Leberkäse in der Schwangerschaft

Mit einer Schwangerschaft beginnt ein neuer und schöner Lebensabschnitt. Damit sich das heranwachsende Leben gesund entwickeln kann, müssen einige Ernährungsregeln eingehalten werden. Viele Lebensmittel, die unter normalen Umständen kein Problem darstellen, können in der Schwangerschaft jedoch risikobehaftet sein.

Während einige Nahrungsmittel leicht aussortiert werden können, stellen bestimmte Käse- oder Fleischprodukte für Schwangere eine Herausforderung dar. Dazu zählt auch der Leberkäse.

Bei dieser Fleischspezialität stellt sich oft die Frage: „Darf ich das essen? … oder schadet es meinem Baby?“

Darfst Du in der Schwangerschaft Leberkäse essen?

Im Prinzip ist nichts gegen den Verzehr von Leberkäse in der Schwangerschaft einzuwenden. Als Schwangere musst du daher nicht auf ihn verzichten, vorausgesetzt, Du berücksichtigst einige wichtige Regeln.

Wenn Du einige Details beachtest, kannst Du Dir gerne eine dicke Scheibe von der herzhaften Spezialität abschneiden. Ob auf einem Brötchen oder klassisch mit Kartoffelsalat und Spiegelei – Du kannst mit Genuss zugreifen.

Um Risikofaktoren auszuschließen, solltest Du aber einige Dinge beim Kauf und bei der Zubereitung beachten.

Auf die Zubereitung kommt es an

In der Schwangerschaft solltest Du aufgrund der Gefahr einer Listerien- oder Toxoplasmen-Infektion beim Verzehr von Fleisch und Wurst Vorsicht walten lassen. Beim Leberkäse besteht diese Gefahr jedoch nicht.

Leberkäse zählt zu den Brühwurstsorten, die unter Einwirkung von Hitze hergestellt werden. Da Listerien und Toxoplasmen bei einer Temperatur von über 70 Grad absterben, ist Leberkäse aufgrund seiner Produktionsweise unbedenklich.

Das bedeutet aber noch lange keine Entwarnung. Wenn Du Leberkäse frisch beim Metzger oder abgepackt im Lebensmittelgeschäft kaufst, können sich erneut Listerien angesiedelt haben. Eine offene Theke stellt gerade zu eine Einladung dar.

Es ist keine Frage der Hygiene oder der Kühlung.

Listerien sind ausgesprochen robust und überleben auch bei Kühlschranktemperaturen. Das gleiche gilt für vakuumverpackte Ware. Das sauerstoffarme und feuchte Klima stellt für Listerien das ideale Milieu dar, in dem sie sich wunderbar vermehren können.

Fazit: Wenn Du Leberkäse essen möchtest, dann solltest Du ihn unbedingt vor dem Verzehr mindestens zwei Minuten lang erhitzen. Wenn Du ihn in der Pfanne gut anbräunst, kannst Du den Listerien richtig einheizen!

Kein Take-Away Leberkäse in der Schwangerschaft

Wenn Du aber unterwegs bist und Dir herrlicher Duft von frisch gebackenem Leberkäse in die Nase steigt, solltest Du einen besser großen Bogen darum machen.

Wenn Du Heißhunger auf Leberkäse hast, dann solltest Du ihn frisch kaufen und zu Hause zubereiten. In einer gemütlichen Atmosphäre schmeckt’s ohnehin besser.

Abgepackter Leberkäse

Bei abgepackter Ware solltest Du auch auf das Haltbarkeitsdatum achten. Normalerweise sind Lebensmittel auch über die Mindesthaltbarkeit hinaus unbedenklich.

Da Du Dich aber in anderen Umständen befindest, sollten nur Produkte auf den Tisch kommen, die weit unter der Mindesthaltbarkeitsfrist liegen.

Leber in der Schwangerschaft?

Der Begriff Leber- oder auch Fleischkäse ist mitunter etwas irreführend. In vielen Sorten ist keine Leber enthalten – und schon gar kein Käse! Da die Zusammensetzung von Leberkäse regional unterschiedlich ist, können einige Arten aber in der Tat Leber enthalten.

Leber birgt per se keine Gefahr. Leider weisen Innereien heutzutage mitunter eine erhöhte Schadstoffkonzentration auf, die den empfindlichen embryonalen Zellen schaden könnten.

Neben den Schadstoffen kann aber auch ein an sich gesunder Vitalstoff dem Baby schaden: Das Vitamin A. Dieses Vitamin ist zwar das A und O, denn es stärkt das Immunsystem Deines Babys und sorgt dafür, dass sich seine Zellen und sein Gewebe gut entwickelt, kann aber bei einer Überdosierung Schäden verursachen.

Bei Leberkäse kann dieses Risiko jedoch ausgeschlossen werden – es sei denn Du verspeist mehr als 600 Gramm am Tag! Selbst dann, wenn der Heißhunger auf Leberkäse sehr groß ist, wirst Du diese Menge wohl kaum bewältigen können.

Welcher Leberkäse enthält Leber?

Auch wenn das Risiko einer Überdosierung von Vitamin A ausgeschlossen ist, solltest Du aufgrund der möglichen Schadstoffbelastung auf die Sorten verzichten, die Leber enthalten. Damit auch die richtige Sorte auf Deinem Teller landet, hier ein kleiner Exkurs:

Der Leberkäse ist ursprünglich eine bayerische „Erfindung“, die anfangs rein gar nichts mit Leber zu tun hatte. Etymologisch geht das Wort „Leber“ auf den alt-hochdeutschen Begriff „laiba“ zurück, was so viel bedeutet wie „Rest“.

Das Wort „Käse“ wiederum ist eine Dialektvariante für „Kasten“. Übersetzt bedeutet Leberkäse daher „Reste im Kasten“. Der Leberkäse zählt damit zu den typischen Gerichten, die aus Resten hergestellt werden.

Dieser Umstand mindert keineswegs die Qualität oder die Schmackhaftigkeit des Produktes. Ganz im Gegenteil – wie viele regionale Spezialitäten, wie beispielsweise Paella oder Quiche, zählen sie zu den Nationalgerichten und kulinarischen Highlights.

Die Zutaten des Bayerischen Leberläse bestehen aus Schweinefleisch, Speck und Eischnee, die zu einem Brät gekuttert werden. Mitunter wird auch etwas Rindfleisch hinzugefügt.

Für das Aroma sorgen Gewürze wie Pfeffer, Koriander, Ingwer und Pökelsalz. Das Brät wird dann in Leberkäsformen gefüllt und im Ofen gegart. Bayerischer Leberkäse, der auch als Fleischkäse, bezeichnet wird, enthält daher keine Leber.

Stuttgarter und Fränkischer Leberkäse

In anderen Regionen Deutschlands enthält der Leberkäse tatsächlich Leber. Dazu zählen z.B. der Stuttgarter oder der Fränkische Leberkäse. Nach den Statuten des deutschen Lebensmittelbuchs muss außer im Bayerischen Leberkäse auch Leber enthalten sein.

Das klingt etwas verwirrend – ist aber im Grunde ganz einfach: Wenn Leberkäse draufsteht, muss auch Leber enthalten sein. Bei „Fleischkäse“ und der Bayerischen Variante kannst Du sicher sein, dass er ohne Leber hergestellt wurde.

Wenn Schweinefleisch nicht zu Deinen Favoriten zählt, dann kannst Du auf Alternativen zurückgreifen. Das Metzgerhandwerk bietet heute auch Puten- und Kalbfleischkäse an.

Wenn Du beim Wort „Pökelsalz“ aufhorchst, dann ist das mehr als berechtigt.

Das auch als Natriumnitrit bezeichnete Salz ist an sich unbedenklich und nahezu allen Fleischerzeugnissen beigefügt. Es dient der Konservierung und dem Erhalt der Fleischfarbe.

Aufgrund der modernen Kühlketten und Produktionsverfahren kann der Anteil heute zwar auf ein Minimum reduziert werden, dennoch besteht die Gefahr, dass sich bei Temperaturen über 100 Grad Karzinogene entwickeln.

Daher solltest Du Deinen Fleischkäse nicht allzu „cross“ anbraten (ihn aber dennoch genügend durchbraten, damit die Listerien abgetötet werden). Ein häufiger Verzehr karzinogener Stoffe könnte dem ungeborenen Leben schaden.

Die gleichen Vorsichtsmaßnahmen gelten auch für Kleinkinder. Ihr Organismus ist noch zu empfindlich, um sich gegen diese aggressiven Substanzen wehren zu können.

Inhaltsstoffe des Leberkäses und Ihre Wirkung auf Schwangere

Proteine und Nährstoffe

Fleischprodukte sind nicht nur eine herzhafte und delikate Mahlzeit, sondern liefern auch wertvolle Inhaltsstoffe. So kannst Du Dich und Dein Baby mit einer Scheibe Leberkäse mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Nicht umsonst wird Schwangeren empfohlen, ab und an ein Fleischgericht auf ihren Speiseplan zu setzen.

Eisen

Wie viele andere Fleischprodukte auch enthält Leberkäse viel Eisen. Ohne dieses Spurenelement „läuft im Körper gar nichts“. Der Organismus benötigt Eisen nicht nur für die Blutbildung, sondern auch für den Transport des Sauerstoffes.

Da Du zwei Menschen versorgen musst, erhöht sich Dein Eisenbedarf während der Schwangerschaft entsprechend. Dazu noch ein kleiner Tipp: Vitamin C unterstützt Deinen Körper, das Eisen optimal zu verwerten. Wie wäre es daher mit einem kleinen Salat als Beilage oder Obst zum Nachtisch?

Vitamin B 12

Tierische Lebensmittel stellen die einzige Quelle für B12 dar. Mangelerscheinungen sind daher keine Seltenheit. Da Vitamin B12 das Zellwachstum unterstützt und zur gesunden Entwicklung der Nerven- und Gehirnzellen beiträgt, solltest Du besonders in der Schwangerschaft auf eine ausreichende Zufuhr achten.

In dieser Zeit erhöht sich Dein Bedarf von 4 auf 4,5 Mikrogramm und steigt während der Stillzeit auf 5,5 Mikrogramm.

In Bezug auf das Vitamin B 12 ist Leberkäse ein regelrechtes Schwergewicht, denn 100 Gramm enthalten satte 24, 6 Mikrogramm dieses wertvollen Vitamins. Damit Du und Dein Baby aus dem Vollen schöpfen könnt, kannst Du Euer Depot leicht mit einer Scheibe Leberkäse auffüllen.

Protein

Leberkäse hat aber noch mehr zu bieten, denn 100 Gramm enthalten 15 Prozent Eiweiß. Diese wertvollen Proteine stellen die Basis des Lebens dar und sind regelrechte Alleskönner.

Sie produzieren Hormone und sorgen auch dafür, dass sich die embryonalen Zellen Deines Babys gesund entwickeln. Dir wiederum helfen sie, Deinen Blutzuckerwert zu regulieren und verleihen Dir auch den nötigen Energieschub, mit dem Du mit Deinem Baby in den Tag starten könnt.