Zucchini in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft erhält die Ernährung eine besondere Bedeutung. Sie muss nicht nur ausgewogen und gesund sein, sondern darf dem werdenden Leben auch nicht schaden. In diesem Zuge wurde auch die Zucchini von einigen Ratgebern auf die Verbotsliste gesetzt wird.

Aber ist der Verzehr von Zucchini in der Schwangerschaft wirklich gefährlich?

Ist Zucchini in der Schwangerschaft erlaubt?

Ja, Du kannst Dich während der Schwangerschaft an Zucchini satt essen! Ob gekocht oder als Rohkost – auf dieses delikate Sommergemüse musst Du als Schwangere nicht verzichten. Die Zucchini solltest Du sogar öfter auf Deinen Speiseplan setzen, denn aufgrund ihrer Konsistenz und Nährstoffe ist sie wie für die Schwangerschaft gemacht.

Die Zucchini liefert Dir und Deinem Baby nicht nur viele wichtige Vitalstoffe, sondern ist, was die Kalorien anbelangt, ein regelrechtes Leichtgewicht. So enthalten 100 Gramm lediglich 18 Kalorien. Bei den Zucchini kannst Du daher zugreifen und für „Zwei essen“.

Angesichts dieser vielen positiven Eigenschaften stellt sich die Frage, weshalb sich die Zucchini einen schlechten Ruf einhandeln konnte?

Was Schwangere beim Verzehr von Zucchini beachten müssen

Die Zucchini ist aufgrund ihrer Bitterstoffe in Verruf geraten. Dabei handelt es sich um die so genannten Cucurbitacine, die auch in anderen Kürbisgewächsen wie Gurken oder Melonen enthalten sind. Mit diesen Bitterstoffen schützen sich die Pflanzen vor natürlichen Fressfeinden oder Pilzen.

Cucurbitacine können beim Menschen bereits in kleinen Mengen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall provozieren. Bei größeren Dosen kann es mitunter sogar zu lebensbedrohlichen Darmschädigungen kommen.

Entwarnung bei den Bitterstoffen

Bei den Zucchini-Sorten, die im Handel erhältlich sind, wurden die Cucurbitacine herausgezüchtet, so dass von diesen Produkten kein Risiko ausgeht. Eine Gefahr besteht lediglich dann, wenn die Früchte unter Stress geraten.

Das ist dann der Fall, wenn die Pflanzen während ihres Wachstums unter zu großer Sonneneinstrahlung oder Trockenheit gelitten haben oder bei der Lagerung zu großen Temperaturschwankungen ausgesetzt waren. Hier schalten die Zucchini zurück in den „Überlebensmodus“ und bilden trotz spezieller Züchtung wieder Cucurbitacine aus.

Vorsicht ist auch dann geboten, wenn Du Zucchini im Garten oder auf dem Balkon aufziehst. Hier kann es leicht zu Rückkreuzungen kommen. Um diese Mutation nicht zu provozieren, solltest Du die Zucchini nicht in der Nähe von Zierkürbissen anpflanzen, da diese sehr viel Cucurbitacine enthalten.

Kein Eigenanbau von Zucchini während der Schwangerschaft

Auch dann, wenn die Zucchini aus dem Eigenanbau keine Bitterstoffe enthalten, solltest Du die Kerne nicht als Samen verwenden, sondern frisches Saatgut aus dem Fachmarkt erwerben.

Es kann daher nicht völlig ausgeschlossenen werden, dass Zucchini in Deinem Topf oder Deine Pfanne geraten, die Cucurbitacine enthalten. Das ist aber kein Grund, die Zucchini während der Schwangerschaft zu meiden. Die Natur hat den Menschen mit empfindlichen Sinnesorganen ausgestattet, die in der Lage sind, Giftstoffe in Nahrungsmitteln zu identifizieren.

Die Bitterstoffe können selbst bei einer sehr geringen Konzentration wahrgenommen werden. Kurzum: Eine Zucchini, die Cucurbitacine enthält, ist ungenießbar! Wenn Du beim Kauf versehentlich eine Niete gezogen hast, dann solltest Du die bittere Kostprobe ausspucken und den Rest auf den Kompost werfen.

Obwohl nahezu alle Menschen Bitterstoffe schmecken können, gibt es wenige Ausnahmen. Wenn Du zufällig zu dem Personenkreis zählst, der aufgrund der genetischen Disposition keine oder wenige Indikatoren für Bitterstoffe auf ihrer Zunge hat, solltest Du für Dein Zucchini-Gericht einen Vorkoster engagieren.

Aber bitte mit Schale!

Die Zucchini ist ein außerordentlich praktisches Gemüse, denn es muss nicht geschält werden. Auch in der Schwangerschaft musst Du nicht zum Schälmesser greifen. Gründliches Reinigen reicht völlig aus. Bakterien wie Listerien oder andere unerwünschte Gäste werden beim Waschen abgespült.

In der Schale befinden sich nicht nur viele Aromastoffe, sondern auch die meisten Vitamine, die Du und Dein Baby benötigen. Wenn Du die Zucchini schälst, würden diese Inhaltsstoffe in der sprichwörtlichen Tonne landen. Angesichts der vielen wertvollen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente wäre das mehr als bedauerlich.

Wenn Du die Zucchini in der Schwangerschaft roh zubereiten möchtest und Bedenken vor Pestiziden hast, kannst Du einen Abstecher in den Bio-Markt machen oder die Schale abbürsten. Der Handel hat dafür sogar spezielle „Gemüse-Bürsten“ im Angebot.

Zucchini – leichte Kost mit viel Inhalt für Schwangere

Die Zucchini ist das ideale Gemüse für die Schwangerschaft. Sie ist nicht nur leicht verdaulich und kalorienarm, sondern bietet auch sehr viele Vitalstoffe, die dazu beitragen, dass sich Dein Baby optimal entwickelt.

Dazu gehören neben dem Eisen auch Vitamine und Mineralstoffe. Da viele Vitamine hitzeempfindlich sind und beim Kochen zerstört werden, solltest Du daher ab und ab eine Zucchini-Rohkost auf Deinen Speiseplan setzen.

Eisen

Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das der Körper für die Blutbildung und für den Sauerstofftransport benötigt. Da Dein Körper in der Schwangerschaft zwei Lebewesen versorgen muss, steigt Dein Eisenbedarf entsprechend.

Während Du unter normalen Umständen etwa 25 Milligramm am Tag benötigst, steigt Dein Bedarf in der Schwangerschaft auf etwa 30 Milligramm.

Ein Eisenmangel macht sich in Form Blässe, Müdigkeit, brüchigen Fingernägeln oder Kopfschmerzen bemerkbar. Damit diese Symptome erst gar nicht bei Dir in Erscheinung treten, kannst Du mit einer leckeren Zucchini- Rohkost oder Gemüsepfanne Dein Eisendepot füllen.

Kalium

Dieses Mineral zählt zu den so genannten Elektrolyten. Diese regulieren den osmotischen Druck in den Körperzellen, den Wasserhaushalt und den Blutdruck. Da jede zehnte Schwangere unter erhöhtem Blutdruck leidet, kannst Du vorbeugen, in dem Du Zucchini auf Deinen Speiseplan setzt.

Übrigens: Zusammen mit Calcium und Natrium unterstützt Kalium die Tätigkeit Deiner Herzmuskulatur und die Deines Babys.

Calcium und Phosphor

Diese Mineralien sind die Bausteine für unsere Knochen und Zähne. Da Dein Baby eine Extra-Portion für den Aufbau seines Skelettapparates benötigt, erhöht sich Dein Bedarf in der Schwangerschaft.

Da 100 Gramm Zucchini bereits 30 Milligramm Calcium und 25 Milligramm Phosphor enthalten, kannst Du diesen zusätzlichen Bedarf leicht mit ein paar Zucchini decken.

B-Vitamine

Vitamine der B-Gruppe versorgen Dich und Dein Baby in der Schwangerschaft mit wertvollen Vitalstoffen. Dazu zählen die Vitamine B1 und B2, die wichtige Funktionen im Bereich des Nervensystems übernehmen.

So ist das Vitamin B1 an der Herstellung von Nervenbotenstoffen beteiligt und unterstützt den Körper darüber hinaus bei vielen Prozessen des Energiestoffwechsels.

Das auch unter dem Namen Riboflavin bekannte Vitamin B2 kräftigt das Nervensystem und die Schleimhäute und reguliert ebenso wie das Vitamin B1 viele Stoffwechselprozesse. Insbesondere dieser Aspekt ist in der Schwangerschaft von Relevanz, denn ohne Riboflavin können andere B-Vitamine wie Folat oder Niacin nicht optimal verwertet werden.

Dieser Alleskönner unter Vitaminen wirkt auch präventiv gegen Müdigkeit und Stress. Was liegt da näher, als wenn Du und Dein Baby völlig entspannt ein leckeres Zucchini-Gericht genießt und anschließend vital in den Tag startet…

Zucchini – ideale Kost für Babys und Kleinkinder

Wenn Dein Baby „groß“ geworden ist und die erste feste Nahrung zu sich nehmen kann, ist ein Brei aus Zucchini eine ausgezeichnete Baby-Nahrung. Das Gemüse ist mild und leicht verdaulich. Es ist auch schnell zubereitet und lässt sich wunderbar mit anderen Gemüsesorten kombinieren.