Paranüsse in der Schwangerschaft

Mit einer Schwangerschaft beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der verbunden ist mit der Vorfreude auf das Baby. Mit den „neuen Umständen“ werden aber auch einige Gewohnheiten überdacht.

Das gilt insbesondere für die Ernährung, denn einige Lebensmittel stehen auf der Verbotsliste oder haben den Ruf, dem ungeborenen Leben zu schaden. Dazu zählen auch Samen und Nüsse, wobei insbesondere Paranüsse in den Fokus geraten sind.

Da nimmt es nicht Wunder, wenn werdende Mütter in Ernährungsfragen verunsichert sind oft eine harte Nuss knacken müssen. Aber wie verhält es wirklich? Sind Paranüsse während der Schwangerschaft gefährlich?

Darfst Du in der Schwangerschaft Paranüsse essen?

Du solltest während der Schwangerschaft keine Paranüsse essen, denn die Warnung vor diesen Nüssen ist in der Tat nicht unbegründet. Daher solltest Du Paranüsse in der Schwangerschaft mit Bedacht konsumieren oder sogar ganz darauf verzichten.

Paranüsse sind prall gefüllte Kraftpakete mit vielen wertvollen Vitalstoffen. Bei dem Spurenelement Selen führen sie sogar die Top-Ten-Liste an. Da stellt sich die Frage, weshalb sich Paranüsse einen schlechten Ruf einhandeln konnten.

Zum einen ist das „miese Image“ der Paranüsse der relativ hohen Strahlenbelastung durch Radium geschuldet. Dieses Element zählt zu den radioaktiven Stoffen, von denen eine ionisierende Strahlung ausgeht, die zu Zellschädigungen wie Krebs führen können.

Zum anderen gelten Paranüsse, ebenso wie andere Nussarten, als Auslöser für Allergien.

Paranüsse und Strahlenbelastung

Radium ist ein natürliches radioaktives Element, das in der Natur vorkommt. Die Paranüsse gehören, ebenso wie Pilze, zu den Lebensmitteln, die diesen Stoff verstärkt aufnehmen und einlagern. Im Durchschnitt weisen Paranüsse eine 1000-fach höhere Strahlenbelastung auf als alle in Deutschland angebauten Nahrungsmittel.

Angesichts der Kontamination empfahl das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) Schwangeren im Jahr 2012, nicht mehr als zwei Paranüsse pro Tag zu verzehren. Dabei handelt es sich um einen Richtwert, der eine Gefahr durch ionisierende Strahlung aber nicht ausschließen kann.

Da bei jeder Strahlenexposition in der Schwangerschaft theoretisch ein gesundheitliches Risiko besteht, rät das BfS, diese Gefahr zu meiden.

Wenn sich die Fachwelt schon derart kryptisch artikuliert, wie soll da der Laie das Gefahrenpotential einschätzen?! Hinzu kommt der Umstand, dass die radioaktive Belastung auf der Erde unterschiedlich hoch ist und demzufolge nicht alle Paranüsse gleichermaßen belastet sind.

Da Du wohl kaum mit einem Geigerzähler einkaufen gehst, solltest Du während Deiner Schwangerschaft der Vorsicht halber einen großen Bogen um Paranüsse machen – denn in der Schwangerschaft und Stillzeit gilt: Jedes noch so geringe Risiko sollte gemieden werden.

Wenn Paranüsse zu Deinen Favoriten unter den Nüssen zählen, kannst Du Dich über den Verzicht hinwegtrösten, in dem Du Dir den Nährwert der exotischen Nuss vor Augen führst: 100 Gramm Paranüsse enthalten aufgrund ihres sehr hohen Fettgehaltes knapp 670 Kalorien.

Paranüsse – keine Knabberei für Kleinkinder

Wenn Dein Baby „groß“ geworden und in der Lage ist, die kulinarische Welt zu erkunden, solltest Du aufgrund der Toxizität Paranüsse nicht auf den Speiseplan setzen. Der Organismus von Kleinkindern ist empfindlich und die Abwehrkräfte gegenüber Schadstoffen sind noch nicht ausreichend entwickelt.

Die Empfehlung des BfS gilt ohnehin nur für einen gesunden Erwachsenen, dessen Körper weitaus vitaler ist und Schadstoffe besser abwehren kann.

Paranüsse und Allergien in der Schwangerschaft

Paranüsse sind in den Verruf geraten, Allergien auszulösen. Im Unterschied zur Strahlenbelastung gehört dieser Vorbehalt in die Abteilung der Mythen und Legenden. Diese haben ihren Ursprung vor allem in den allergenen Stoffen, auf die einige Menschen empfindlich reagieren.

Das betrifft jedoch sämtliche Nussarten. Dabei sind Paranüsse in diesen Sog geraten. Im Unterschied zu anderen Nüssen zählen Paranüsse aber zu den Sorten, die bei Schwangeren und Kindern am wenigsten allergische Reaktionen wie Schwellungen oder eine Reizung der Schleimhäute provozieren.

Paranüsse standen daher, ebenso wie andere Nüsse, lange Zeit in dem Verdacht, die Allergieanfälligkeit bei Kindern zu erhöhen. So wurde Frauen vom Nuss-Konsum während der Schwangerschaft abgeraten.

Medizinische Untersuchungen haben diese Ansichten aber in die Gerüchteküche verbannt. Langzeitstudien kamen sogar zu dem Ergebnis, dass Nüsse eine ausgezeichnete Prävention gegen Allergien darstellen. Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft Nüsse konsumiert haben, litten weitaus weniger unter Allergien als die Kinder, deren Mütter auf Nüsse verzichtet haben.

Wenn Du Nüsse während der Schwangerschaft auf Deine Einkaufsliste setzt, kannst Du Euch beide nicht mit wertvollen Vitalstoffen versorgen, sondern Dein Baby auch vor Allergien und Atemwegserkrankungen wie Asthma schützen. Daher ist es angebracht, wenn Du in der Schwangerschaft nach Alternativen zu Paranüssen Ausschau hältst.

Alternativen zu Paranüssen

Paranüsse galten lange aufgrund der hohen Konzentration an Vitalstoffen als das ultimative Superfood für die Zeit der Schwangerschaft. Neben Phosphor, Magnesium, Calcium und vielen ungesättigten Fettsäuren wurden Paranüsse vor allem wegen des sehr hohen Selengehalts empfohlen.

Selen unterstützt nicht nur das Zellwachstum Deines Babys, sondern wirkt sich auch positiv auf das Schilddrüsenhormon aus. Da etwa jede 6. Schwangere unter einer latenten oder bestehen Unterfunktion der Schilddrüse leidet, sollte Dein Selen-Depot in der Schwangerschaft immer ausreichend gefüllt sein.

Neben Nüssen sind andere Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Eier sowie Getreide- und Milchprodukte eine gute Quelle für das Spurenelement Selen.

In Bezug auf Proteine und Mineralstoffe stellen Nussarten wie Cashew- und Pinienkerne sowie Mandeln und Haselnüsse eine gute und schmackhafte Alternative dar.