Auf Senf muss in der Schwangerschaft nicht verzichtet werden

Darf Senf in der Schwangerschaft gegessen werden? Auf das beliebte Würzmittel Senf müssen Frauen in der Schwangerschaft nicht verzichten. Die im Senf enthaltenen ätherischen Öle sind völlig unbedenklich und schaden weder Mutter noch Baby.

Weshalb Du in der Schwangerschaft Deinen „Senf dazu geben darfst“

In der Schwangerschaft musst Du auf einige Kräuter und Gewürze verzichten. Senf gehört nicht dazu. Es gibt aber noch eine gute Nachricht: Du kannst so viel Senf essen, wie Du möchtest!

Ob Du Deine Wiener Würstchen in Senf tauchst oder ein ganzes Glas auslöffelst – es gibt keine Mengenbegrenzung.

Die im Senf enthaltenen ätherischen Öle sind völlig unbedenklich und schaden weder Dir noch Deinem Baby. Die Substanzen haben viele gesundheitsfördernde Eigenschaften und können sogar einige schwangerschaftsspezifische Beschwerden lindern.

Senf als Scharfmacher und Heilmittel für Schwangere

Senf ist eine Würzpaste, die aus weißen, braunen und schwarzen Senfkörnern hergestellt wird. Je nach Sorte werden unterschiedliche Zutaten wie Essig und Honig beigemengt.

Der Scharfmacher ist seit 4 Jahrtausenden ein geschätztes Würz- und Heilmittel. So wurde Senf bereits im Altertum als Wundermittel gegen Arthrose, Bronchitis, Entzündungen und Verdauungsbeschwerden eingesetzt.

Im 13. Jahrhundert ernannte Papst Johannes XXII. seinen Neffen sogar zum „Großen päpstlichen Senfbewahrer“.

Auch wenn Du in der Schwangerschaft keinen Senfbewahrer engagierst, kannst Du von den vielen positiven Eigenschaften profitieren. Senf stellt auch eine Alternative zu anderen Würzmitteln dar, die in der Schwangerschaft gemieden oder sparsam verwendet werden sollten.

Senf lindert Sodbrennen in der Schwangerschaft

Wenn Du Dich fragst: „Wie bitte? Wie soll diese scharfe Würzpaste das Brennen im Magen löschen?“

Dazu ein kleiner Ausflug in die Welt der Chemie: Körperflüssigkeiten haben einen basischen oder sauren Charakter. Magensäure zählt zu den Flüssigkeiten, die besonders sauer sind.

Wenn Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt, entsteht das unangenehme Sodbrennen.

Senf hat trotz seiner Schärfe ein basisches Milieu. Daher ist Senf in der Lage, die Magensäure zu neutralisieren. Welche Sorte Du verwendest, ist dabei nicht von Relevanz. Hauptsache, es schmeckt!

Wenn Du gezielt gegen Sodbrennen vorgehen möchtest, solltest Du der Vorsicht halber aber nicht all zu viel Senf zu Dir nehmen. Hier besteht die Möglichkeit, dass sich der positive Effekt in das Gegenteil kehrt.

Anstelle von Senf kannst Du bei Sodbrennen auch Senfpulver verwenden. Das Pulver hat den Vorteil, dass es keinen Essig enthält.

Senf bringt die Verdauung von Schwangeren in Schwung

In der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter Verdauungsproblemen. Diese Beschwerden sind sowohl hormonellen als auch physiologischen Umstellungen geschuldet.

Während das Hormon Progesteron Deine Darmmuskulatur entspannt und die Peristaltik verlangsamt, drückt das heranwachsende Baby auf die Verdauungsorgane.

Die im Senf enthaltenen Öle regen die Produktion von Magen- und Gallensäften an. Diese Verdauungssäfte sorgen dafür, dass Deine Verdauung wieder den gewohnten Gang nimmt.

Die Senföle helfen Deinem Organismus auch, fettreiche Speisen zu verdauen. Nicht umsonst wird zu deftiger Hausmannkost oft Senf gereicht.

Senf mit Körner die es in sich haben

Die unscheinbaren Körner haben es in sich! Sie sind kleine Vitalstoffbomben, die Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten.

B-Vitamine

Wusstest Du, dass Du mit 50 Gramm Senf bereits 20 Prozent Deines Tagesbedarfs an Vitamin B3 decken kannst? Vitamin B3, auch bekannt unter dem Namen Niacin, zählt zu den Multifunktionsvitaminen, die mehrere Aufgaben erfüllen.

Niacin ist an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt und daher ein maßgeblicher Faktor bei der Energiegewinnung. Wenn Du öfter unter Müdigkeit leidest, kann eine gute Portion Senf Deinen inneren Motor wieder auf Touren bringen.

Das Vitamin B3 stellt zudem eine Prävention gegen Geburtsfehler und Fehlgeburten dar. Zu diesem Ergebnis kamen australische Forscher im Rahmen einer langjährigen medizinischen Studie.

Senf enthält auch das Vitamin B1, das ebenfalls an vielen biochemischen Prozessen beteiligt ist. Es sorgt dafür, dass Reize innerhalb des Nervensystems weitergeleitet werden.

Ebenso wie das Niacin, ist auch B1 ein wichtiges Vitamin im Rahmen der Energiegewinnung. Senf „peppt“ daher nicht nur Dein Essen auf, sondern auch Deinen Energiepegel.

Mineralien und Spurenelemente in Senf

Senf liefert Deinem Baby viel Calcium und Phosphor, die es zum Aufbau seiner Knochen benötigt. Auch wenn diese Stoffe an einen Chemiebaukasten erinnern, sind sie die wesentlichen Stoffe, aus denen unsere Knochen bestehen.

Wenn Du Dein Essen mit Senf die richtige Schärfe verleihst oder die Würzpaste einfach aus dem Glas löffelst, versorgst Du Dein Baby mit wichtigen Vitalstoffen, die es für den Aufbau seines Skelettapparates benötigt.

Die Mineralien sorgen aber auch für Dein Wohlbefinden. Neben Calcium enthält Senf das Mineral Magnesium. Diese beiden Vitalstoffe zählen zu den Elektrolyten, die Deinen Wasserhaushalt im Gleichgewicht halten.

Ein gut regulierter Wasserhaushalt bewahrt Dich vor Ödemen, die vor allem zum Ende der Schwangerschaft auftreten. Aber mehr noch: Der Wasserhaushalt hat auch Einfluss auf Deinen Blutdruck.

Da Du in der Schwangerschaft eine Prädisposition für erhöhte Werte hast, kann Senf dem entgegenwirken.

Eisen

Bei Eisen handelt es sich um ein Spurenelement, das der Organismus für den Aufbau der roten Blutkörperchen benötigt. Da Dein Baby viel Eisen benötigt, verdoppelt sich Dein täglicher Eisenbedarf während der Schwangerschaft auf 30 Milligramm.

Während Du Deine Speisen mit Senf verfeinerst, kann Dein Baby sein Eisen-Depot füllen.

Nachschlag: Kann Senf verderben?

Da dem Senf Essig beigemengt wird, ist er sehr lange haltbar. Essig ist nicht nur ein hervorragendes natürliches Konservierungsmittel, sondern wirkt auch antibakteriell.

Senf ist daher bei richtiger Lagerung nahezu „unverwüstlich“.

Bei unsachgemäßer Lagerung verliert er allenfalls an Geschmack und erhält eine feste und etwas unappetitliche Konsistenz. Wenn Du Senf kühl lagerst, das Behältnis fest verschließt und bei der Entnahme einen sauberen Löffel verwendest, bewahrt er lange sein Aroma.

In der Schwangerschaft solltest Du dennoch auf „Nummer sicher“ gehen und angebrochenen Senf nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgen.

Ab wann dürfen Babys und Kleinkinder Senf essen?

Kinder haben oft recht eigenwillige Vorlieben für Saures oder Scharfes. Wenn es Deinem Kind schmeckt, dann darf es ab dem 1. Lebensjahr Senf essen. Da Kleinkinder noch empfindlich reagieren, solltest Du auf milde Sorten zurückgreifen.

Ideal ist süßer Senf, der mit Apfelmus oder Honig aromatisiert wird.

Nährstoffe pro 100 Gramm Senf *

Kalorien 87
Calcium 130 mg
Magnesium 180 mg
Eisen 20 mg
Phosphor 180 mg
Selen 0,1 mg
Vitamin E 20 mg
Vitamin B1 0,54 mg
Vitamin B3 7,9 mg

*mittelscharf