Ist Sauerkraut in der Schwangerschaft tatsächlich erlaubt?

Dürfen Schwangere Sauerkraut essen? Sauerkraut darf von Schwangeren gegessen werden, da es nicht nur unbedenklich ist, sondern dir und deinem Baby während der Schwangerschaft auch viele Vitalstoffe liefert. Darüber hinaus kann Sauerkraut deine Verdauung in Schwung bringen.

Anderslautende Ratschläge von „selbsternannten Experten“ stammen definitiv aus der Gerüchteküche. Die verdauungsfördernde Wirkung beruht auf den ballaststoffreichen Pflanzenfasern und auf den Milchsäurebakterien, die die Darmaktivität anregen.

Eine Ausnahme bildet dabei Weinsauerkraut. Auf dieses solltest du aufgrund des Alkohols am besten verzichten.

Unverträglichkeit von Sauerkraut in der Schwangerschaft

Auf Sauerkraut musst Du nur dann verzichten, wenn Du unter einer Histamin-Intoleranz leidest. Diese ist aber keine Folge der Schwangerschaft, sondern genetisch bedingt.

Sauerkraut solltest Du mit Bedacht konsumieren, wenn Du empfindlich auf Raffinose reagierst. Dabei handelt es sich um ein Kohlenhydrat, das in vielen Hülsenfrüchten und Kohlsorten enthalten ist und nicht vollständig verdaut werden kann.

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Wenn Du entsprechend disponierst bist oder eine Portion „zu viel gegessen“ hast, kann Sauerkraut Blähungen oder Bauchkrämpfe verursachen. Um Deinen Darm zu beruhigen, kannst Du aber einen bewährten Küchentrick anwenden und Kümmel oder Fenchel unter das Sauerkraut mischen.

Für den Fall, dass sich doch einmal Blähungen einstellen, haben diese keine Auswirkungen auf Dein Baby. Da die Verdauungsgase nicht in die Plazenta gelangen können, bekommt es von „Mamas Leiden“ nichts mit.

Was Schwangere bei der Zubereitung von Sauerkraut beachten sollten

Roher Weißkohl ist aufgrund seiner faltigen Blattstruktur anfällig für Bakterien. Selbst modernste Verarbeitungstechniken können nicht verhindern, dass Bakterien wie Listerien in den mikroskopisch kleinen Rillen verbleiben.

Diese Bakterien sind ausgesprochen robust und können selbst die Fermentierung überleben. Das salzige und saure Milieu verlangsamt zwar die Ausbreitung, macht ihnen aber nicht den Garaus.

Auch wenn das Risiko eines Listerienbefalls bei Sauerkraut gering ist, solltest Du es in der Schwangerschaft nicht als Rohkost verzehren. Wenn Du Sauerkraut erhitzt, bist Du auf der sicheren Seite.

Das bedeutet aber keineswegs, dass Du das Kraut stundenlang kochen musst. Bei dieser Prozedur würden sich viele gute Inhaltsstoffe wie das Vitamin C und die Milchsäurebakterien in Dampf auflösen. Da Listerien bereits bei einer Temperatur von 70 Grad Celsius absterben, genügt ein einfaches Garen.

Wenn von Deinem Sauerkraut etwas übrig bleibt, dann solltest Du es für die nächste Mahlzeit wieder aufwärmen. Selbst dann, wenn Du es im Kühlschrank aufbewahrst, können sich Listerien wieder ansiedeln.

Halte es daher wie „Witwe Bolte“ im Gedicht von Wilhelm Busch, die für aufgewärmten Sauerkohl „besonders schwärmte“.

Weinsauerkraut in der Schwangerschaft?

Auf kulinarische Genüsse musst Du in der Schwangerschaft keinesfalls verzichten – es sei denn, sie schaden Deinem Baby. Weinsauerkraut solltest Du daher besser meiden.

Selbst langes Kochen stellt keine Garantie dar, dass der Alkohol vollständig neutralisiert wird – ganz im Unterschied zu vielen Vitaminen und Mikroorganismen, die sich nach langem Kochen im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auflösen!

Sauerkraut in der Stillzeit?

In der Stillzeit kannst Du Dir das Sauerkraut weiterhin schmecken lassen. Auch rohes Kraut kannst Du wieder auf Deinen Speiseplan setzen, denn Listerien und Keime können nicht über die Muttermilch übertragen werden.

Eine Einschränkung besteht lediglich dann, wenn Dein Baby empfindlich reagiert. Am besten, Du probierst es anfangs mit einer kleinen Portion.

Wenn Dein Nachwuchs Blähungen oder einem wundem Po bekommt, dann musst Du Deinen Appetit auf Saures leider mit anderen Lebensmitteln stillen…

Sauerkraut als Super-Food für Schwangere

Das Sauerkraut ist geschnittener Weißkohl, der mittels des Gärungsprozesses haltbar gemacht wird. Diese Methode der Konservierung wurde bereits in der Antike entwickelt. Bei der Gärung entstehen Milchsäurebakterien mit probiotischer Wirkung.

Auch wenn unsere Vorfahren von der Existenz dieser Bakterien nichts wussten, erkannten sie dennoch die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Sauerkrauts.

Mit dem Super-Food der Antike kannst Du Dir in der Schwangerschaft viel Gutes tun. Die Milchsäurebakterien bringen nicht nur Deine Verdauung in Schwung. Sie stabilisieren auch Deine Darmflora und schützen sie vor schädlichen Bakterien-Arten.

Da der Darm das größte Immunsystem des Organismus ist, können die Milchsäurebakterien des Sauerkrauts Deine Abwehrkräfte und die Deines Babys stimulieren.

Die Milchsäure sowie das im Sauerkraut reichlich enthaltene Vitamin C optimieren darüber hinaus die Absorption von Eisen. Da Du in der Schwangerschaft einen erhöhten Eisenbedarf hast, kannst Du mit einer Portion Sauerkraut Deine Eisenverwertung optimieren.

Sauerkraut ist ein gesundes Leichtgewicht für Schwangere

Sauerkraut liefert neben den Milchsäurebakterien viele wertvolle Vitalstoffe. Dazu zählt vor allem das Vitamin C. Bis zur Etablierung moderner Konservierungstechniken war das Sauerkraut daher das ideale Wintergemüse, das die Menschen mit dem lebenswichtigen Vitamin C versorgte.

Das Sauerkraut bewahrte auch viele Seefahrer vor den Schrecken des Skorbuts, einer Vitaminmangelerkrankung, die oft mit dem Tod endete.

Das fermentierte Kraut hat aber noch mehr zu bieten. Neben dem Vitamin C enthält es Kalium, Eisen und viele B-Vitamine – und das bei nur 18 Kalorien pro 100 Gramm.

Eine kleine Übersicht über die Vitalstoffe pro 100 Gramm:

  • Kalorien – 18 kcal
  • Vitamin C – 40 mg
  • Kalium – 288 mg
  • Natrium – 355 mg
  • Eisen – 600 μg
  • Vitamin B3 – 590 μg
  • Vitamin B5 – 230 μg
  • Vitamin B6 – 210 μg
  • Zink – 320 μg

Vitamin C im Sauerkraut unterstützt das Hautbild von Mutter und Baby

Sauerkraut ist ein idealer Vitamin C-Spender. 100 Gramm decken bereits 40 Prozent des Tagesbedarfs. Dieses Vitamin stärkt nicht nur Dein Immunsystem und das Deines Babys, sondern unterstützt es auch bei der Entwicklung seiner Knochen und Zähne.

Da Dein Nachwuchs noch nicht in der Lage ist, Vitamin C zu speichern, kannst Du bereits mit einer kleinen Portion Sauerkraut für Nachschub sorgen.

Aber auch Du kannst von dem Sauerkraut profitieren. Da die Ascorbinsäure ein wichtiger Bestandteil der Kollagenfasern ist, kannst Du mit Sauerkraut Dein Hautbild verbessern.

Natrium und Kalium in Sauerkraut helfen gegen Schwangerschaftsübelkeit

Diese beiden Mineralstoffe können Dich vor typischen Schwangerschaftsbeschwerden bewahren. Als sogenannte Elektrolyten halten sie den osmotischen Druck in den Zellen im Gleichgewicht.

Anders formuliert: Sie regulieren den Wasserhaushalt, was sich wiederum positiv auf Deinen Blutdruck auswirkt. Da etwa jede zehnte Schwangerschaft mit einem erhöhten Blutdruck einhergeht, kannst Du mit Sauerkraut vorbeugen.

Das Natrium sorgt darüber hinaus für ein ausgewogenes Säure-Basen-Verhältnis. Das ist insbesondere in der Schwangerschaft von Relevanz, denn eine Übersäuerung kann Übelkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Hitzewallungen provozieren.

Damit Du und Dein Baby jeden Tag genießen könnt, kannst Du mit einer Portion Sauerkraut diesen Unpässlichkeiten entgegenwirken.

Eisen

Dieses Spurenelement benötigt der Körper für die Blutbildung und für den Transport des Sauerstoffs. Da Dein Organismus zwei Lebewesen versorgen muss, erhöht sich Dein Bedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Damit es Dir und Deinem Baby nicht an Eisen mangelt, kann Sauerkraut dazu beitragen, Eure Depots zu füllen.

B-Vitamine

Sauerkraut liefert nahezu die gesamte Palette der B-Vitamine. Dazu zählen vor allem die Vitamine B3, B5 und B6. Das Vitamin B3, das auch unter dem Namen „Niacin“ bekannt ist, übernimmt wichtige Funktionen innerhalb des Nervensystems.

Da es der Körper nur bedingt selbst herstellen kann, muss es über die Nahrung zugeführt werden. Jüngste Studien haben zudem ergeben, dass Niacin auch eine optimale Prävention gegen Fehlgeburten ist.

Vitamin B5 ist maßgeblich an der Bildung von Proteinen beteiligt, die als Grundbausteine des Lebens gelten. Sauerkraut kann daher viel zur gesunden Entwicklung Deines Babys beitragen.

Wenn Du unter Schwangerschaftsübelkeit- oder Erbrechen leidest, kann Sauerkraut Wunder wirken, denn das reichlich darin enthaltene Vitamin B6 kann bereits binnen einer Woche diese Beschwerden lindern oder sogar beseitigen.

Das Zink im Sauerkraut benötigt dein Baby für die Zellteilung

Dieses Mineral kann der Körper weder selbst herstellen noch in größeren Mengen speichern. Da wundert es nicht, wenn Zinkmangel in der Bevölkerung weit verbreitet ist.

In der Schwangerschaft ist das Risiko eines Mangels sogar noch erhöht, denn dein Baby benötigt Zink zur Bildung von Wachstumshormonen und für die Zellteilung.

Entsprechend steigt Dein Zinkbedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit um 40 Prozent. Sauerkraut kann dazu beitragen, Deinen täglichen Bedarf von 10 Milligramm zu decken.