Bergkäse in der Schwangerschaft

Käse ist mit seiner Vielfalt an Arten, Formen und Aromen wohl eines unserer beliebtesten Lebensmittel – und oft steht Bergkäse ganz oben auf der Favoritenliste. In deiner Schwangerschaft ist allerdings nicht jedes Molkereiprodukt, trotz edlem Geschmack und zahlreicher essenzieller Vitalstoffe, für dich geeignet.

Ist der schmackhafte Käse aus den Alpen für dich erlaubt oder ein Tabu?

Ist Bergkäse in der Schwangerschaft erlaubt?

Bergkäse ist in der Schwangerschaft erlaubt und bietet dir als werdende Mutter wichtiges Eiweiß, Vitamine und besonders viele Mineralien. Als Hartkäse kannst du ihm als Schwangere auch dann vertrauen, wenn er aus Rohmilch hergestellt wurde.

Bei den Rohmilch-Varianten solltest du allerdings darauf achten, nur bei lang gereiften Bergkäsen zuzugreifen und darauf, dass es sich tatsächlich um Hartkäse handelt. Auch wenn die Rinde bei einigen Käsesorten besonders schmackhaft sein kann, solltest in der Schwangerschaft darauf verzichten.

Die Vorteile von Bergkäse für dich in der Schwangerschaft

Das markante Aroma des Bergkäses ist für viele von uns eng verknüpft mit der Erinnerung an einen herzhaften Imbiss während einer herausfordernden Wanderung – und das aus gutem Grund. Diese Käseart bringt besonders viele Vitalstoffe auf den Teller, die du in der Schwangerschaft auch gut gebrauchen kannst.

Er liefert dir zahlreiche Vitamine, Proteine und Mineralstoffe, die dich und dein Kind in eurer gemeinsamen Zeit gut unterstützen. Die Inhaltsstoffe des Bergkäses fördern vor allem:

  • gesunde Knochen und Zähne (er enthält rd. 1000 Milligramm Calcium pro 100 Gramm)
  • das Muskelwachstum (30 Gramm Eiweiß)
  • starke Nerven (Vitamin-B-Komplexe und rd. 40 Gramm Magnesium)
  • gute Augen (Vitamin A und Beta-Carotin)

Diese Käseart hat zudem einen besonders geringen Laktose-Anteil. Sie ist daher auch ein Milchprodukt, das bei entsprechenden Lebensmittel-Unverträglichkeiten konsumiert werden kann. Die unangenehmen Konsequenzen einer Laktose-Intoleranz zeigen sich hier nur in seltenen Fällen.

Das besondere Aroma macht Bergkäse auch beliebt beim Kochen. Wenn du ihn während einer Schwangerschaft zum Verfeinern von Aufläufen, Käsespätzle oder Pizzen einsetzt, musst du auch bei Rohmilch-Produkten keine Sorgen haben.

Im anderen Fall solltest du allerdings darauf achten, nur lang gereifte Hartkäse-Arten zu verwenden.

Schwächeres Immunsystem während der Schwangerschaft

Als werdende Mutter ist dir bewusst, dass rohes Fleisch, ungekochte Eier oder Sushi für dich nicht geeignet sind. Sie können, trotz guter Qualität und ausreichend Hygiene-Maßnahmen, kritische Erreger wie zum Beispiel Listerien enthalten.

Diese sind zwar für einen gesunden Erwachsenen grundsätzlich kein Problem. In deiner Schwangerschaft arbeitet dein Immunsystem nicht mit voller Leistung, um dein Kind nicht irrtümlich zu gefährden.

Und auch dein Ungeborenes ist gegenüber Krankheitserregern schutzlos. Aus diesem Grund sind Schwangere besonders achtsam gegenüber Infektionsrisiken und vermeiden unter anderem Rohmilchprodukte.

Gut gereifter Bergkäse aus Rohmilch ist in der Schwangerschaft kein Problem

Hartkäse aus Rohmilch ist allerdings eine Ausnahme. Auch wenn das Ausgangsprodukt nicht erhitzt wurde (Mikroorganismen sterben bei Temperaturen über 70° ab), können Krankheitserreger während den langen Monaten der Reife nicht überleben. Dennoch kann Bergkäse für dich ein Risiko sein.

Die Bezeichnung „Bergkäse“ ist nur sehr allgemein geregelt. Daher kann es sein, dass nicht jedes Produkt mit diesem Namen auch tatsächlich die lange Reife eines üblichen Hartkäses hinter sich hat.

Bergkäse oder Alpkäse in der Schwangerschaft

Wenn du vor der Käsevitrine stehst und bei Bergkäse Bilder von glücklichen Kühen auf der Alm vor dir siehst, dann ist das meist nur Marketing. Die Bezeichnung „Bergkäse“ ist an sich keine Garantie für eine besondere Qualität der Milch oder der Erzeugung.

Die Vorgaben des Lebensmittelrechts regeln Grundsätzliches zur Herstellung und verlangen lediglich, dass Bergkäse aus Bergregionen stammt. Die meisten Produkte werden daher mit Milch aus herkömmlicher Stallhaltung in großen Molkereien erzeugt.

Auch die Dauer der Reife ist ungeregelt.

Die Schweizer Regelungen sind konsumentenfreundlicher, sie kennen neben Bergkäse auch den Alpkäse. Zweiterer kommt den Werbebildern sehr nahe: „Alpkäse“ ist eine geschützte Bezeichnung, die nur für Käse aus Almbetrieben verwendet werden darf.

Viele Käseregionen haben sich daher auch für geschützte Herkunftsbezeichnungen entschieden. Diese Varianten des Bergkäses bürgen durch Selbstverpflichtung für Qualität:

  • Allgäuer Bergkäse: Ein deutscher Hartkäse aus Rohmilch mit mindestens viermonatiger Reife
  • Berner Alpkäse: Ein Schweizer Bergkäse, der mindestens 2 Jahre gereift ist
  • Vorarlberger Bergkäse: Ein österreichischer Hartkäse aus Rohmilch, mindestens 3 Monate gereift

Keine Käserinde in der Schwangerschaft

Qualitätskäse ist immer öfter eine ganzheitliche Delikatesse: Du kannst den Käse mitsamt der Rinde genießen. Der junge Käse wird auch äußerlich mit würzigen Kräutern behandelt. Nach der Reife wird der Käserand damit zum Genuss der eignen Art.

In der Schwangerschaft solltest du darauf allerdings verzichten. Unabhängig davon ob das Ausgangsprodukt Rohmilch oder pasteurisierte Milch ist, können sich bei der Reifung bedenkliche Mikroorganismen ansiedeln.

Ihre Menge bleibt zwar unter der Grenze, die normalerweise kritisch ist. Als werdende Mutter solltest du dieses Infektionsrisiko aber vermeiden.

Mögliche Konservierungsmittel in der Rinde des Bergkäses

Auch in der industriellen Käseproduktion wird bei Bergkäse auf künstliche Umrandungen aus Wachs oder Kunststoff verzichtet. Um den Käse haltbarer zu machen, kommt ‚Natamycin‘ zum Einsatz.

Auf der Inhaltsstoffliste erkennst du es als ‚Konservierungsmittel E235‘. Auch dieser Zusatzstoff ist nur in geringen Mengen vorhanden, sollte in der Schwangerschaft aber grundsätzlich vermieden werden.

Den Käserand mitzuessen ist bei Bergkäse für gesunde Erwachsene unbedenklich. Aber auch wenn der Käse mit Hingabe und mit Hand produziert wird, solltest du es während deiner Schwangerschaft vermeiden.

Bergkäse in der Stillzeit gibt wichtige Energie

Der würzige Käse aus Bergregionen kann dich während der Schwangerschaft und auch in der Stillzeit gut begleiten. Er bietet dir auch nach der Geburt wichtige Vitalstoffe, die deinen Energiehaushalt und deinen Stoffwechsel unterstützen.

Der zahlreichen Mineralien fördern deine Elektrolythaushalt sowie deine Zellgesundheit und sie kommen auch deinem Kind zugute. Der hohe Proteingehalt gibt dir die nötige Kraft.

Das Eiweiß des Bergkäses macht ihn allerdings als Beikost für deinen Liebling ungeeignet.

Der Stoffwechsel von Babys ist noch nicht voll entwickelt und proteinreiche Kost kann ihnen Unbehagen bereiten: Durchfall und Blähungen. Aus dem Grund sind eiweißreiche Lebensmittel wie Milchprodukte oder Fisch und Nüsse nicht für den ersten Babybrei zu empfehlen.

Bergkäse kann eine willkommene Bereicherung in der Schwangerschaft sein

Wenn du zu den Liebhaberinnen des ausgeprägten Geschmacks von Bergkäse gehörst, dann hast du in der Schwangerschaft zweifachen Grund, dich über ihn zu freuen: Er bietet dir das Aroma, um bei einer genussvollen Mahlzeit zu entspannen und er liefert dir wichtige Vitalstoffe für dich und dein Kind.

Der Name ‚Bergkäse‘ bürgt nur teilweise dafür, dass du die Natur aus Bergregionen auf den Teller bekommst. Die Qualität kann sehr unterschiedlich sein.

Mit einem Walliser Bergkäse, einem französischen Comté oder dem spanischen Roncal aus Schafsmilch hast du eine breite Auswahl, bei der die regionalen Herstellergemeinschaften sich zu Qualität verpflichten.