Rührei in der Schwangerschaft – erlaubt oder verboten?

Viele Nahrungsmittel stellen in der Schwangerschaft eine Herausforderung dar. Das gilt insbesondere für Eier, da diese mit Listerien oder Salmonellen behaftet sein können. Aber gilt das auch für das Rührei?

Ist Rührei in der Schwangerschaft erlaubt?

Wenn Du in der Schwangerschaft Appetit auf Rühreier hast, kannst Du es Dir schmecken lassen! Rührei ist nicht nur lecker, sondern liefert Deinem Baby auch wertvolle Vitalstoffe, die es für ein gesundes Wachstum benötigt. Aber auch Du kannst von den wertvollen Vitalstoffen partizipieren.

Eier können in der Tat mit Bakterien wie Salmonellen oder Listerien befallen sein. Das gilt aber nur für rohe Eier oder Eiergerichte mit flüssigem Eigelb. Da Bakterien aber bei 70 Grad Celsius absterben, besteht beim Rührei keine Gefahr.

Was Schwangere bei der Zubereitung von Rührei beachten sollten

Wenn Du Dir ein paar Eier in die Pfanne schlägst, solltest Du den Salmonellen und Listerien richtig einheizen. Die Eiermasse muss fest sein und darf keine flüssigen Anteile mehr enthalten. Wenn Du die Masse durch Rühren mehrfach in der Pfanne wendest, kannst Du den potentiellen Missetätern den Garaus machen.

Diese Art der Zubereitung solltest Du auch bei Bio-Eiern berücksichtigen. Salmonellen sind typische Darmbewohner von Hühnern und anderem Geflügel. Eine Bakterie unterscheidet daher nicht zwischen einem Bio-Huhn und einer Legehenne aus einer „Eierfabrik“.

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Schwangere sollten Bio-Eier bevorzugen

Auch wenn Bio-Eier nicht minder anfällig für Salmonellen sind, solltest Du diesen Eiern den Vorzug geben. Unabhängig von den ethischen Aspekten, erhalten „glückliche Hühner“ artgerechtes Futter.

Auch Medikamente werden nur in Ausnahmefällen und unter strengen Auflagen verabreicht. Im Unterschied dazu erhalten Hühner in Legebatterien industriell verarbeitetes Futter und in der Regel auch Antibiotika.

Auf frische Eier in der Schwangerschaft achten

Bei den Eiern solltest Du auch auf die Frische achten. Je frischer das Ei, desto geringer ist die Gefahr eines Salmonellen-Befalls. Aber woran erkennst Du ein frisches Ei?

Ganz einfach: Lege das Ei in ein Glas mit Wasser. Wenn das Ei flach auf dem Boden liegt, ist es frisch. Wenn es sich aufrichtet, hat es das „Mittelalter“ erreicht.

Wenn es aber an der Oberfläche schwimmt, hat es die frischen Tage hinter sich.

Wenn Du die Eier vor der Zubereitung durch Waschen von Bakterien befreien möchtest, dann ist das keine gute Idee. Durch das Wasser wird die Schale geschwächt und wird so durchlässiger für Salmonellen und andere Bakterien.

Apropos Schale: Zur Osterzeit sind ausgeblasene und bemalte Eier eine beliebte Dekoration. In der Schwangerschaft solltest Du das Ausblasen von Eiern besser anderen Familienmitgliedern überlassen und Dich dem künstlerischen Part widmen.

Rührei – mehr als ein Proteinlieferant in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft solltest Du Rührei auf Deinen Speiseplan setzen. Eier enthalten neben Proteinen viele wertvolle Vitalstoffe wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente.

Eier sind auch ein adäquater Ersatz für andere tierische Produkte. Wenn Fleisch nicht zu Deinen favorisierten Nahrungsmitteln zählt, kannst Du den Bedarf an tierischen Proteinen und Aminosäuren mit Rührei kompensieren.

Bausteine des Lebens – Proteine

Proteine, auch als Eiweiße bezeichnet, bestehen aus Aminosäuren. Diese sind aus organischen Molekülen zusammengesetzt, die sogar außerhalb unseres Planeten nachgewiesen wurden. Aminosäuren sind daher die ultimativen Bausteine allen Lebens.

Eier enthalten nicht nur einzelne Aminosäuren, sondern das ganze Aminosäurenprofil. Das bedeutet, dass sie in einem für den Körper optimalen Verhältnis vorhanden sind.

Die Aminosäuren von Eiern sind dem körpereigenen Proteinen sehr ähnlich und können daher zu 100 Prozent verwertet werden. Kurzum: Die Proteine von Eiern können direkt in körpereigene Proteine umgewandelt werden.

Da Aminosäuren besonders während des Wachstums von Bedeutung sind, stellen Eier eine wichtige Säule im Rahmen einer optimalen Ernährung während der Schwangerschaft dar.

So kannst Du Dein Baby mit einer Portion Rührei mit wichtigen Bausteinen versorgen, die es für den Aufbau seines Organismus benötigt.

Vitamine B1 und B6

Ein Rührei ist reich an den Vitaminen B1 und B6. Beide Vitamine sind eine perfekte Allianz, wenn es darum geht, Dein Nervensystem und das Deines Babys in Schwung zu bringen.

Während B1 dem Embryo hilft, sein Nervensystem aufzubauen, unterstützt das Vitamin B6 die Bildung von Botenstoffen in den Nervenzellen.

Diese B-Vitamine sind auch an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt. So nehmen B1 und B6 eine wichtige Funktion bei der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten und Eiweißstoffen ein.

Das Ei ist daher eine geniale Erfindung der Natur: Es enthält nicht nur wertvolle Proteine, sondern liefert auch gleich das entsprechende Vitamin für die Verwertung.

Mit einem leckeren Rührei zum Brunch oder Abendessen kannst Du einen großen Teil Deines täglichen Bedarfs decken. Während Deiner Schwangerschaft benötigst Du ab dem 4. Monat 1,2 Milligramm B1 und während der Stillzeit 1,3 Milligramm.

Beim Vitamin B6 liegt der Bedarf während der Schwangerschaft und Stillzeit bei 1,9 Milligramm täglich.

Vitamin K

Auch wenn dieses Vitamin nicht den Bekanntheitsgrad anderer Vitamine hat, ist seine Bedeutung für den menschlichen Organismus nicht zu unterschätzen. Es stärkt das Immunsystem und trägt zur Sauerstoffversorgung der Organe und des Gewebes bei.

Das Vitamin K ist auch maßgeblich an der Blutgerinnung beteiligt. Diese Funktion erhält in der Schwangerschaft eine große Relevanz, denn eine gute Versorgung ist eine ausgezeichnete Prävention gegen Hirnblutungen, die mitunter bei Neugeborenen auftreten können.

Nervennahrung für den Nachwuchs

Mit einem leckeren Rührei kannst Du Dein Baby mit Vitalstoffen versorgen, die es für den Aufbau seines Gehirns und Nervenzellen benötigt. Dazu zählen vor allem die Vitamine A und B12 sowie das essentielle Spurenelement Jod.

Da der Körper diese Vitalstoffe nicht selbst herstellen kann, müssen sie über die Ernährung zugeführt werden.

Da Du in der Schwangerschaft zwei Organismen versorgen musst, erhöht sich Dein Tagesbedarf entsprechend. So benötigt Du während der Schwangerschaft 1,1 Milligramm Vitamin A und 4,5 Mikrogramm B12.

Da Eier eine gute Portion an diesen Vitalstoffen mitbringen, kannst Du mit Rührei einen Teil Deines Tagesbedarfs decken.

Übrigens: Das essentielle Spurenelement Jod ist auch der Grundstoff für unsere Schilddrüsenhormone. Da Dein Baby viel Jod benötigt, solltest Du in der Schwangerschaft 230 und während der Stillzeit 260 Mikrogramm aufnehmen.

Vitamin B12 für den Folsäure-Stoffwechsel

Dieses Vitamin nimmt einen besonderen Stellenwert ein. Da es ausschließlich in tierischen Nahrungsmitteln enthalten ist, stellt eine Unterversorgung keine Seltenheit dar.

Insbesondere dann, wenn Du wenig Fleisch verzehrst oder ganz auf den Konsum verzichtest, sollte das Rührei fester Bestandteil Deiner Ernährung während der Schwangerschaft sein.

B12 ist nicht nur ein wichtiger Baustein für den Aufbau der Nervenzellen, sondern auch für den Folsäure-Stoffwechsel. So geht ein Mangel an Folsäure (Vitamin B9) oft mit einem B12-Mangel einher.

Inhaltsstoffe von Eiern mittlerer Größe

Kalorien 93
Eiweiß 7,7 g
Kohlenhydrate 0,3 g
Fett 6,3 g

Vitamin A 0,16 mg
Vitamin B1 60 µg
Vitamin B12 0,6 µg
Vitamin B6 72 µg
Vitamin D 1,2 mg
Vitamin E 1,2 mg
Vitamin K 24 µg

Chlorid 108 mg
Eisen 1,2 mg
Jod 6 µg
Kalzium 33 mg
Magnesium 7,2 mg
Natrium 87 mg
Phosphor 123 mg
Zink 3,6 mg