Himbeeren als „Pink Power“ in der Schwangerschaft

Obst ist während Schwangerschaft ein wichtiger Baustein im Rahmen einer gesunden Ernährung. Aber wie steht es mit Himbeeren? Dürfen die leckeren Beeren auf den Obstteller oder schaden sie dem ungeborenen Leben?

Darfst Du in der Schwangerschaft Himbeeren essen?

Himbeeren musst Du nicht aussortieren – ganz im Gegenteil: Himbeeren zählen in der Schwangerschaft zu den gesündesten Früchten und versorgen Dich und Dein Baby mit wichtigen Vitalstoffen. Nicht umsonst gelten sie als „Pink Power“.

Himbeeren werden seit alters her geschätzt. Schon unsere frühen Vorfahren in der Steinzeit wussten, was gut ist. Im Mittelalter waren Himbeeren fester Bestandteil der Naturapotheke und es gab kaum ein Klostergarten, in dem die aromatischen Himbeeren nicht angebaut wurden.

Kleine Anmerkung am Rande: Himbeeren sind genau genommen keine „Beeren“, sondern gehören botanisch zu der Familie der Rosengewächse. Ob Beere oder Rose – Himbeeren sind ausgesprochen lecker und versorgen Dich und Dein Baby mit Vitaminen, Mineralien und Antioxidanten.

Himbeeren gelten als die Apotheke der Natur

In der Schwangerschaft solltest Du Himbeeren auf Deine Favoritenliste setzen. Als Nascherei für Zwischendurch, als Nachtisch oder Zutat für einen Obstsalat – mit Himbeeren kannst Du Deine Vitalstoffdepots auffüllen.

Himbeeren versorgen Dein Baby mit Vitaminen und Mineralien, die es zum Wachstum benötigt. Aber auch Dir haben Himbeeren einiges zu bieten.

Was Schwangere beim Verzehr von Himbeeren beachten sollten

Auch wenn Himbeeren in der Schwangerschaft absolut unbedenklich sind, solltest Du einige Dinge beachten. Ebenso wie andere Obstsortenauch, können Himbeeren theoretisch mit Toxoplasmen belastet sein.

Bei tiefgekühlten Himbeeren besteht keine Gefahr, denn bei arktischen Temperaturen von minus 18 Grad sterben die Parasiten ab.

Dabei ist es nicht relevant, ob die Himbeeren aus konventionellem oder aus Bio-Anbau stammen: Toxoplasmoseerreger sind Parasiten, die sich im Boden befinden. Sie sind natürlicher Bestandteil unserer Umwelt und in der Regel völlig harmlos.

Ausgenommen ist die Zeit der Schwangerschaft, da sie dem Fötus schaden können.

Da Himbeeren zu den Strauchbeeren gehören und daher selten mit Erde in Berührung kommen, besteht kaum das Risiko einer Belastung mit Toxoplasmen. Dennoch solltest Du in der Schwangerschaft Vorsicht walten lassen und die Himbeeren vor dem Verzehr gut waschen.

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Himbeeren und waschen? Uiuiui!

Die Früchtchen sind ausgesprochen wasserscheu und verlieren beim Waschen schnell an Geschmack. Daher solltest Du sie vorsichtig behandeln. Anstatt einer „Dusche“ unter fließendem Wasser solltest sie in einer Schüssel „baden“ und dann in einem Sieb abtropfen lassen.

So bewahren sie Geschmack und Aroma. Wenn Du zu den Glücklichen zählst, die einen Himbeerstrauch im Garten haben, kannst Du die frischen Beeren auch ungewaschen vernaschen.

Vitamin C in Himbeeren

Der Vitamin C-Gehalt der kleinen Beeren kann sich sehen lassen. Bereits 150 Gramm decken ein Drittel Deines Tagesbedarfs. Vitamin C ist nicht nur ein Schutzschild gegen Schupfen, sondern hilft Deinem Baby auch beim Aufbau seiner Knochen.

Da der Organismus nicht in der Lage ist, Vitamin C zu speichern, kannst Du Euer Vitamin C-Depot mit einer Hand voll Himbeeren aufstocken.

Die Ascorbinsäure kann aber noch mehr: Vitamin C ist ein wichtiger Baustein des Kollagens. Himbeeren können Deine Haut „aufpolstern“ und die werdende Mama zum Strahlen bringen.

Darüber hinaus wirkt sich Vitamin C positiv auf Deine Blutfettwerte aus und hält so Deinen Cholesterinspiegel im Lot.

Himbeeren haben einen hohen Gehalt an Eisen

Himbeeren sind reich an Eisen. Dieses Spurenelement ist ein wichtiger Bestandteil unseres Blutes – ohne Eisen kann kein neues Blut gebildet werden. Darüber hinaus benötigt unser Organismus Eisen auch für den Bluttransport.

Da Du in der Schwangerschaft zwei Organismen mit diesem Spurenelement versorgen musst, erhöht sich Dein Bedarf entsprechend. Ein Grund mehr, ab und an ein paar Himbeeren zu nasche. Eine Portion von 150 Gramm decken bereits 10 Prozent Deines Tagesbedarfs.

Die Folsäure in den Himbeeren sind besonders in der Schwangerschaft zentral

Das Vitamin B9 – besser bekannt unter dem Namen Folsäure – zählt zu den wichtigsten „Schwangerschaftsvitaminen“. Folsäure unterstützt die Zellteilung und sorgt so dafür, dass sich die embryonalen Zellen gesund entwickeln.

Da 150 Gramm Himbeeren 30 Mikrogramm Folsäure enthalten, kannst Du bereits mit einer kleinen Portion den für die Schwangerschaft empfohlenen Tagesbedarf von ca. 400 Mikrogramm decken.

Wenn Dir Himbeeren schmecken, solltest Du auch in der Stillzeit öfter davon naschen. Folsäure unterstützt Dein Baby auch bei seinem Wachstum, wenn es auf der Welt ist.

Himbeeren liefern Bausteine für Knochen und Muskeln

Mit Himbeeren kannst Du Dein Baby mit „Baumaterial“ für seine Knochen versorgen. Himbeeren enthalten viel Calcium, dem Hauptbestandteil der Knochen und Zähne.

Aber wusstest Du, dass auch Phosphat und Schwefel wichtige Bausteine unserer Knochen sind? Himbeeren liefern diese wichtigen Elemente, die Dein Nachwuchs benötigt.

Phosphat und Schwefel sind aber nicht nur in unseren Knochen enthalten, sondern auch in Knorpel und Muskeln. Himbeeren sind daher ein wahres Kraftpaket, das Deinem Baby hilft, seinen Muskel- und Skelettapparat aufzubauen.

Kaliumquelle für Schwangere

Himbeeren sind eine reichhaltige Kaliumquelle aus der Du in der Schwangerschaft schöpfen solltest. Kalium zählt, ebenso wie Natrium und Magnesium, zu den Elektrolyten.

Diese Mineralien regulieren den Wasserhaushalt und sorgen so dafür, dass Dein Blutdruck nicht in die Höhe schnellt.

Da ein erhöhter Blutdruck in der Schwangerschaft keine Seltenheit darstellt, solltest Du öfter zur „Naturapotheke Himbeere“ greifen – denn wenn es der Mama gut geht, ist auch das Baby glücklich…

Verdauung und Entschlackung

Himbeeren enthalten viele Ballaststoffe, die dafür sorgen, dass deine Verdauung in Schwung bleibt. Da die Darmmuskulatur in der Schwangerschaft nicht so arbeitet wie unter „normalen Umständen“, können Dir Himbeeren helfen, dass alles seinen gewohnten Gang nimmt.

Antioxidantien in den Himbeeren

Den Ruf als „Gesundheits-Beeren“ haben Himbeeren auch den Antioxidantien zu verdanken. Zu den in der Himbeere enthaltenen Antioxidantien zählen vor allem die Flavonoide.

Diese Blütenfarbstoffe sorgen so nicht nur für das kräftige Pink, sondern machen die Himbeere auch zu einem regelrechten Superbeere.

Antioxidantien sind entzündungshemmend und neutralisieren die so genannten freien Radikale. Dabei handelt es sich um hochreaktive Sauerstoffverbindungen, die das Abwehrsystem schwächen und den Organismus anfälliger für Infektionen machen.

Himbeeren weisen freie Radikale in ihre Grenzen und sorgen dafür, dass Mama und Kind fit und gesund bleiben.

Himbeerblättertee in der Schwangerschaft?

Himbeeren sind in der Schwangerschaft ein regelrechtes „Superfood“. Aber wie steht es mit Himbeerblättertee? Kannst Du auch diesen in der Schwangerschaft bedenkenlos genießen?

Besser nicht – denn Himbeerblättertee lockert den Muttermund und kann vorzeitige Wehen auslösen.

Den Tee solltest Du daher nicht vor der 34. Schwangerschaftswoche trinken – und nicht ohne Dich mit Deiner Hebamme zu besprechen. Zur Geburtsvorbereitung ist Himbeerblättertee aber bestens geeignet. Er lockert die Beckenmuskulatur und kann die Geburt erleichtern.

Himbeeren für Babys?

Aber ja! Ab dem 9. Monat kannst Du Himbeeren auf den Speiseplan setzen. Die vielen Vitalstoffe helfen Deinem Baby, sich gesund zu entwickeln und machen es fit, wenn es anfängt, die Welt zu erkunden.

Himbeeren solltest Du nur dann von der Menükarte streichen, wenn die Fruchtsäure einen wunden Po macht.

Inhaltsstoffe pro 100 Gramm Himbeeren

Kalorien 34
Vitamin C 25 mg
Vitamin E 606 µg
Folsäure 30 µg
Vitamin B1 20 µg
Vitamin B2 44 µg
Vitamin B3 498 µg
Vitamin B5 265 µg
Vitamin B6 66 µg

Kalium 200 mg
Calcium 40 mg
Magnesium 30 mg
Eisen 1,0 mg
Kupfer 0,1 mg
Zink 0,5 mg
Phosphat 45 mg
Schwefel 17 mg