Sushi in der Schwangerschaft

Asiatische Küche erfreut sich hierzulande schon seit langem großer Beliebtheit – und das zu Recht: Sie ist genauso abwechslungsreich und lecker wie sie gesund ist. Und Sushi gehört zu den absoluten Stars. Aber gerade diese Gaumenfreude gilt in der Schwangerschaft als tabu.

In der Schwangerschaft bist du natürlich besonders achtsam und zahlreiche Fragen wollen beantwortet werden: Warum ist Sushi auch bei einmaligen Verzehr ein Risiko und gibt es vertretbare Alternativen?

Ist Sushi in der Schwangerschaft erlaubt?

Nein, das klassische Sushi mit rohem Fisch oder Garnelen solltest du in deiner Schwangerschaft vermeiden. Der japanische Klassiker ist für Erwachsene grundsätzlich sehr gesund, birgt aber Infektionsrisiken für dich und dein Kind.

In der Schwangerschaft sind Meeresfrüchte eigentlich gut für dich. Du solltest aber aufgrund der möglichen Verunreinigung durch Mikroorganismen auf die rohe Form, wie beim Sushi, verzichten.

Warum sind die Zutaten von Sushi in der Schwangerschaft gesund?

Einerlei ob du Hosomaki (die dünne Rolle), Futomaki (die dicke Rolle) oder Nigiri (Fisch und Reis gepresst) bevorzugst, Sushi bringt sehr viel gesunde Vitalstoffe und Mineralien mit. Gerade in der Schwangerschaft sind diese Inhaltsstoffe für dich wichtig.

Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Zutaten ist besonders wichtig:

  • Fisch und Meeresfrüchte liefern Proteine, Vitamin D und gesunde Omega3-Fettsäuren
  • Die Nori-Algen bieten dir zahlreiche Vitamine (A, C, E, B12 …), Zink und Jod und Eiweiß ohne Fett
  • Eingelegter Ingwer kann auch in kleinen Portionen viele Mineralien wie Magnesium, Kalium oder Mangan bieten

Für Sushi-Liebhaber ist Ingwer vor allem als Geschmacks-Neutralisierer zwischen den einzelnen Gängen wichtig. Er ist auf Grund seiner Inhaltsstoffe aber auch ein wichtiger Baustein für den gesunden Ruf des Sushis.

Lediglich der Reis spielt in Hinsicht auf die Gesundheit eine nachrangige Rolle. Meist wird geschliffener und polierter Reis verwendet. Das gibt ihm zwar die wichtige klebrige Konsistenz, bewirkt aber auch, dass der Großteil der Vitalstoffe, welcher in der Haut steckte, verloren geht.

Trotz dieser gesunden Merkmale sollte klassisches Sushi für dich in der Schwangerschaft auf der Verboten-Liste stehen. Roher Fisch und Meeresfrüchte sind oft mit Erreger belastet, die für ein verletzliches Immunsystem kritisch sein können.

Deine Abwehrkräfte sind in der Schwangerschaft aufgrund der besonderen Situation nicht voll ausgeprägt und dein Ungeborenes hat seine Immunstärke noch nicht entwickelt.

Sushi ist für Schwangere ein Risiko

Frische Garnelen, Schrimps oder Lachs schmecken ausgesprochen gut, haben aber ein Problem: Je nach Fanggebiet und Hygiene während der Verarbeitung und des Transports können sie mit verschiedenen Parasiten und Mikroorganismen verunreinigt sein.

Die kritische Liste reicht von Salmonellen über Fischbandwürmer bis zu Listerien- und Toxoplasmose-Erreger.

Verunreinigungen mit Mikroben lassen sich auch bei besten Bedingungen nicht verhindern. Im Regelfall ist die Zahl von schädlichen Bakterien oder Parasiten allerdings so klein, dass sie von einem entwickelten Verdauungs- und Immunsystem problemlos neutralisiert werden.

In deiner Schwangerschaft können die Erreger allerdings durch dein geschwächtes Immunsystem überleben und sich vermehren. Das kann auch kritische Auswirkungen auf dein Kind haben. Obwohl die Zahl an kritischen Toxoplasmose-Erkrankungen hierzulande einstellig ist, stellt dieser Parasit eine ernste Gefahr für dein Kind dar.

Toxoplasmose ist in der Schwangerschaft gefährlich

Der Parasit, der für diese Erkrankung verantwortlich ist, hat es eigentlich gar nicht auf Menschen abgesehen. Er vermehrt sich im Darm von Katzen. Allerdings können sich die Ableger auch ungeschlechtlich in Zellen von Warmblütern teilen.

Durch diese kritische Eigenschaft zerstört der Erreger Zellgewebe und das kann zu nachhaltigen Schäden führen. Ein intaktes Immunsystem hat damit kein Problem und neutralisiert die Parasiten, bevor sie Schaden anrichten können. Ungeborene sind dagegen schutzlos und können ernsthafte Folgeerkrankungen erleiden.

Nach Schätzungen wird die Hälfte der Bevölkerung einmal im Leben von diesem Krankheitserreger befallen. Eine Ersterkrankung verläuft bei gesunden Erwachsenen ohne erkennbare Symptome. Danach hat unser Immunsystem die Besonderheiten des Parasiten erlernt und weitere Infektionen sind ausgeschlossen.

Leider gehört ein Test über den Immun-Status nicht zu den vorgeschriebenen Schwangerschaftsuntersuchungen. Das liegt unter anderem daran, dass bei einem einmaligen Test nicht unterschieden werden kann, ob es sich um eine akute Erkrankung oder um Immunität handelt.

Da das Risiko bei einer Erkrankung für dich und vor allem dein Kind besonders groß ist, solltest du auf Risikoquellen konsequent verzichten. Dazu zählt neben Rohmilch und rohem Fleisch eben auch der rohe Fisch im Sushi.

Ein Blick auf die möglichen Alternativen könnte dagegen lohnend sein.

Kann frittiertes Sushi in der Schwangerschaft eine Alternative sein?

Wenn du zu den Traditionalisten unter den Sushi-Fans zählst, dann wird die Antwort auf diese Frage ein klares ‚Nein‘ sein. In diesem Fall gilt die eherne Regel: Ist es gegart, dann ist es kein Sushi. Und auch vegetarische Alternativen werden für dich nicht infrage kommen.

Wenn du hingegen auch liberaleren Einstellungen gegenüber aufgeschlossen bist, könnte Sushi für dich in der Schwangerschaft nicht völlig verloren sein. In diesem Fall können sich sehr schmackhafte Alternativen auftun:

  • Tempura Sushi (fritiertes Sushi)
  • Nigiri mit gegrillten Garnelen
  • Vegetarisches Sushi

Tempura Sushi ist eine weit verbreitete Form. Dabei werden Sushi-Rollen mit einem Teig aus Ei, Mehl und Wasser überzogen und anschließend frittiert. Auch wenn einige Vitalstoffe dabei verloren gehen und der Kaloriengehalt deutlich höher ist, ist dieses Sushi bei einigen Genießern grundsätzlich sehr beliebt.

Ähnliches gilt für Nigiri-Sushi, das mit gegrillten Meeresfrüchten anstelle von rohem Fisch zubereitet wird. Es ist sicherlich eine Variation, die vom Geschmack des Originals abweicht, allerdings seine eigenen Fans hat.

Vegetarisches Sushi ist eine Variante, die du auch in japanischen Restaurants immer öfter findest. Dabei spielen vor allem Avocados, Gurken und Frischkäse eine wichtige Rolle. Auch sie weichen vom traditionellen Geschmack ab, harmonieren aber sehr gut mit Wasabi und Sojasauce.

In einschlägigen Foren wird gelegentlich auch ein gerolltes Omelett mit gegartem Lachs empfohlen. Diese Speise hat sicher ihre eigene Berechtigung, aber auch für liberale Sushi-Kritiker ist sie keine Alternative. Ihr fehlt die Harmonie mit Wasabi und vor allem die geschmackliche Aufwertung mit Nori-Algen.

Sushi-Algen in der Schwangerschaft

Algen haben in den letzten Jahren einen richtigen Boom erlebt und zählen schon länger nicht mehr zu den Superfood-Geheimtipps. Dafür ist nicht nur ihre Verwendung im Sushi ausschlaggebend, sondern auch die zahlreichen Vitamine und Mineralstoffe, die sie mitbringen.

Ihre Rolle wird allerdings zum Teil kritisch beurteilt. Der wichtigste Grund dafür ist, dass einige Algenarten einen sehr hohen Jod-Anteil haben. Dazu zählen vor allem diese Arten, die oft auch als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden:

  • Chlorella-Süßwasseralgen
  • Spirulina-Algen
  • Kambu-Braunalgen

Jod ist ein wichtiges Spurenelement, das sowohl bei Unterversorgung aber auch Überdosierung kritische Auswirkungen auf die Funktion der Schilddrüse hat. Daher gehören Algen grundsätzlich zu den Lebensmitteln, die mit Bedacht eingesetzt werden sollen.

Im Sushi werden Nori-Algen verarbeitet. Dabei handelt es sich um getrocknete, geröstete und quadratisch geformter Algen-Blätter. Auch sie bringen sehr viel Jod mit.

Sie sind allerdings im Sushi (auch in den frittierten und vegetarischen Varianten) völlig unbedenklich, da sie nur in sehr geringen Mengen verwendet werden.

Ist Sushi in der Stillzeit erlaubt?

Als stillende Mutter kannst du Sushi in jeder Variation genießen. Die Erreger in rohem Fisch und Garnelen können von deinem wieder erstarkten Immunsystem gut abgewehrt werden. Sie werden nicht über die Muttermilch übertragen.

Du kannst in dieser Zeit deinem Appetit auf Sushi in jeder Form nachkommen. Du solltest lediglich auf die entsprechende Hygiene achten. Für Babys können rohe Lebensmittel weiterhin ein Problem sein.

Kleinkinder haben noch kein funktionierendes Immunsystem und sind daher noch auf deine Fürsorge angewiesen. Erst ab dem fünften Lebensjahr haben Kinder ein vollentwickeltes Abwehrsystem.

Fazit: Sushi ist in der Schwangerschaft ein Tabu

Das leckere japanische Nationalgericht ist eine sehr gesunde Mahlzeit. In der Schwangerschaft solltest du dennoch darauf verzichten, da das Risiko von Infektionen durch rohen Fisch oder Meeresfrüchte für dich und dein Kind zu hoch ist.

Mit etwas Fantasie und Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Geschmacks-Erlebnissen lassen sich aber gute Alternativen finden: Auch frittiertes Tempura Sushi oder vegetarische Varianten haben immer mehr Anhänger. Diese kannst du geniessen, wenn die Sushivarianten komplett durchgegart sind.

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