Darum ist Parmaschinken in der Schwangerschaft nur erhitzt erlaubt

Ist Parmaschinken in der Schwangerschaft erlaubt? Parmaschinken ist ein luftgetrockneter Rohschinken, der Toxoplasmen enthalten kann. Diese italienische Spezialität darf in der Schwangerschaft daher nur dann gegessen werden, wenn sie zuvor ausreichend erhitzt wurde.

Schwangere sollten auf rohen Parmaschinken verzichten

Das Verbot von rohem Parmaschinken in der Schwangerschaft ist der Herstellung geschuldet. Diese Schinkenspezialität wird im Unterschied zu Kochschinken nicht erhitzt, sondern gepökelt und an der Luft getrocknet.

Für den Parmaschinken werden Schweinekeulen von etwa 15 kg gesalzen und in einem Kühlraum gelagert.

Daran anschließend wird der Schinken für Jahr in Reifehallen luftgetrocknet. Der Parmaschinken zählt daher zu den so genannten „Rohschinken“.

Durch das Pökeln und Trocknen wird Parasiten wie Toxoplasmen das Leben zwar schwer gemacht, dennoch können sie in diesem Milieu überleben.

Den Parasiten kann nur der Garaus gemacht werden, wenn das Fleisch auf 70 Grad Celsius erhitzt wird.

Toxoplasmen sind für Dich nicht schädlich. Eine Infektion verläuft in der Regel völlig ohne Symptome.

Da das Immunsystem Deines Babys aber noch nicht ausgebildet ist, hat es den Parasiten nichts entgegenzusetzen. So kann eine Toxoplasmose zu einer Frühgeburt oder zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Babys führen.

Gebratenen Parmaschinken kannst Du Dir in der Schwangerschaft schmecken lassen

Parmaschinken ist eine feine Sache. Wenn Du ein Fan dieser leckeren Schinkenspezialität bist, kannst Du ihn mit einem kleinen „Trick“ auch in der Schwangerschaft genießen.

Wenn Du Parmaschinken in der Pfanne brätst, kannst Du den Toxoplasmen richtig einheizen. Du musst nur darauf achten, dass der Schinken für mindestens 2 Minuten auf 70 Grad erhitzt wird.

Wie wäre es mit Parmaschinken als Pizzabelag? Wenn Du die Pizza für 20 Minuten im Ofen bäckst, wird er gut durchgebacken und die Parasiten sterben ab.

Parmaschinken lässt sich auf viele Arten zubereiten. Den Schinken kannst Du als gebratene Chips oder als Käse-Parmaschinken-Kroketten genießen. Vielleicht entdeckst Du beim Experimentieren ein neues Lieblingsgericht.

Parmaschinken als eine leckere Proteinquelle für Schwangere

Parmaschinken ist ein ausgezeichneter Proteinlieferant. Protein besteht aus Aminosäuren, die der menschliche Organismus nur zum Teil selbst herstellen kann. Er ist daher auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen.

Unser Körper benötigt Aminosäuren, um köpereigenes Protein herzustellen.
Sie sind das Material, aus dem das Körpergewebe, die Muskeln, die Haare und die Organe aufgebaut werden.

Damit ist das Repertoire des Proteins noch lange nicht erschöpft. Es ist auch an vielen Stoffwechselfunktionen, der Blutgerinnung und an der Steuerung der Hormone beteiligt. Kurzum: Ohne Proteine ist kein Leben möglich.

Da Dein Baby dabei ist, seinen Organismus aufzubauen, benötigst Du in der
Schwangerschaft mehr Protein als unter normalen Umständen.

So kannst Du mit ein paar Scheiben Parmaschinken Dein Baby mit dem wertvollen Baumaterial versorgen.

Zink

Parmaschinken enthält viel Zink. Dabei handelt es sich um ein lebensnotwendiges Spurenelement, das mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Zink ist vielen als „Schönheitspräparat“ bekannt, dass für volles Haar und kräftige Nägel sorgt.

Zink ist aber auch an vielen Stoffwechselprozessen, dem Zellwachstum und an der Wundheilung beteiligt. Auch unser Immunsystem könnte ohne Zink nicht optimal funktionieren.

Diesem Spurenelement kommt auch eine wichtige Rolle bei der Zellspezialisierung zu. Vereinfacht formuliert: bei der Spezialisierung wird differenziert, ob sich eine einfache Zelle bspw. zu einer Nierenzelle oder zu einer Gehirnzelle entwickelt.

Da sich in Deinem Bauch aus einer Eizelle innerhalb von 9 Monaten ein ganzer Organismus entwickelt, erhöht sich Dein Zinkbedarf in der Schwangerschaft entsprechend.

So benötigst Du im ersten Trimester 9,0 und im zweiten und dritten Trimester 11 Milligramm. In der Stillzeit erhöht sich Dein Bedarf sogar auf 13 Milligramm täglich.

B-Vitamine

Parmaschinken versorgt die werdende Mama auch mit B-Vitaminen. Der herzhafte Schinken enthält vor allem viel Vitamin B1 (Thiamin) und Vitamin B6 (Pyridoxin).
In der Schwangerschaft ist Dein Bedarf an diesen Vitaminen erhöht.

Das Vitamin B1 ist „Futter“ für unsere grauen Zellen. Es sorgt dafür, dass Reize zwischen den Nervenzellen weitergeleitet werden. Das Vitamin wird im Volksmund daher auch als „Nervenvitamin“ bezeichnet.

Vitamin B1 ist auch am Kohlenhydratstoffwechsel und an der Energiegewinnung beteiligt. Da eine Schwangerschaft ein wahrer Kraftakt ist, kann Dir der leckere Parmaschinken einen zusätzlichen Energieschub verleihen.

Vitamin B6 trägt maßgeblich dazu bei, dass Eiweiß aus der Nahrung in körpereigenes Eiweiß umgebaut werden kann. Es übernimmt auch wichtige Aufgaben bei der Zellteilung und unterstützt Dein Baby beim Aufbau seines Organismus.

Von diesem Vitamin kann aber auch die werdende Mama profitieren. Wenn Du unter der schwangerschaftstypischen Morgenübelkeit leidest, kann B6 die Symptome lindern.

Gepökelter Schinken enthält viel Salz

Bei der Produktion von Parmaschinken wird im Vergleich zu anderen gepökelten Fleischprodukten relativ wenig Salz verwendet. Dennoch enthalten 100 Gramm des Schinkens stattliche 2120 Milligramm Natrium.

Natrium ist ein lebensnotwendiges Mineral. Der menschliche Organismus benötigt es, um den osmotischen Druck in den Zellen zu regulieren und um den Wasserhaushalt im Gleichgewicht zuhalten.

Bei einem Überkonsum an Natrium kann dieses Gleichgewicht aber aus dem Lot geraten. Daher solltest Du in der Schwangerschaft täglich nicht mehr als 1.500 Milligramm Natrium zu Dir nehmen.

Parmaschinken in der Stillzeit

Die Zeit des Darbens ist vorbei! In der Stillzeit darfst Du Parmaschinken wieder roh genießen. Parasiten wie Toxoplasmen gehen nicht in die Muttermilch über und können Deinem Baby daher nicht schaden.

Da Dein Baby viele Vitalstoffe benötigt wenn es auf der Welt ist, hast Du auch in der Stillzeit einen erhöhten Bedarf. Dazu gehören vor allem Vitamine der B-Gruppe und das Spurenelement Zink.

Ab wann darf Dein Kind Parmaschinken essen?

Dein Kind muss bis zu seinem dritten Lebensjahr warten, bis es rohe tierische Nahrungsmittel wie Parmaschinken essen darf.

Da insbesondere rohe Fleischerzeugnisse mit Bakterien und Parasiten kontaminiert sein können, besteht eine Infektionsgefahr.

Das Immunsystem von Kleinkindern ist noch nicht so stabil wie das von Erwachsenen. So können Infektionen mitunter schwere Krankheiten auslösen.

Wenn Dein Kind das gleiche essen möchte wie die „Großen“, dann solltest Du den Parmaschinken zuvor erhitzen.

Aufgrund des hohen Salzgehaltes sollte Parmaschinken bei Deinem Nachwuchs aber nur ab und an auf dem Speiseplan stehen.

Inhaltsstoffe pro 100 Gramm Parmaschinken

Kalorien 252
Fett 15 g
Protein 28 g
Vitamin B1 0,68 mg
Vitamin B2 0,21 mg
Vitamin B6 0,62 mg
Vitamin B9 0,009 mg
Phosphor 262 mg
Schwefel 267 mg
Kalium 575 mg
Natrium 2120 mg
Magnesium 28 mg
Calcium 15 mg
Eisen 0,7 mg
Zink 3,2 mg