Cola in der Schwangerschaft

Cola gehört hierzulande zu den beliebtesten aber auch umstrittensten Erfrischungen. Kaum ein anderes Getränk vereint auf sich eine so große Zahl an Fans und warnenden Stimmen. Einen Teil des zweifelhaften Rufes stammt wohl aus dem Geheimnis, dass die Hersteller selbst rund um die Rezepturen betreiben.

Trotz der zahlreichen Mythen ist Cola für viele das liebste Getränk für Zwischendurch. In deiner Schwangerschaft zählen aber keine Gerüchte sondern Klarheiten – ein guter Grund also, dass Getränk genauer zu beleuchten.

Ist Cola in der Schwangerschaft gefährlich?

Du kannst in deiner Schwangerschaft mit ruhigem Gewissen das eine oder andere Glas Cola genießen. Das Getränk enthält allerdings Koffein und in der klassischen Variante auch sehr viel Zucker – daher solltest du auf jeden Fall auf die Menge achten.

Bis zu maximal rund 1 Liter Cola pro Tag gilt grundsätzlich als unbedenklich. Die empfohlene Menge kann jedoch stark variieren. Wenn du weitere koffein- oder zuckerhaltigen Getränke bzw. Lebensmittel auf deinem Speiseplan hast, musst du etwas vorsichtiger sein.

Worauf solltest du bei Cola in der Schwangerschaft achten?

Auch wenn „die Cola“ mancherorts als „das Cola“ auf der Getränkekarte steht, bleibt unbestritten, dass es ein Durstlöscher mit dem gewissen Extra ist.

Die prickelnde Kohlensäure ist dabei nicht der wichtigste Grund, warum Cola nicht nur im Sommer das beliebteste Erfrischungsgetränk ist. Der besondere Geschmack ist es, der für Fans zählt – egal ob es sich um Coca-Cola, Pepsi oder Fritz-Cola handelt.

Ernährungsberater machen ebenso wenig Unterschied zwischen den Marken, wenn sie vor den Inhaltsstoffen warnen. Vor allem in der Schwangerschaft können diese Zutaten für dich bedenklich sein:

  • Phosphatsäure
  • Koffein
  • Zucker

Die enthaltene Phosphatsäure ist ein Grund für einen hartnäckigen aber falschen Mythos: Die Säure wird oft für Magen-Beschwerden verantwortlich gemacht. Unsere körpereigene Magensäure ist jedoch stark genug, um mit dem pH-Wert von Cola problemlos fertig zu werden. Die Wirkung auf die Körperchemie kann dagegen problematisch sein.

Phosphatsäure hemmt die Aufnahme von anderen Mineralien wie etwa Kalium. Hohe Mengen an Cola, 3 Liter oder mehr pro Tag über einen längeren Zeitraum, können daher zu ernsten Erkrankungen durch Kaliummangel führen. Ein derart hoher Konsum ist die Ausnahme und nicht die Regel.

Phosphatsäure ist also nicht so bedenklich, wie oft behauptet wird.

Dein Koffein- und Zucker-Konsum während der Schwangerschaft ist für dich dagegen ein wichtigeres Thema.

Welches Risiko für deine Schwangerschaft steckt im Koffein von Cola?

Koffein zählt zu den Inhaltsstoffen, die für die Beliebtheit zahlreicher Getränke und Lebensmittel verantwortlich ist. Der chemische Stoff wirkt auf uns anregend und konzentrationsfördernd.

Daher sind auch der Kaffee am Morgen und die Cola zwischendurch für viele von uns eine natürliche Form, unsere Aufmerksamkeit zu fokussieren.

Unbestritten ist jedoch, dass zu viel Koffein Stoffwechselprobleme verursacht. Es geht direkt ins Blut über und wirkt damit unmittelbar auch auf dein ungeborenes Kind. Die besondere Situation deiner Schwangerschaft bewirkt auch, dass Koffein lange in deinem Kreislauf verbleibt und nur langsam abgebaut wird.

Zu hohe Mengen an Koffein sind für dein Kind ein Risiko: Ein veränderter Vitaminhaushalt und Wachstumsstörungen sind die Folge. Für Schwangere gilt daher eine tägliche Obergrenze an Koffein von rund 200 Milligramm.

Bedenken solltest du aber, dass nicht nur Cola zu deinen Koffeinlieferanten zählt:

  • 100 Gramm Bitterschokolade enthalten bis zu 100 Milligramm Koffein
  • 1 Tasse Tee liefert im Schnitt 25 Milligramm
  • 1 Tasse Kaffee bis zu 80 Milligramm
  • 100 Milliliter Cola oder Cola Zero enthalten rund 10 mg Koffein

Die Koffein-Gefahr von Cola ist überschaubar: Du kannst bis zu 2 Liter täglich trinken, bevor du die Obergrenze erreichst. Einige Cola-Marken, wie etwa Afri-Cola, können jedoch mehr Koffein enthalten.

Bis zu 30 Milligramm pro 100 Milliliter sind erlaubt. Ein Blick auf die Inhaltsangaben der Lieblingsmarke sollte für Schwangere daher zum Standard gehören.

Zwei Liter Cola pro Tag können für dich in der Schwangerschaft aber aus einem anderen Grund zu viel sein.

Ist Cola Zero in der Schwangerschaft die bessere Alternative?

Zucker ist für uns lebensnotwendig und versüßt unsere Gerichte und Getränke im wahrsten Sinn des Wortes. Für Ernährungsberater stellt er mittlerweile aber auch eines der größten Risiken dar. Der Grund dafür ist, dass er unbemerkt in nahezu allen Lebensmitteln vorhanden ist und wir viel zu viel davon zu uns nehmen.

Die klassische Cola ist eine Quelle für versteckten Zucker, aber bei weitem nicht die einzige:

  • 2 Liter Orangensaft liefern 200% der empfohlenen täglichen Zuckermenge
  • 2 Liter Cola beinhalten 230% der täglichen Zuckermenge
  • 2 Liter Apfelsaft bis zu 250%

In deiner Schwangerschaft benötigst du zwar Energie für zwei, allerdings funktioniert auch deine Körperchemie in dieser besonderen Situation anders. Dazu zählt unter anderem auch, dass dein Insulinhaushalt nicht wie gewohnt arbeitet.

Schwangerschaftsdiabetes ist eine mögliche Folge. Sie verschwindet meist nach der Geburt, kann aber das Wachstum deines Ungeborenen negativ beeinflussen.

Cola Zero (oder Cola Light – je nach geschmacklicher Vorliebe) kann für dich in der Schwangerschaft daher die bessere Alternative sein. Sie liefert zwar die gleiche Menge Koffein, ist aber in Bezug auf den Risikofaktor Zucker unbedenklich. Zudem ist die zuckerreduzierte Cola eine hervorragende Basis zum Mix mit Orangenlimonade.

Spezi in der Schwangerschaft: Ist der Cola-Mix empfehlenswert?

Viele kennen den leckeren Mix aus Cola und Orangenlimonade aus der Kindheit: Spezi beinhaltet nur halb so viel Koffein und war oft der erste Kontakt mit koffeinhaltigen Limonaden, den unsere Eltern erlaubt haben.

Der besondere Geschmack von süß, sauer und Cola wird zwar nicht von allen geschätzt, hat aber seine eigene Fangemeinde.

In deiner Schwangerschaft ist das Mixgetränk auf jeden Fall eine empfehlenswerte Alternative zu Cola. Spezi bietet dir Erfrischung, ohne dass du zu sehr über die erlaubten Koffein-Einheiten wachen musst. Die Voraussetzung ist natürlich, dass der Geschmack dich überzeugen kann.

Schließlich gilt vor allem in der Schwangerschaft, dass dein eigener Gusto dein bester Ratgeber ist.

Einerlei ob du Spezi, das Original, oder eine der Nachahmungen wie Mezzo Mix oder Schwip Schwap bevorzugst: Probiere auch die zuckerbefreiten Varianten. Mit Spezi zero kannst du deinen Durst löschen und deinen Zuckerhaushalt entlasten.

Ist Colatrinken in der Schwangerschaft ein ADHS-Risiko für dein Kind?

ADHS, oder auch ADS, gilt heute als eine weit verbreitete neurophysiologische Störung, die für die Betroffenen sehr belastend sein kann. Über die Entstehung ist nach wie vor wenig bekannt. Die Medizin geht davon aus, dass die Krankheit sowohl genetische als auch umweltbedingte Ursachen hat.

Koffein steht mit seinen neuroaktiven Eigenschaften natürlich unter Verdacht, einen Einfluss auf die Erkrankung zu haben. Zu den wenigen gesicherten Erkenntnisse zählt ein überraschendes Ergebnis: Koffein kann bei ADHS eine beruhigende Wirkung haben und wird oft in der Therapie eingesetzt.

Ob Koffein auch ein Auslöser der Erkrankung sein kann, ist allerdings nicht ganz so klar. Studien weisen darauf hin, dass ein Konsum von rund 700 Milligramm Koffein pro Tag in der Schwangerschaft das Risiko für Kinder erhöht. Bei Kindern, deren Mütter sich an die vorgegebenen Grenzwerte von rund 200 mg pro Tag halten, wurde kein relevanter Zusammenhang festgestellt.

Du kannst in der Schwangerschaft Cola daher bedenkenlos genießen. Sofern dein Cola- bzw. Koffein-Konsum im empfohlenen Rahmen bleibt, besteht für dein Kind kein erhöhtes Risiko.

Fazit: Cola ist in der Schwangerschaft ein Durstlöscher mit Grenzen

Du kannst während einer Schwangerschaft deiner Lust nach Cola auf jeden Fall nachgehen. Als Teil einer ausgewogenen Ernährung ist das beliebte Erfrischungsgetränk unbedenklich. Auf jeden Fall ist es besser, als der zweifelhafte Ruf, der ihm gelegentlich nachgesagt wird.

Cola kann dir Energie und Konzentration während der besonderen Zeit deiner Schwangerschaft liefern. Das tut sie allerdings in erster Linie mit Zucker und Koffein. Beide Inhaltsstoffe sind nur in begrenzten Mengen für dich und dein Kind gesund.

Mit zuckerfreier Cola oder Spezi zero kannst du deinem Gusto nach dem Durstlöscher jedenfalls wesentlich entspannter zufriedenstellen. Schließlich hast du in deiner Schwangerschaft noch andere Herausforderungen, als Koffein- und Kalorien-Einheiten zu zählen.