Krautsalat in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft möchtest Du Dich und Dein Baby verwöhnen – nur zu! Dennoch gibt es einige Lebensmittel, auf die Du leider verzichten musst. So stehen einige Fleisch- und Milchprodukte auf der Verbotsliste. Aber wie steht es mit dem Krautsalat? Insbesondere dann, wenn Du gerade Deinen Appetit auf Süß gestillt hast, wäre ein herzhafter Krautsalat genau das Richtige!

Darfst Du Krautsaat in der Schwangerschaft essen?

Krautsalat ist in der Schwangerschaft zwar nicht verboten, generell aber für Schwangere zum Essen nicht empfehlenswert. Frischer Krautsalat zwar schmeckt nicht nur lecker, sondern liefert auch viele Vitamine und Vitalstoffe. Leider ist Krautsalat aber auch anfällig für Listerien.

Das mag erst einmal verwundern. Wie können Bakterien in dem salzigen und sauren Milieu überleben?

Listerien und Toxoplasmen sind die reinsten Überlebenskünstler und recht widerstandsfähig. Salz und Essig verzögern zwar die Ausbreitung von Bakterien, können ihnen aber insgesamt nicht den Garaus machen. So ging bspw. im Jahr 1981 einer der größeren registrierten Listeriose-Ausbrüche in Kanada auf den Verzehr von Krautsalat zurück.

Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Krautsalat infiziert ist. Insgesamt ist die Gefahr einer Infektion zwar ausgesprochen gering, kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Daher solltest Du während Deiner Schwangerschaft auf Krautsalat verzichten. Dennoch besteht kein Anlass zur Panik, wenn Du zufällig etwas Krautsalat genascht hast.

Weshalb ist Krautsalat für Schwangere bedenklich?

Obwohl Rohmilchprodukte und bestimmte Wurst- und Fleischsorten zu den üblichen Verdächtigen in Bezug auf Listeriose gehören, zählt auch der Krautsalat zu den anfälligen Lebensmitteln. Das ist zum einen seiner Blattstruktur geschuldet, zum anderen der Verarbeitung.

Der „Krauskopf“ kann aufgrund seiner sehr unregelmäßigen Blattform nur schwer gereinigt werden. Die Lebensbranche gibt zwar ihr Bestes und ist beim Reinigen ausgesprochen penibel. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass Übeltäter in mikroskopisch kleinen Falten überleben.

Darüber hinaus sind auch die abgeschnittenen Blattränder ein ausgesprochen guter Nährboden für Keime und Bakterien.

Da das Kraut roh verarbeitet wird und Listerien gegenüber kühlen Temperaturen ausgesprochen resident sind, können sie sich auch bei Kühlung oder reduziertem Sauerstoffangebot munter vermehren. Daher solltest Du auch Vakuum verpackte Ware meiden. Bakterien sind die größten Überlebenskünstler!

Besonders bedenklich ist offene Ware, wie sie in Restaurants oder Imbissen angeboten wird. Auch hier ist es keine Frage der Hygiene. Theken oder Büffets sind nicht nur eine Einladung für hungrige Gäste, sondern auch für Bakterien.

Wenn Du auf Bio-Ware ausweichen möchtest, ist das leider keine gute Alternative. Obwohl Bio-Ware während der Schwangerschaft sehr zu empfehlen ist, ist sie vor Listerien-Befall nicht gefeit. Da sich Listerien im Boden befinden, ist die Art und Weise des Anbaus nicht von Relevanz.

Gibt es Alternativen für Krautsalat in der Schwangerschaft?

Wenn Du während der Schwangerschaft Appetit auf Krautsalat hast, musst Du nicht ganz auf das herzhafte Gemüse verzichten. Sauerkraut stellt eine gute Alternative dar.

Auch Listerien haben ihre Achillesferse: Hohe Temperaturen. Hitze von über 70 Grad Celsius überlebt keine Bakterie. Wenn Du Weiß- oder Rotkraut kochst, dann bist Du auf der sicheren Seite und kannst nach Herzenslust genießen.

Kraut hat viele Ballast- und Vitalstoffe, die Du und Dein Baby während der Schwangerschaft benötigen. Dazu zählen insbesondere Kalzium und Magnesium, das in dem Dauerkraut reichlich enthalten ist. Nicht zu vergessen das Vitamin C.

Der Vitamin-C-Gehalt ist bei gekochtem Sauerkraut sogar noch höher als bei Rohkost.

Eine weitere Alternative ist Sauerkrautsaft. Hier musst Du aber darauf achten, dass der Saft Pasteurisiert wurde. Vor dem Kauf daher einen Blick auf das Etikett werfen…

Krautsalat während der Stillzeit?

Wenn Dein Baby auf der Welt ist, vergrößert sich zwar Deine kulinarische Welt, aber dennoch gibt es die eine oder andere Einschränkung. Krautsalat kannst Du während der Stillzeit wieder essen, ohne die Gesundheit Deines Kindes zu gefährden.

Es besteht aber die Gefahr von Blähungen. Während einige Babys Krautsalat wunderbar vertragen, reagieren andere empfindlich. Eine allgemeine Einschätzung ist daher nicht möglich. Da bleibt nur eins übrig: auszuprobieren.

Eine gute Orientierung bietet aber Deine Befindlichkeit. Wenn sich bei Dir oder auch bei Deinem Partner nach dem Verzehr von Krautsalat Blähungen einstellen, dann kannst Du davon ausgehen, dass Dein Baby ebenfalls empfindlich reagiert. Euer Kind erbt nicht nur die Augen- oder Haarfarbe, sondern auch andere Dispositionen.