Traubensaft in der Schwangerschaft

Ist Traubensaft für Schwangere erlaubt? Traubensaft ist auch in der Schwangerschaft erlaubt. Er hemmt aber die Eisenaufnahme aus der Nahrung und sollte daher insbesondere von Schwangeren mit Eisenmangel nur in Maßen konsumiert werden.

Traubensaft ist in der Schwangerschaft reich an sekundären Pflanzenstoffen

In der Schwangerschaft werden nicht nur viele Lebensmittel vom Speiseplan gestrichen – auch Getränke wie Wein und Kaffee fallen dem Rotstift zum Opfer. So stellen sich Schwangere oft die Frage: „Was darf ich trinken?“

Obstsäfte wie Traubensaft stellen für Schwangere eine gesunde Alternative dar. Insbesondere rote Säfte gelten als Quelle für sekundäre Pflanzenstoffe und Mineralien. In der Tat enthält Traubensaft viele Vitalstoffe mit gesundheitsfördernden Eigenschaften.

Dazu zählen vor allem Anthocyane, Proanthocyanidine (OPC) und das Quercetin. Diese Mikronährstoffe sind wertvolle Antioxidantien, die den Organismus vor freien Radikalen und vielen Zivilisationskrankheiten schützen.

Roter Traubensaft gegen Bluthochdruck in der Schwangerschaft?

Anthocyane und Proanthocyanidine sind in Früchten wie Rote Bete, Heidel- und Brombeeren sowie in roten Weintrauben enthalten. Diese „Vitalstoffbomben“ sind daher bereits an ihrer roten, blauen oder violetten Farbe zu erkennen.

Anthocyane zählen zu den wirksamsten Antioxidantien, die die Natur hervorgebracht hat. Gemeinsam mit den Proanthocyanidinen sind sie die ultimativen Booster für unsere Gefäße. Sie stellen daher eine ausgezeichnete Prävention gegen Herz- und Kreislauferkrankungen dar.

Da Anthocyane die Blutgefäße erweitern, kann roter Traubensaft den Blutdruck senken. Da Frauen in der Schwangerschaft eine Prädisposition für erhöhten Blutdruck haben, ist Traubensaft eine gute Prävention.

Im Unterschied zu frischen Trauben ist Traubensaft besonders effizient. Da bei der Herstellung des Saftes alle Pflanzenteile verarbeitet werden, gehen die wertvollen Inhaltsstoffe, die sich primär in der Schale und in den Kernen befinden, nicht verloren.

Grüner Traubensaft ist reich an Quercetin

Quercetin zählt, ebenso wie die Anthocyane, zu den sekundären Pflanzenstoffen. Quercetin ist in vielen gelben Obst- und Gemüsesorten enthalten. So auch in hellen Weintrauben.

Quercetin hat eine stark antioxidative Wirkung. Es schützt die Zellen und die zelluläre DNA, senkt den LDL-Cholesterinspiegel und wirkt entzündungshemmend.

Aber damit ist das Repertoire von Quercetin noch nicht erschöpft: Aufgrund seiner antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften ist Quercetin auch ein idealer Schutzschirm gegen Infektionen.

Traubensaft schützt die werdende Mama daher vor Infekten, hohem Blutdruck und Kreislaufbeschwerden. Da das Baby „mittrinkt“ kann es ebenfalls von den vielen positiven Eigenschaften des Traubensaftes profitieren.

Traubensaft als Eisenlieferant für Schwangere?

Viele dunkle Obstsorten gelten als gute Eisenlieferanten. Auch dem rotem Traubensaft eilt dieser Ruf voraus. Leider gehört das in das Reich der Ernährungsmythen.

Roter Traubensaft enthält pro 100 Milliliter lediglich 0,141 Milligramm dieses Spurenelements. Im Vergleich dazu liefern 100 Gramm Hülsenfrüchte zwischen 5 und 7,5 Milligramm Eisen. Da der tägliche Eisenbedarf in der Schwangerschaft von 15 auf 30 Milligramm steigt, ist Traubensaft kaum geeignet, um das Eisendepot zu füllen.

Der Grund für den erhöhten Eisenbedarf in der Schwangerschaft ist der Funktion dieses Spurenelements geschuldet: Der Organismus benötigt Eisen für den Aufbau der roten Blutkörperchen und für den Sauerstofftransport.

Da in der Schwangerschaft zwei Lebewesen mit Blut und Sauerstoff versorgt werden müssen, erhöht sich der Bedarf entsprechend.

Traubensaft hemmt die Eisenaufnahme

Traubensaft hat aber noch eine weitere Eigenschaft: Er enthält Polyphenole, die die Eisenaufnahme hemmen. Traubensaft sollte in der Schwangerschaft daher nicht zu den Mahlzeiten getrunken werden.

Bei Eisen pflanzlichen Ursprungs kommt noch ein weiterer Aspekt zum Tragen. Dazu ein kleiner Ausflug in die Biochemie: In Pflanzen liegt Eisen in dreiwertiger Form vor. Dieses Nicht-Hämeisen kann der Körper nur zu 5 Prozent verwerten.

Im Unterschied dazu kann der Organismus das tierische zweiwertige Hämeisen bis zu 20 Prozent resorbieren.

Traubensaft als Muntermacher in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist, insbesondere im letzten Trimester, ein wahrer Kraftakt. Da nimmt es nicht Wunder, wenn es der Mama mitunter an Energie mangelt. Traubensaft ist der perfekte Energielieferant, denn er enthält viel Traubenzucker.

Aufgrund seiner einfachen chemischen Struktur kann Traubenzucker vom Organismus leicht verwertet und in Energie umgewandelt werden. So kann die werdende Mama ihre „Batterien“ mit einem Glas Traubensaft schnell wieder aufgeladen.

Neben dem Traubenzucker sorgt auch das Quercetin für den nötigen Energieschub. In einer Studie an Radfahrern wurde nachgewiesen, dass Quercetin die Ermüdungserscheinungen bei den Sportlern signifikant reduzieren konnte.

Schwangere werden wohl kaum an einem Radrennen teilnehmen, aber dennoch verlangt eine Schwangerschaft dem Körper Höchstleistungen ab. Traubensaft ist ein gesunder Energiespender, der der Mama wieder Schwung verleiht.

Traubensaft für „starke Nerven“

In der Schwangerschaft schlagen die Hormone oft Kapriolen. In der Folge liegen die Nerven häufig „blank“. Traubensaft ist der perfekte Zaubertrank, der das zerknitterte Nervenkostüm wieder in Form bringt.

Egal ob weißer oder roter Traubensaft, beide Sorten enthalten viele Vitalstoffe, die das Nervensystem stabilisieren. Dazu zählen vor allem die Vitamine B1 und B3.

Das Vitamin B1 gilt als das Nerven- und Stimmungsvitamin schlechthin. Gemeinsam mit dem Vitamin B3 stärkt es die Neven und vertreibt trübe Wolken, die sich auf das Gemüt gelegt haben.

Traubensaft und Schwangerschaftsdiabetes

Traubensaft ist ein hervorragender Glucose-Lieferant und daher der perfekte „Energie-Booster“. Die Glucose hat aber einen Nachteil: Sie ist ein Einfachzucker, der aus kurzkettigen Kohlenhydraten besteht.

Glucose wird daher sehr schnell vom Organismus resorbiert und in Energie umgewandelt. Dabei erhöht sich der Blutzuckerspiegel rasant, fällt aber ebenso schnell wieder ab. Um das Absinken auszugleichen, verlangt der Körper nach „Nachschub“.

Der permanente Auf- und Abstieg des Blutzuckerspiegel gleicht einer Fahrt mit einer Berg- und Talbahn, die schlimmstenfalls in Richtung Schwangerschaftsdiabetes führt. Traubensaft sollte in der Schwangerschaft daher nicht im Übermaß getrunken werden.

Wenn Frauen unter einer Schwangerschaftsdiabetes leiden oder bei einer früheren Schwangerschaft darunter gelitten haben, sollten sie der Vorsicht halber auf andere Säfte zurückgreifen. Säfte aus Zitrusfrüchten stellen eine gute Alternative dar.

Ein Glas Orangen- oder Zitronensaft schmeckt nicht nur lecker. Das darin enthaltene Vitamin C fördert auch die Eisenaufnahme.

Nährstoffe pro 100 Milliliter Traubensaft:

Kalorien 61
Vitamin E 193 µg
Vitamin A 12 µg
Vitamin B1 11µg
Vitamin B2 6 µg
Vitamin B3 145 µg
Vitamin B5 15 µg
Vitamin B6 18 µg
Folsäure 8 µg
Natrium 2 mg
Kalium 52 mg
Calcium 10 mg
Magnesium 4 mg
Phosphor 6 mg
Eisen 0,141 mg
Zink 0,024 mg
Mangan 0,024 mg
Kupfer 0,034 mg
Fluorid 0,022 mg
Schwefel 3 mg