Spinat als natürlicher Folsäure-Lieferant in der Schwangerschaft

Ist Spinat in der Schwangerschaft erlaubt? Spinat ist auch in der Schwangershcaft ein gesundes Gemüse. Das Blattgemüse ist in der Schwangerschaft nur dann bedenklich, wenn es aufgewärmt oder lange gelagert wird.

Weshalb aufgewärmter Spinat für Schwangere gefährlich ist

Aufgewärmte Speisen sind oftmals aromatischer als frisch gekochte. So schwärmte schon Wilhelm Buschs Witwe Bolte von aufgewärmtem Sauerkraut.

Auch wenn es noch so gut schmeckt – Spinat solltest Du in der Schwangerschaft nicht wieder aufwärmen. Der Grund für diese Vorsichtsmaßnahme ist das im Spinat enthaltene Nitrat.

Beim Nitrat handelt es sich um eine Stickstoffverbindung, die im Boden vorkommen. Nitrat ist ein bedeutender Wachstumsfaktor, mit dem Pflanzen organische Verbindungen bilden.

Nitrate sind für den Menschen unbedenklich. Kritisch wird es dann, wenn sich das Nitrat mittels Bakterien in Nitrit umwandelt. Das geschieht dann, wenn Spinat aufgewärmt oder zu lange gelagert wird.

Für einen gesunden Erwachsenen stellen geringe Mengen Nitrit keine Gefahr dar. Anders verhält es sich bei einem Fötus. Ihm können ihm selbst kleine Mengen schaden.

Frischer oder tiefgekühlter Spinat in der Schwangerschaft?

In der Schwangerschaft wirst Du besonders auf Deine Ernährung achten und verstärkt zu frischer Ware greifen. Daher steht bei vielen Frauen frisches Obst und Gemüse auf dem Speiseplan.

Bei frischem frischen Spinat ist aber Vorsicht geboten. Wer weiß, wann der Spinat geerntet oder wie lange er in der Gemüseabteilung gelegen hat?

Da sich bei längerer Lagerung leicht Nitrite bilden, solltest Du in der Schwangerschaft Tiefkühlspinat den Vorzug geben.

Tiefkühlkost ist besser als ihr Ruf und bietet viele Vorteile. Der Spinat wird nach dem Ernten zeitnah verarbeitet und eingefroren. So haben Bakterien keine Chance, das Nitrat in gefährliches Nitrit umzuwandeln.

Viele Sorten Tiefkühlspinat lassen sich auch gut portionieren. So kannst Du immer genau die Menge kochen, die Du für ein Gericht benötigst.

Mythos Eisen – wie viel enthält Spinat?

Spinat galt lange Zeit als ultimativer Eisenlieferant. Dieser Mythos hält sich sogar bis heute. Aber wie viel Eisen ist wirklich im Spinat enthalten?

Der Mythos vom hohen Eisengehalt geht auf den Physiologen Gustav von Bunge zurück , der im Jahr 1890 einen Eisengehalt von 35 Milligramm pro 100 Gramm Spinat ermittelte.

Der Physiologe hat bei der Untersuchung einen Fehler begangen, in dem er getrockneten Spinat untersuchte. In frischem Spinat ist der Eisengehalt aber bedeutend weniger konzentriert, so dass der Wert korrigiert werden musste.

Spinat rangiert bei den pflanzlichen Eisenlieferanten daher nur im Mittelfeld. Ein weiterer Nachteil: Spinat enthält Oxalsäure, die die Resorption von Eisen reduziert.

Spinat ist daher nur ein bescheidener Eisenlieferant. Wenn Du in der Schwangerschaft Dein Eisendepot füllen möchtest, solltest Du zu Hülsenfrüchten wie Linsen oder Kichererbsen greifen.

Spinat ist für Schwangere reich an Folsäure

Spinat ist ein ausgezeichneter Folsäurelieferant. So enthalten 100 Gramm Spinat stolze 145 Mikrogramm Folsäure.

Da sich Dein Folsäurebedarf in der Schwangerschaft von 300 auf 550 Milligramm signifikant erhöht, kannst Du mit Spinat Dein Depot mit dem leckeren Blattgemüse leicht auffüllen.

Folsäure, auch bekannt als Vitamin B9, gehört zu den wichtigsten „Schwangerschaftsvitaminen“. Folsäure ist maßgeblich an der Zellteilung beteiligt und bewahrt Dein Baby vor Fehlentwicklungen.

Spinat macht auch schlau! Da Folsäure zur Entwicklung der Gehirnzellen beiträgt, hat das Blattgemüse einen positiven Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten Deines Kindes.

Spinat liefert Deinem Baby nicht nur viel Folsäure, sondern sorgt auch dafür, dass sein Organismus diese optimal verwerten kann. Das Blattgemüse enthält die Vitamine B2 und B6, die die Aufnahmefähigkeit der Folsäure fördern.

Spinat als Lieferant für Vitamin C

In puncto Vitamin C stellt Spinat viele Obstsorten und Zitrusfrüchte in den Schatten. Bereits 200 Gramm decken den täglichen Bedarf von 105 Milligramm.

Vitamin C stärkt das Immunsystem und bildet einen natürlichen Schutzschild gegen Krankheitserreger. Vor allem in der kalten Jahreszeit kann es Dich vor Husten und einer Schnupfennase bewahren.

Vitamin C ist aber weitaus mehr als ein „Anti-Schnupfenvitamin“. Es reguliert den Kalzium- und Phosphorhaushalt und bewahrt Dein Baby vor Knochenverformungen.

Die Mikronährstoffe des Spinats wurden von der Natur schlau zusammengestellt, denn Vitamin C optimiert auch die Calciumaufnahme. So kann Dein Körper das im Spinat enthaltende Calcium besonders effizient resorbieren.

Provitamin A ohne Gefahr vor Überdosierung in der Schwangerschaft

Beim Provitamin A, auch als Beta Carotin bezeichnet, handelt es sich um eine Vorstufe von Vitamin A. Das Beta-Carotin hat gegenüber dem Vitamin A einen großen Vorteil: es wird beim Erhitzen nicht zerstört.

Vitamin A gehört zu den Mikronährstoffen, die in der Schwangerschaft nicht überdosiert werden dürfen. Wenn Du zu viel Vitamin A zu Dir nimmst, kann es bei Deinem Baby schlimmstenfalls zu Fehlbildungen kommen.

Beim Provitamin A musst Du Dir aber keine Sorgen machen. Dein Organismus wandelt es nur dann in Vitamin A um, wenn es benötigt wird. Wenn Du Heißhunger auf Spinat hast, darfst Du aus dem Vollen schöpfen.

Provitamin A unterstützt Dein Baby bei der Zellteilung sowie beim Aufbau seines Lungengewebes und des Hämoglobins. Als „Augenvitamin“ kümmert es sich auch um die Entwicklung seiner Augenfunktion.

Spinat senkt (leicht) den Blutdruck von Schwangeren

In der Schwangerschaft stellt sich Dein Körper ganz auf das Baby ein. Neben hormonellen Umstellungen erhöht sich auch das Volumen Deines Blutes. So ist gewährleistet, dass Dein Baby ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.

Aufgrund des erhöhten Blutvolumen kann es bei einigen Frauen zu Bluthochdruck kommen. In der Folge können sich Übelkeit, Schwindel und Schweißausbrüche einstellen. Wenn Du zu den 10 % der betroffenen Frauen gehörst, kann Spinat die Symptome mildern.

Das leckere Gemüse enthält viele Mineralien, die den Blutdruck regulieren. Dazu gehören Kalium, Magnesium und Calcium.

Diese Mineralien gehören zu den so genannten Elektrolyten, die den osmotischen Druck in den Zellen regulieren. Wenn der Druck in den Zellen im Lot ist, wirkt sich das positiv auf den Wasserhaushalt und auf den Blutdruck aus.

Vitamin K – natürliche Prävention gegen Hirnblutungen

Vitamin K führt ein regelrechtes Schattendasein. Es übernimmt in unserem Organismus aber wichtige Aufgaben, die insbesondere in der Schwangerschaft von Bedeutung sind.

Vitamin K hat eine wichtige Funktion bei der Blutgerinnung. Bei einer Unterversorgung kann es bei Neugeborenen zu Hirnblutungen kommen. Daher wird Babys nach der Entbindung oft Vitamin K verabreicht, um Blutungen zu verhindern.

Spinat ist besonders reich an Vitamin K. Hinter dem Grünkohl rangiert das leckere Blattgemüse auf Platz 2 der Top-Lieferanten. So kannst Du bereits mit knapp 20 Gramm Spinat Deinen Tagesbedarf decken.

Spinat als Beikost?

Spinat ist für Kleinkinder wie gemacht! Er versorgt sie mit vielen Vitalstoffen, die sie stark machen, wie den „Seemann Popeye“. Spinat lässt sich auch sehr gut pürieren und unter den Brei mischen. Unser Rezept findest du hier.

Ab dem 7. Monat darf Dein Baby einmal in der Woche den leckeren Spinat löffeln. So erhält Dein Nachwuchs viele Mikronährstoffe, die er in der Wachstumsphase benötigt.

Da Kleinkinder besonders empfindlich auf Nitrit reagieren, solltest Du keinen Brei anbieten, der ausschließlich aus Spinat oder einem anderem nitratreichen Gemüse wie Kohlrabi oder Mangold besteht.

Bei der Zubereitung solltest Du auch die gleichen Regeln beachten wie in der Schwangerschaft und Reste nicht erneut aufwärmen.

Viele Kinder lehnen Spinat ab. Die Ursache für diese Ablehnung ist ein natürlicher Sicherheitsreflex gegenüber bitteren Nahrungsmitteln. Dieser Instinkt hat unsere Vorfahren vor giftigen Früchten gewarnt.

Wenn Dein Nachwuchs partout keinen Spinat essen möchte, dann ist Geduld gefragt. Wenn Dein Kind bis zu 15 Mal Spinat probiert hat, wird er ihn mögen. Wenn die Mama mitisst, dann schmeckt’s natürlich nochmal so gut!

Mehr Tipps zum Beikoststart haben wir dir hier zusammengefasst.

Inhaltsstoffe pro 100 Gramm Spinat

Kalorien 21
ß-Carotin 3,250 mg
Vitamin C 51,5 mg
Vitamin E 1347 μg
Vitamin K 381 μg
Vitamin B1 91 μg
Vitamin B2 211 μg
Vitamin B5 248 μg
Vitamin B6 219 μg
Vitamin B7 6,9 μg
Vitamin B9 109 μg
Phosphor 50 mg
Schwefel 22 mg
Kalium 610 mg
Natrium 76 mg
Magnesium 69 mg
Calcium 129 mg
Kupfer 100 μg
Eisen 3763 μg
Zink 818 μg
Mangan 660 μg