Nüsse in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft wirst Du in Bezug auf die Ernährung die eine oder andere Nuss zu knacken haben: „Darf ich das essen? Schadet es meinem Kind?“ So auch bei den Nüssen, denn sie stehen in dem Ruf, Allergien auszulösen.

Dabei liefern die Kraftpakete nicht nur viele Vitalstoffe, sondern schmecken auch lecker. Daher wäre es bedauerlich, wenn Du sie während Deiner Schwangerschaft auf die Verbotsliste setzen müsstest. Das würde bedeuten: Keine Knabberei für zwischendurch und Salat und Müsli ohne knackige Zugabe. Eine trübe Aussicht!

Darfst Du in der Schwangerschaft Nüsse essen?

Allen Miesmachern zu Trotz: Du darfst während Deiner Schwangerschaft alle Nüsse essen, auf die Du Appetit hast. Eine Ausnahme besteht natürlich dann, wenn Du bereits vor Deiner Schwangerschaft allergisch auf Nüsse reagiert hast.

Wenn Du Nüsse gut verträgst, kannst Du sie essen, ohne Deinem Baby zu schaden.

Die Meinung, Nüsse würden bei Kindern die Anfälligkeit für Allergien erhöhen, konnte nicht bestätigt werden. Im Gegenteil – denn neuste Studien haben ergeben, dass Kinder weniger an anfällig für Allergien sind, wenn Mütter während der Schwangerschaft Nüsse konsumiert haben.

Im Unterschied dazu litten die Kinder häufiger unter Allergien und Atemwegserkrankungen, deren Mütter auf Nüsse verzichtet haben. Nüsse sind daher nicht nur eine schmackhafte Vitalstoffquelle, sondern auch eine sehr gute Prävention gegen Allergien und Asthma.

Nüsse – Kraftpakete, die es in sich haben

Nüsse bieten, unabhängig von der Sorte, eine breite Palette an Vitalstoffen. Auch wenn die Menge der Inhaltsstoffe von Sorte zu Sorte differiert, haben Nüsse insgesamt viel zu bieten.

Dazu gehören wertvolles Pflanzeneiweis, Ballaststoffe, Mineralien, Vitamine und Antioxidantien sowie Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6. Sie liefern damit alles, was Dein Baby in der Schwangerschaft benötigt.

Mit Nüssen kannst Du aber auch Dir viel Gutes tun. Nüsse wirken sich positiv auf Deinen Cholesterinspiegel aus und stabilisieren Deinen Blutzuckerwert.

Gerade dieser Aspekt ist in der Schwangerschaft von Bedeutung, denn so kannst Du das Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes minimieren.

Vitamin E

Einige Nusssorten wie Hasel- und Erdnüsse sowie Mandeln haben einen sehr hohen Anteil an Vitamin E. Da Dein Körper dieses Vitamin nicht selbst produzieren kann, kannst Du Dich und Dein Baby mit einer Handvoll Nüsse auf schmackhafte Weise damit versorgen.

Vitamin E schützt die embryonalen Zellen stärkt das Immunsystem.

Proteine

Haselnüsse, Erdnüsse und Mandeln haben aber noch mehr zu bieten: Diese drei Sorten verfügen über sehr viele Proteine. Diese „Bausteine des Lebens“ benötigt Dein Baby für die Hormonproduktion, den Aufbau seiner Organe, der roten Blutkörperchen und der Knochen.

Von den Proteinen profitiert aber nicht nur Dein Baby. Die Eiweißstoffe wirken sich regulativ auf Deinen Blutzuckerwert aus und verleihen Dir einen Energieschub, der für Euch beide reicht!

Kalzium

Apropos Knochen – Haselnüsse und Mandeln haben auch einen sehr hohen Anteil an Kalzium, dem Mineral, das maßgeblich zum gesunden Knochenaufbau beiträgt. Da Dein Baby viel Kalzium benötigt, erhöht sich Dein Bedarf während der Schwangerschaft um ca. 20 Prozent.

Folsäure

Nüsse sind auch wichtige Folsäure-Liederanten, wobei die Erdnuss die Favoritenrolle einnimmt. Dieses Vitamin ist in der Schwangerschaft von besonderer Bedeutung, denn es sorgt für die gesunde Entwicklung der embryonalen Zellen und schützt Dein Baby vor Missbildungen.

Auch in der Stillzeit solltest Du auf eine Extra-Portion Folsäure achten, denn Folsäure sorgt nach der Geburt für die Entwicklung der Gehirnzellen und für ein gesundes Wachstum Deines Kindes.

Magnesium

Nüsse, gleich welcher Sorte, haben einen sehr hohen Anteil an Magnesium, wobei Cashewnüsse, gefolgt von Pinienkernen, Mandeln und Haselnüssen die Spitzenreiterrolle einnehmen. Magnesium ist während der Schwangerschaft und Stillzeit ein wichtiges Mineral, das bei Deinem Baby für einen gesunden Muskelaufbau sorgt.

Aber auch Deiner Muskulatur kannst Du mit regelmäßigem Nusskonsum Gutes tun. Da während der Schwangerschaft viel Magnesium über die Nieren ausgeleitet wird, kann ein Mangel zu unangenehmen Wadenkrämpfen führen.

Mit ein paar Cashewnüssen oder Mandeln kannst Du dem entgegenwirken.

Selen

In Bezug auf das Spurenelement Selen steht die Paranuss mit 1917 μg pro 100 Gramm unangefochten auf Platz 1 aller Lebensmittel. Selen hat nicht nur einen positiven Einfluss auf das Schilddrüsenhormon und die Aktivität von Enzymen, sondern unterstützt auch das Zellwachstum Deines Babys.

Da Du in der Schwangerschaft 60 μg pro Tag benötigst, kannst Du diesen Bedarf leicht mit einer einzigen Nuss decken. Neben Selen enthält die exotische Nuss noch weitere gute Vitalstoffe. Dazu gehören Phosphor, Calcium, Magnesium und ungesättigte Fettsäuren.

Eisen

Viele Nussarten haben einen hohen Anteil an Eisen. Dieses Spurenelement benötigt der Körper für die Blutbildung und für den Sauerstofftransport.

Da nimmt es nicht Wunder, wenn der Bedarf in der Schwangerschaft erhöht ist – schließlich müssen zwei Menschen versorgt werden. Mit leckeren Pinienkernen, Pistazien oder Mandeln kannst Du einem Mangel leicht entgegenwirken.

Inhaltstoffe der Nusssorten

Damit du eine gute Übersicht über alle Inhaltsstoffe, welche für dich als Schwangere wichtig sind, hast, haben wir untenstehen eine kurze Liste bezüglich den einzelnen Nusssorten erstellt:

Vitamin E

  • Haselnüsse 26 mg
  • Mandeln 26 mg
  • Pinienkerne 13,6 mg
  • Erdnüsse 11 mg

Proteine

  • Erdnüsse 25 mg
  • Pinienkerne 24 mg
  • Mandeln 19 mg
  • Cashewnüsse 18 mg
  • Pistazien 18 mg

Kalzium

  • Mandeln 250 mg
  • Haselnüsse 226 mg
  • Pistazien 136 mg
  • Paranüsse 130 mg
  • Walnüsse 87 mg

Folsäure

  • Erdnüsse 169 μg
  • Haselnüsse 71 μg
  • Cashewnüsse 60 μg
  • Pistazien 58 μg
  • Pinienkerne 57 μg

Magnesium

  • Cashewnüsse 270 mg
  • Pinienkerne 235 mg
  • Mandeln 170 mg
  • Paranüsse 160 mg
  • Pekannüsse 140 mg

Eisen

  • Pinienkerne 9,2 mg
  • Pistazien 7, 3 mg
  • Mandeln 4,1 mg
  • Haselnüsse 3,8 mg

Nüsse machen dich und dein Baby schlau

Nüsse sorgen mit ihren vielen gesunden Inhaltsstoffen aber nicht nur für das körperliche Wohlbefinden – sie machen auch schlau! Studien haben gezeigt, dass sich der Nusskonsum der Mutter während der Schwangerschaft positiv auf die Gehirnentwicklung des Embryos auswirkt.

So kannst Du bereits mit einem dreimaligen Konsum pro Woche das Arbeitsgedächtnis sowie die Intelligenz deines Kindes positiv beeinflussen. Ob Erdnüsse, Haselnüsse, Walnüsse oder Mandeln – eine kleine Portion von ca. 30 Gramm ist völlig ausreichend.

Unser leckeres Rezept mit Erdnuss (und Banane) findest du übrigens hier.

Was Schwangere beim Verzehr von Nüssen beachten sollten

Während der Schwangerschaft kannst Du alle Nusssorten bedenkenlos genießen. Dazu gehören auch Mandeln, die im Verdacht stehen, Blausäure (Amygdalin) zu enthalten. Dieser gefährliche Bitterstoff ist aber nur in Bittermandeln enthalten, die es ohnehin nur in der Apotheke gibt.

Die im Handel erhältlichen Süßmandeln enthalten lediglich Spuren von Amygdalin und sind daher unbedenklich. Die einzige „Gefahr“ bei Nüssen liegt in der hohen Energiebilanz. Mit 570 bis 700 kcal pro 100 Gramm können sie schnell zu „Gewicht“ schlagen…

Das gilt insbesondere für gesalzene oder geröstete Nüsse. Wie schnell ist beim Fernsehen oder beim Lesen eines spannenden Krimis eine Tüte Röstmandeln oder Erdnüsse verputzt!

Daher solltest Du Nüsse am besten nur roh verzehren. Neben dem Salz, das sich unvorteilhaft auf den Blutdruck auswirkt, ist frische Ware wesentlich gesünder.

Wenn Dein Baby auf der Welt ist, solltest Du ihm keine ganzen Nüsse oder größere Stücke geben. Da sich Kleinkinder recht schnell verschlucken, solltest Du Nüsse kleinhacken und anderen Speisen wie z. B. Apfelmus beimischen oder Nussmus verwenden.

1 Gedanke zu „Nüsse in der Schwangerschaft“

Kommentare sind geschlossen.