Basilikum in der Schwangerschaft

Das Königskraut unter den Küchenkräutern spielt wohl in jeder Küche eine Hauptrolle: Basilikum ist meist der eigentliche Star, wenn es um Pizza und Pasta geht. In der traditionellen Volksmedizin gehört er zudem bei zahlreichen Beschwerden und Anwendungen zur Standardempfehlung.

Die Heilkraft des Basilikums ist allerdings umstritten und ob es für dich in der Schwangerschaft ein gutes Hausmittel ist, scheint zumindest zweifelhaft.

Ist Basilikum in der Schwangerschaft erlaubt?

Du kannst in der Schwangerschaft Basilikum und Pesto in genießen. Wenn dein Aroma-Kompass gerade nach dem markanten Geschmack verlangt, kannst du Tomaten mit Mozzarella oder einen kühlen Eistee mit frischen Basilikumblättern verfeinern, ohne dich oder dein Kind zu gefährden.

Der intensive Einsatz von Basilikum kann allerdings problematische Folgen haben. Die Nebenwirkungen der ätherischen Öle des Krauts sind nicht vollständig bekannt. (Sehr) Große Mengen, etwa bei Therapien mit Basilikum Öl oder Basilikumtee, stehen im Verdacht, deine Gebärmutter anzuregen und Frühgeburten zu verursachen.

Sofern Du dich aber als Schwangere nicht nur noch ausschliesslich von Basilikum ernährst, musst du dir keine Gedanken machen.

Deswegen gilt Basilikum als Königskraut

Basilikum hat in der langen Geschichte seiner Kultivierung immer eine herausragende Stellung eingenommen und zeigt es auch mit seinem Namen. Nicht weniger als die altgriechische Bezeichnung für König – ‚Basileus‘ – steht am Beginn der Namensgeschichte des Krauts ‚Basilios‘.

Ob die namentliche Auszeichnung seiner Heilwirkung zu zuschreiben ist, gilt als unsicher. Belegt ist auf alle Fälle, dass Basilikum in Indien schon seit Jahrtausenden für seine medizinische Wirkung geschätzt wird. Die Heilwirkung ist allerdings nicht so ausgeprägt, wie bei anderen Pflanzen und für dich in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert.

Der wahrscheinlichste Grund für die royale Namensehre liegt wohl im Duft der Pflanze begründet. Wenn du Basilikum als Würze verwendest, dann kennst du auch seinen geschmacklichen Führungsanspruch: Das Aroma hebt sich von allen anderen ab und nur wenige Gewürze können daneben bestehen – ein wahrer König unter den Kräutern eben.

Die Sonnenseite des Basilikums für deine Schwangerschaft

Die Basilikumpflanze liebt Wärme und Sonne und das schmecken wir wohl auch bei jedem Bissen. Unsere Assoziationen können aber natürlich auch etwas damit zu tun haben, dass wir das einzigartige Aroma vor allem aus der mediterranen Küche kennen.

Sei es wie es sei, du kannst deinem Geschmack jedenfalls voll vertrauen und die Würze genießen.

Darüber hinaus liefert dir das Kraut auch wichtige Inhaltsstoffe, die deinen Körper und den deines Kindes stärken. Unbestritten ist die Wirkkraft in diesen Fällen:

  • Ätherische Öle des Basilikums stärken dein Immunsystem: Sie wirken entzündungshemmend und antioxidativ.
  • Enthaltene Vitamine (etwa A und K) stärken deine Nerven und dein Herz-Kreislauf-System.
  • Die Mineralien (Eisen, Mangan und weitere) fördern die Blut- und Knochenbildung.

Die Naturheilkunde kennt darüber hinaus noch viele weitere Einsatzfelder, die auch in deiner Schwangerschaft eine Rolle spielen:

Basilikum wird etwa bei mentaler Anspannung angeraten. Es soll sowohl bei Schlafstörungen als auch bei Migräne eine entlastende Wirkung haben und depressive Verstimmungen lösen können.

Auch bei körperlichen Beschwerden steht es in den Empfehlungslisten. Basilikum wird oft bei Verdauungs- und Magenproblemen empfohlen, da es die Darmtätigkeit anregt. Die ätherischen Öle wirken auch entzündungshemmend und werden äußerlich bei Gelenkschmerzen und Insektenstichen angewendet.

Umstrittene Heilwirkung von Basilikum

Die heilende Wirkung ist allerdings nicht unumstritten. In klinischen Studien konnten Therapieerfolge nicht so eindeutig belegt werden, wie es bei anderen Kräutern der Fall ist.

In der Schwangerschaft solltest du auf eine intensive Selbstmedikation grundsätzlich verzichten und bei Beschwerden deinen Arzt zurate ziehen. Basilikum hat, wie auch andere Kräuter, nicht nur helle Seiten.

Die Schattenseite von Basilikum

In der ayurvedischen Heilkunst ist das „Heilige Basilikum“ sehr wichtig. Es gilt für eine Vielzahl von Beschwerden als das Mittel der Wahl. In der westlichen Medizin ist die Einschätzung allerdings weniger positiv.

Für den Großteil der Wirkstoffe sind keine kritischen Nebenwirkungen bekannt, zwei der enthaltenen ätherischen Öle fallen hier allerdings aus dem Rahmen:

  • Eugenol kann Krämpfe verursachen und zu erhöhtem Herzschlag beitragen
  • Estragol gilt in hoher Dosierung als krebserregend

Wenn du Basilikum in deiner Küche einsetzt, musst du dir darum keine Sorgen machen – die Mengen sind zu klein.

Ungewollte Stimulation der Gemärmuttermuskulatur durch Basilikum

Ähnliches gilt für eine weitere problematische Eigenschaft: Die anregende Wirkung des Basilikums kann, vor allem in der Endphase deiner Schwangerschaft, auch deine Gebärmutter-Muskulatur stimulieren.

Die Geburt ist heute ein sicherer natürlicher Vorgang. Das Was, Wann und Wie rund um Wehen und die Gebärmutter ist allerdings sehr vielschichtig und für die Medizin nicht vollständig durchschaubar.

Auf der sicheren Seite bist du, wenn du auf große Mengen von anregenden Kräutern verzichtest.

Dein Appetit auf Basilikum während der Schwangerschaft muss dadurch allerdings nicht gebremst werden. Als Gewürz bleiben die problematischen Wirkstoffe weit unter der kritischen Grenze. Du musst also weder auf das frische Kraut noch auf Basilikum-Pesto verzichten.

Schwangere sollten auf Basilikumkuren verzichten

Eine Pesto-Diät mit täglichen Portionen über Monate hinweg ist allerdings nicht ratsam. Genauso wenig solltest du als werdende Mutter Kuren mit Basilikumtee oder den therapeutischen Einsatz von Basilikum Öl planen. Die traditionelle Heilkunst hat hier eine große Auswahl an unbedenklichen Alternativen, die du am besten mit deinem Arzt besprichst.

Basilikumsorten für bunte Vielfalt

Tulsi (oder auch ‚indisches Basilikum‘) hat in den letzten Jahren unsere Teeregale erobert. Es ist der Mittelpunkt vieler Gesundheitstipps, die aus der traditionellen Heilkunst Ayurveda kommen.

Trotz seiner Beliebtheit solltest du es aber auch nur in normalen Gewürzmengen verwenden und eine mögliche Kur auf die Zeit nach der Schwangerschaft und Stillzeit verschieben.

Die weite Verbreitung verdankt Basilikum auch seiner Artenvielfalt, die Abwechslung in Form und Farben in dein Kräuterbeet bringen. Neben der großblättrigen Genoveser-Art (bei uns am weitesten verbreitet) und dem kleinblättrigen Tulsi findest du im gut ausgestatteten Saatgut-Regal auch:

  • ‚Dark Opal‘ bringt dunkles Lila und herben Geschmack in dein Pesto
  • ‚Pesto Perpetuo‘ sorgt mit dezenten weißen Rändern für farblichen Ausgleich
  • ‚Piccolino‘ ist ein Zwergbasilikum, das schnell und ertragreich auch im Blumentopf wächst und einen feinen Mandel-Geschmack hat
  • ‚Sweet Lemon‘ ist sehr licht- und wärmeliebend und verfeinert deinen Eistee mit leichtem Zitronen-Aroma

Als werdende Mutter kannst du von der Sortenvielfalt des Basilikums in deiner Küche auf alle Fälle profitieren. In Bezug auf die Menge solltest aber auch bei den farblichen und aromatischen Variationen Zurückhaltung üben.

In normalen Gewürzmengen profitierst du von den enthalten Vitaminen und Mineralien; intensive Basilikum-Kuren und –Therapien können für dich aber kritisch sein.

Basilikum während der Stillzeit

Die ersten Lebensmonate gehören für dein Baby und dich zur intensivsten Zeit – sie ist genauso aufregend wie herausfordernd für euch beide. Für stillende Mütter gilt auch, dass die Verantwortung über die eigene Ernährung, wie in der Schwangerschaft, größer ist.

In der Stillzeit achtest du darauf, keine schädigenden Inhaltsstoffe zu dir zu nehmen, die deinem Kind schaden oder mit Blähungen plagen könnten. Der Einsatz von Basilikum in deinem Essen ist hier unbedenklich. Die enthaltenen Vitamine und Mineralien fördern die Entwicklung deines Kindes.

Zudem ist für dich in der Stillzeit natürlich wichtig, auf die Ernährung zu achten, die die Milchbildung fördert. Neben dem ausreichenden Trinken zählen dazu vor allem auch Lebensmittel mit ausreichend Mineralien und Vitaminen.

Basilikum regt die Milchbildung bei werdenden Müttern an

Basilikum gehört zu den Pflanzen, die die Milchbildung anregen. Es ist gilt zwar nicht als so wirksam wie etwa Fenchel, kann aber als Teil einer ausgewogenen Ernährung einen wichtigen Part übernehmen.

Letztlich gilt aber gerade beim Essen, dass dein Wohlbefinden die beste Zutat für eine gute Entwicklung deines Kindes ist.

Fazit: Basilikum als Gewürz stärkt dich in der Schwangerschaft

Du kannst dem Königskraut in deinem Essen während deiner Schwangerschaft mit ruhigem Gewissen vertrauen. Das einzigartige und betörende Aroma des Basilikums hebt es von anderen Gewürzen ab und kann auch deine Stimmung heben.

Die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe fördern deine Entwicklung und die deines Kindes.

Als Heilkraut ist der Ruf des Basilikums besser als seine belegten Erfolge. Es wird hier wohl auch hier seiner royalen Namensgebung gerecht: Seine Stärke liegt im repräsentativen Charakter – und der hat es in sich.

Egal ob in Pizza, Pasta oder im Gemüseeintopf – Basilikum kann einfache Zutaten zu einem herausragenden Geschmack verhelfen.