Joghurt in der Schwangerschaft

Joghurt ist in jedem Kühlschrank zu finden und gerade in der Schwangerschaft ein beliebtes Grundnahrungsmittel: er gilt als besonders gesund und variantenreich in der Zubereitung. Ob als Naturjoghurt oder mit Obst verfeinert, er ist neben Käse das wichtigste Erzeugnis aus Milch in unserer Küche.

Aber wie gesund ist ein Becher Heidelberger-Joghurt oder Honigmelone-Pfirsich-Joghurt für dich und dein Kind wirklich? Ist es empfehlenswert, dass du in der Schwangerschaft eher auf probiotische Produkte setzt?

Ein guter Grund also, einen genaueren Blick auf das beliebte Milchprodukt zu werfen.

Ist Joghurt in einer Schwangerschaft erlaubt?

Ja, Joghurt gehört nicht nur zu den beliebtesten sondern auch gesündesten Lebensmitteln für Schwangere. Er liefert dir in dieser besonderen Zeit wichtige Nähr- und Vitalstoffe, die dir und deinem Kind gut tun.

Joghurt kann auch bei leichten Formen von Laktoseintoleranz genossen werden: Der Milchzucker wird bei der Herstellung zum Teil abgebaut. Wie bei allen Milchprodukten ist es empfehlenswert darauf zu achten, keinen Rohmilchjoghurt zu essen.

Ist probiotischer Joghurt in der Schwangerschaft besser?

Jeder Joghurt beinhaltet eine Vielzahl von nützlichen Milchsäurebakterien. Sie haben einen positiven Einfluss auf deine Magen- und Darmflora. Die Mikroorganismen fördern die Darmtätigkeit und helfen dabei, die Nährstoffe aus der Nahrung für dich und dein Kind aufzubereiten.

Bei probiotischen Produkten werden zusätzliche gesunde Bakterienstämme zugesetzt. Sie wirken sich besonders positiv auf die Verdauung während der Schwangerschaft aus. Damit soll besonders das Immunsystem für dich und dein Ungeborenes gestärkt werden.

Die Meinungen darüber, ob diese Extraportion Milchsäurebakterien tatsächlich notwendig ist, gehen auseinander. Jeder Joghurt beinhaltet bereits eine Vielzahl von nützlichen Mikroorganismen.

Daher wird von vielen Ernährungsberatern angezweifelt, dass zusätzliche Probiotika notwendig sind.

Wie auch immer deine Position dazu ist, in deiner Schwangerschaft kannst du einem Grundsatz mit Sicherheit vertrauen: Dein bester Ratgeber ist dein eigener Appetit. Lass dich daher von ihm leiten, wenn du vor der Frage stehst, ob probiotisch oder nicht.

Welche Vorteile bietet Joghurt in deiner Schwangerschaft?

Auch wenn „der Joghurt“ in der Schweiz oder auch Österreich meist „das Joghurt“ ist, er fördert hier wie dort deine Gesundheit in der Schwangerschaft auf vielfache Art. Neben der positiven Wirkung auf deine Verdauung, sind es vor allem die Vital- und Mineralstoffe, die dir gut tun:

  • Mineralstoffe: Joghurt beinhaltet in Summe 0,75 Gramm (pro 100 Gramm) der wichtigen Stoffe; besonders Kalium, Kalzium und Phosphor.
  • Vitamine: Neben Vitamin C und A Retinol liefert Joghurt vor allem viele Vitamin B-Komplexe, darunter B7 (Biotin).

Biotin gehört zu den Vitalstoffen, die wir oft unbemerkt vermissen. Es wird nicht vom Körper selbst produziert und muss daher mit der Nahrung aufgenommen werden.

Ein Mangel wirkt sich oft durch Müdigkeit und depressive Verstimmungen aus. Gerade in der Schwangerschaft wird sehr häufig ein Rückgang des Biotin-Spiegels bemerkt. Ein Becher Joghurt kann bereits 20 % deines Tagesbedarfs abdecken.

Es ist keine Überraschung, dass Joghurt hierzulande besonders beliebt ist. Wir verzehren im Durchschnitt rund 17 Kilogramm davon im Jahr. Er liegt damit knapp hinter Käse, von dem wir im Schnitt 24 Kilogramm genießen.

Welche Nachteile hat Joghurt in der Schwangerschaft?

Joghurt ist gesund und fördert dein Wohlbefinden in der Schwangerschaft. Du solltest dennoch vor allem auf diese drei Punkte achten:

  • Wenig Zucker im Joghurt
  • Keine Rohmilchprodukte
  • Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmittlen

Joghurt ist oft deswegen in der Kritik, da er in stark gezuckerter Form in unseren Supermarktregalen zu finden ist. Neben Fructose sind es auch unterschiedliche Formen von süßenden Kohlehydraten, die für einen besseren Geschmack beigefügt werden.

Versteckter Zucker ist oft ein Problem und wird mittlerweile für viele Grunderkrankungen verantwortlich gemacht – nicht nur Diabetes.

Rohmilchprodukte solltest du in der Schwangerschaft grundsätzlich vermeiden. Rohmilch gilt eigentlich als sehr gesund. Viele Vitalstoffe bleiben erhalten, da sie nicht erhitzt wird.

Neben den nützlichen Inhaltsstoffen können aber auch kritische Mikroorganismen überleben. Für einen gesunden Erwachsenen sind sie kein Problem, für Schwangere und Ungeborene sind sie allerdings ein Risiko.

Bei einer ausgewogenen und gesunden Ernährung sind Nahrungsergänzungsmittel oft überflüssig und können sogar schädliche Wirkungen haben. Zu viel Vitamin A kann beispielsweise zu Hypervitaminosen führen (Symptome: Erbrechen, Durchfall, …).

Wenn du in der Schwangerschaft zusätzliche Vitamin- und Mineralstoffpräparate nimmst, solltest du das jedenfalls mit deinem Arzt besprechen.

Wie gesund ist Joghurt in der Stillperiode und für Babys?

Für stillende Mütter gilt die gleiche Empfehlung, die Ernährungsberater auch werdenden Müttern geben: Joghurt ist lecker und gesund, wenn du auf einen reduzierten Zuckergehalt und auf Produkte aus pasteurisierter Milch achtest.

Für Babys sind Joghurt, Käse und Milch grundsätzlich nicht empfehlenswert. Der hohe Eiweißgehalt kann von den kleinen Lieblingen nicht so gut verarbeitet werden. Da die Körperfunktionen der jungen Erdenbürger erst in der Entwicklung sind, kann Joghurt vor allem zu einer hohen Nierenbelastung führen.

Kleinkinder ab dem zehnten bis zwölften Monat können langsam an die gemeinsame Mahlzeit mit Milchprodukten herangeführt werden. Wenn die Kleinen beginnen ihre Umgebung systematischer zu erkunden, kann selbst gemachtes Joghurt eine spannende Form sein, um einen aufmerksamen und achtsamen Umgang mit Lebensmitteln zu erlernen.

Das Grundrezept ist einfach:

  1. Milch auf 90° erhitzen und danach auf 50° abkühlen lassen
  2. Milchsäurekulturen oder etwas Joghurt unterrühren und in Gläser füllen
  3. Bei 50° für eine halbe Stunde in den Backofen
  4. In warmer Umgebung für 4-5 Stunden ziehen lassen

Im letzten Schritt des Rezepts entsteht das Besondere des Joghurts: es fermentiert. Die Milchsäurebakterien verwandelten Milchzucker und das Milcheiweiß gerinnt. Je nach Belieben kann auch Stärke für eine festere Konsistenz zugefügt werden.

Fazit: Joghurt ist ein leckerer und gesunder Begleiter in der Schwangerschaft

Einerlei ob dir der Sinn nach einem Naturjoghurt mit Honig, einem crunchy Joghurt mit Müsli oder einem Schafsmilchjoghurt mit Aprikosen steht: Du kannst deinem Appetit vertrauen.

Kritische Stimmen, die die Gesundheit von Joghurt anzweifeln, beziehen sich in erster Linie auf die Zusatzstoffe und hier besonders Zucker.

Ein prüfender Blick auf die Inhaltsangabe ist vor allem in der Schwangerschaft ein guter Ratschlag. Davon abgesehen ist Joghurt jedenfalls empfehlenswert: Er liefert dir viele essenzielle Nährstoffe, die dich in deiner Schwangerschaft unterstützen.