwangerschaft?

Die viel gescholtenen Burger liefern aber auch Vitalstoffe, die Du in der Schwangerschaft benötigst. So musst Du kein all zu großes „schlechtes Gewissen“ haben, wenn Du Deinen Heißhunger auf einen Burger befriedigst.

Burger liefern Proteine, Natrium und Kalium sowie kleine Mengen der B-Vitamine Pyridoxin und Folsäure.

Burger enthalten, ebenso wie viele andere industriell hergestellten Nahrungsmittel, sehr viele Konservierungsstoffe, Cholesterin und Fett.

Selbst mit Zucker wird nicht gespart.

So enthalten 100 Gramm Burger 6,4 Gramm Zucker. Klingt wenig? Umgerechnet in Würfelzucker ergibt das über zwei Stück!

Burger sind daher nicht die ideale Schwangerschaftskost. Der Verzehr sollte eine Ausnahme darstellen und nicht zur Gewohnheit werden.

Wenn Du ab und an Appetit auf einen Burger hast, stellt das jedoch kein Problem dar. Eine Schwangerschaft bedeutet nicht, dass Du in völliger Askese leben musst.

Proteine im Burger

Burger liefern Dir und Deinem Baby tierische Proteine (Eiweiß), die aus hochwertigen Aminosäuren bestehen.

Im Unterschied zu vielen pflanzlichen Aminosäuren, weisen sie große Ähnlichkeit mit den Aminosäurestrukturen des Menschen auf und können daher besser in körpereigenes Eiweiß umgewandelt werden.

Ein normaler Burger, der 110 Gramm wiegt, enthält knapp 16 Gramm Eiweiß. So kannst Du mit einem Burger einen Teil Deines Tagesbedarfs decken.

Da Dein Baby viele Proteine für den Aufbau seines Organismus beansprucht, erhöht sich Dein Bedarf in der Schwangerschaft.

So benötigst Du ab der 13. SSW pro Kilo Körpergewicht etwa 0,9 Gramm Eiweiß.

Mineralien

Burger enthalten Kalium und Natrium. Diese Mineralien gehören zu den Elektrolyten, die im menschlichen Organismus viele regulatorische Funktionen übernehmen.

Ohne diese Mineralien könnte der osmotische Druck in den Zellen nicht aufrecht erhalten werden.

In der Folge würde der Wasserhaushalt aus dem Lot geraten, was sich wiederum negativ auf den Blutdruck auswirkt.

Damit ist das Repertoire dieser Mineralien aber noch nicht erschöpft. Kalium und Natrium sind maßgeblich am Energiestoffwechsel beteiligt und tragen dazu bei, dass Kohlenhydrate, Fette und Proteine in Energie umgewandelt werden.

Darüber hinaus regulieren diese Elektrolyten Deinen Säure-Basen-Haushalt und leiten Nervenimpulse an die Muskulatur weiter.

Eisen

Ein Burger enthält etwa 3 Milligramm Eisen. Dieses Spurenelement benötigt der Organismus für den Aufbau des Hämoglobins und für den Transport von Sauerstoff.

Da in Deinem Bauch neues Lebens heranwächst, verdoppelt sich Dein täglicher Bedarf in der Schwangerschaft von 15 auf 30 Milligramm.

Du kannst die Resorption des Eisens auch erhöhen, wenn Du zeitnah Vitamin C-haltige Nahrungsmittel konsumierst. Dieses Vitamin sorgt dafür, dass Dein Körper das Spurenelement besser verwerten kann.

Burger für Kleinkinder?

Da Burger wenig Vitalstoffe liefern, solltest Du mit Deinem Nachwuchs nicht in eine Burger-Restaurant einkehren. Darüber hinaus könnte Dein Kind früh auf den „Geschmack“ von Zucker und Fett kommen.

Inhaltsstoffe pro 100 Gramm Burger

Kalorien 254
Fettgehalt 14 g
Ballaststoff 0,9 g
Kohlenhydrate 29,7 g
Zucker 6,4 g
Protein 12,7 g
Cholesterin 23,3 mg

Natrium 414 mg
Kalium 226 mg
Eisen 2,9 mg

Vitamin B6 (Pyridoxin) 0,2 mg
Vitamin B9 (Folsäure) 1,4 µg