Eis als kühle Verführung auch in der Schangerschaft

Ist Eis in der Schwangerschaft erlaubt? Mit wenigen Ausnahmen ist Eiscreme auch in der Schwangerschaft erlaubt. So skuril es klingt, aber Schwangere müssen nur auf Eis aus natürlichen Zutaten verzichten.

Eiscreme ohne Angst vor Listerien in der Schwangerschaft

Eiscreme stand für Schwangere lange Zeit auf der Tabu-Liste. Die Gefahr einer Infektion mit Listerien, Salmonellen oder anderen Krankheitserregern galt als zu groß.

Vor Jahrzehnten hatte diese Warnung mitunter ihre Berechtigung. Die Optimierung von Hygienestandards, veränderte Rezepturen und industrielle Herstellungsverfahren haben die Gefahr einer Kontamination mit Krankheitserregern aber so gut wie eliminiert.

Eiscreme wird traditionell aus Wasser, Milch, Zucker und Eigelb hergestellt. Durch die Zugabe von Aromen wie Vanille sowie Schokolade und Fruchtmus werden unterschiedliche Sorten kreiert.

Eiscreme wird heute kaum noch mit natürlichen Zutaten hergestellt. Der Handel, aber auch Eisdielen, greifen auf Fertigmischungen zurück, denen nur noch Wasser, Milch und vereinzelt auch Sahne hinzugefügt wird.

Bei den Fertigmischungen wird sprühtrocknetes Eigelb verwendet, das bei Temperaturen von 61 bis 68 Grad Celsius pasteurisiert wird. Diese Prozedur überleben weder Listerien noch Salmonellen.

Wann Schwangere auf Kugel-Eis verzichten sollten

Vereinzelt gibt es Eisdielen, die ihr Eis noch nach Großmutters Rezept herstellen und ausschließlich frische und rohe Produkte verwenden. Das ist zwar lobenswert, aber in der Schwangerschaft nicht das „Gelbe vom Ei“.

In der Schwangerschaft solltest Du daher sicherheitshalber nachfragen, ob frisches Eigelb verwendet wird. Wenn der Gelatiere traditionell arbeitet, solltest Du dort erst nach Deiner Schwangerschaft einkehren.

Neben den Inhaltsstoffen ist natürlich auch die Hygiene von Bedeutung.

Wenn der Eisportionierer nicht unter fließendem Wasser abgewaschen wird oder der Verkaufsraum etwas „schmuddelig“ aussieht, solltest Du eine andere Eisdiele aufsuchen.

Industriell hergestelltes Eis ist in der Schwangerschaft unbedenklich

Bei der Herstellung von Handelsware werden ausschließlich pasteurisierte Zutaten verwendet. In den Packungen, die Du im Einzelhandel erwirbst, lauern daher keine Gefahren.

Wenn Du eine Packung Eiscreme kaufst, darf die Kühlkette aber nicht unterbrochen werden. Die Eiscreme muss nach dem Einkauf zeitnah in das Kühlfach gelegt werden.

Neben den großen Eisherstellern verwenden auch internationale Eisdielen-Ketten keine frischen Zutaten. Daher kannst Du Dir auch dieses Eis in der Schwangerschaft schmecken lassen.

Ist Softeis für Schwangere gefährlich?

Wenn Du im Sommer einen Stadtbummel unternimmst und Dich ein Softeisautomat anlächelt, sollest ihm lieber die kalte Schulter zeigen.

Softeis ist in puncto Hygiene zwar besser als sein Ruf, dennoch besteht hier ein erhöhtes Keimrisiko.

Das Risiko ist vor allem der Temperatur geschuldet. Speiseeis wird im Handel oder in Eisdielen bei Temperaturen zwischen -18 und – 10 Grad Celsius gelagert. Softeis hingegen wird bei nur -6 Grad Celsius aus der Maschine gezapft.

Krankheitserreger sind ausgesprochen kälteresistent und überleben sogar im „ewigen Eis“. Bei minus 6 Grad können sie sich leicht ansiedeln und vermehren.

Ein weiterer Risikofaktor stellt das Aufschäumen dar. Damit das Softeis die cremige und luftige Konsistenz erhält, wird die Masse unter Luftdruck in den Gefrierzylinder der Zapfanlage gepumpt.

Mit der Luft können aber Krankheitserreger in die Eismasse gelangen.

Der dritte Risikofaktor stellten die Softeisautomaten dar. Zum einen können die Zapfmaschinen nur schwer gereinigt werden. Zum anderen verbleiben immer Reste am Ausgang der Düse, die eine Einladung an Bakterien darstellen.

Fruchteis, Sorbet oder Wassereis – was ist drin?

Viele Frauen greifen in der Schwangerschaft auf Alternativen zu Milcheis zurück, da es kein Ei enthält. Aber welche Zutaten enthalten Wassereis, Fruchteis und Sorbet?

Nach den Regeln für handwerklich hergestelltes Eis enthält Fruchteis kein Ei. Es besteht aus Früchten, Wasser, Zucker, Obstsaft und Fruchtmark.

Vereinzelt wird auch frisches Obst verwendet. Das Gleiche gilt für das vom Handel angebotene Wassereis.

Sorbet ist bereits seit der Antike bekannt und verwöhnte die Gaumen von Alexander dem Großen und Hippokrates.

Das Sorbet bestand ursprünglich aus Schnee, der mit Fruchtmark, Honig und Rosenwasser aromatisiert wurde.

Im Vergleich zur Antike hat sich die Rezeptur wenig verändert. Sorbet besteht heute meist aus gefrorenem Wasser, Sirup und Fruchtmark. In der Regel wird es mit Eischnee oder Schlagsahne verfeinert. Daher solltest Du beim Sorbet nachfragen, ob es rohes Ei enthält.

Wie gesund ist Eiscreme für Schwangere?

Eiscreme enthält vor allem viel Zucker und Fett. Diese Komponenten sind alles andere als gesund. Nichtsdestotrotz kannst Du Dich auch in der Schwangerschaft ab und an mit einem leckeren Eis verwöhnen.

Die Anteile der Mineralien und Vitaminen fallen eher bescheiden aus. Wer mit der Lupe sucht, findet allenfalls halbwegs nennenswerte Mengen an Calcium und Vitamin B3.

Daher ist Eiscreme etwas „gesünder“ als Fruchtgummi oder Bonbons.

Wenn Du der kühlen Verführung nicht widerstehen kannst, stellt selbstgemachtes Eis eine gesunde Alternative dar. Eiscreme kannst Du leicht auch ohne Eismaschine herstellen.

Für das hausgemachte Eis kannst Du Honig, Joghurt, Früchte und andere hochwertige Zutaten verwenden. Vielleicht entdeckst Du beim Zubereiten eine neue Lieblingssorte.

Wie viel Zucker enthält Eiscreme?

Viele Lebensmittel enthalten eine gute Portion Zucker, was vom Verbraucher oft nicht realisiert wird. Die süßen Kristalle verstecken sich hinter Fett und Aromen – so auch beim Eis.

Je nach Sorte können 100 Gramm Eiscreme zwischen 20 bis 25 Gramm Zucker enthalten. Das bedeutet, dass eine Kugel Eis mit 60 Gramm 5 Stück Würfelzucker enthält.

Ein kleiner Trost: im Unterschied zu vielen anderen Süßwaren fällt der Zuckeranteil bei Eiscreme noch vergleichsweise niedrig aus.

Zuckerkonsum in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft darfst Du Dir Eiscreme schmecken lassen. Aufgrund des Zuckergehalts solltest Du aber nicht jeden Tag einen Eissalon aufsuchen.

In der Schwangerschaft wird Frauen empfohlen, ihren Zuckerkonsum auf maximal 40 Gramm zu beschränken.

Ein hoher Zuckerkonsum kann sich negativ auf die Entwicklung der Plazenta auswirken. In der Folge kann es zu einer Mangelversorgung des Babys kommen.

Wenn Du eine Prädisposition für eine Schwangerschaftsdiabetes hast, solltest Du Deinen Eiscreme-Konsum im Blick behalten.

Das gilt insbesondere dann, wenn Du bei einer früheren Schwangerschaft ein Baby mit einem vergleichsweise hohen Gewicht geboren hast.

Eiscreme in der Stillzeit

Wenn Dein Baby auf der Welt ist, darfst Du Deinen Speisezettel wieder erweitern. Bei Eiscreme solltest Du aber die gleichen Regeln beachten wie in der Zeit der Schwangerschaft.

Wenn Du Dich in der Stillzeit mit Salmonellen infizierst, musst Du Dir um die Gesundheit Deines Babys keine Sorgen machen. Die Bakterien gehen nicht in die Muttermilch über.

Eine leichte Salmonellose ist nach weinigen Tagen überstanden. Wenn es Dich aber schwer „erwischt hat“, muss die Infektion mit Antibiotika behandelt werden, deren Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen können.

Die Antibiotika können beim Baby Magen- und Darmbeschwerden provozieren. Einige Kinderärzte befürchten auch, dass die Darmflora des Kindes nachhaltig aus dem Gleichgewicht gerät.

Ab wann dürfen Kleinkinder und Kinder Eiscreme essen?

Eiscreme rangiert bei Kindern weit oben auf der Beliebtheitsskala. Dein Nachwuchs sollte sich aber noch bis zu seinem ersten Geburtstag gedulden, bis er sein erstes Eis schleckt.

Eiscreme enthält relativ viel Eiweiß, das sein junger Organismus noch nicht optimal verdauen kann.

Aufgrund des hohen Zuckergehalts sollte Dein Kind Eiscreme auch nur in Maßen konsumieren. Wenn Dein Nachwuchs von Kindesbeinen an zu viel Süßes nascht, kann er im Erwachsenenalter eine ungesunde Vorliebe für Süßwaren entwickeln.

Neben dem Zucker ist auch der hohe Fettgehalt problematisch. Wenn Kinder allzu viel Fett zu sich nehmen, besteht die Gefahr von Übergewicht im Erwachsenenalter.

Inhaltsstoffe pro 100 Gramm Eiscreme*

Kalorien 206
(Eine Kugel 140)

Fett 11,7 g
Kohlenhydrate 20,97 g
Eiweiß 3,96 g

Vitamin A 1,3 µg
Vitamin B2 250 μg
Vitamin B3 915 μg
Vitamin B5 279 μg

Phosphor 117 mg
Kalium 99 mg
Natrium 110 mg
Magnesium 11 mg
Calcium 140 mg
Eisen 140 μg
Zink 340 μg
Mangan 20 μg

*Die Werte können je nach Sorte variieren.