Mangold in der Schwangerschaft

Ist Mangold in der Schwangerschaft erlaubt? Mangold sollte in der Schwangerschaft nur mit Bedacht konsumiert werden. Ohne Frage – das aromatische Blattgemüse liefert viele Mineralien und Vitamine, die Du und Dein Baby benötigen. Neben den wertvollen Inhaltsstoffen enthält Mangold aber auch sehr viel Oxalsäure.

Bei der Oxalsäure handelt es sich um eine potentiell toxische Fruchtsäure, die in vielen Nahrungsmitteln enthalten ist. Oxalsäure ist per se nicht schädlich oder giftig.

Unser Organismus produziert sie sogar selbst und kann kleine Mengen problemlos verarbeiten. Höhere Dosen sind aber selbst für gesunde Menschen kritisch, da die Säuere die Nieren schädigen oder Magen- und Darmprobleme provozieren kann

In vielen Gemüsesorten wie Spinat, Rhabarber oder Mangold ist die Oxalsäure hoch konzentriert – Mangold zählt dabei sogar zu den Spitzenreitern.

Hier ein kleiner Überblick über den durchschnittlichen Oxalsäure-Gehalt einiger Gemüsesorten pro 100 Gramm:

Neben der Oxalsäure enthält Mangold auch Nitrate. Ebenso wie Oxalsäure sind diese Stickstoffverbindungen natürliche Stoffe, die in jedem Boden vorkommen. Durch Düngen wird die Nitrat-Konzentration im Boden aber erhöht.

Da einige Gemüsesorten wie Mangold, ebenso wie Spinat und Rote Bete, besonders viele Nitrate aufnehmen, ist dieses Gemüse oft stark belastet. Da beim biologischen Anbau weniger Düngermittel zum Einsatz kommen, solltest Du Bio-Mangold den Vorzug geben.

Weshalb ist bei Oxalsäure in der Schwangerschaft Vorsicht geboten?

Da Dein Körper in der Schwangerschaft regelrechte Höchstleistungen vollbringen muss und der Organismus Deines Babys noch sehr empfindlich ist, kann ein regelmäßiger Verzehr von Mangold problematisch sein.

Keine Panik – wenn Du während Deiner Schwangerschaft Mangold gegessen hast, ist das kein Grund zur Beunruhigung. Mit kleinen Mengen kann Dein Organismus umgehen.

Wenn Du aber unter Nieren-oder Harnwegbeschwerden leidest, solltest Du auch unter „normalen Umständen“ einen großen Bogen um Mangold und andere Gemüsesorten mit einem hohen Oxalsäure-Gehalt machen.

Die Oxalsäure hat neben ihrer Toxizität noch eine weitere Eigenschaft: Sie bindet Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Magnesium und Eisen und reduziert deren Bioverfügbarkeit beträchtlich.

Das betrifft insbesondere das Calcium. Da dieses Mineral der Hauptbestandteil unserer Knochen ist, hat Oxalsäure einen negativen Einfluss auf den Knochenstoffwechsel. Das bedeutet u.a., dass nicht mehr genügend Knochensubstanz aufgebaut werden kann.

Da Dein Nachwuchs viel Calcium für den Aufbau seiner Knochen benötigt, hast Du während der Schwangerschaft ohnehin einen erhöhten Calcium-Bedarf, den es zu decken gilt.

Bei einem Mangel würde Dein Baby auf die Calcium-Vorräte in Deinen Knochen zurückgreifen. Daher solltest Du den Calcium-Räuber Mangold während der Schwangerschaft nicht all zu oft zu Tisch bitten.

Was Du beim Kauf und bei der Zubereitung von Mangold beachten solltest

Wenn Du während Deiner Schwangerschaft Appetit auf Mangold hast, musst Du keineswegs darben. Du kannst Dir ab und an eine kleine Portion gönnen, wenn Du beim Kauf und bei der Zubereitung von Mangold an paar Dinge beachtest:

Die wichtigste Regel lautet: Mangold nicht roh verzehren, sondern kochen. Beim Erhitzen gehen zwischen 30 – 87 Prozent der Oxalsäure in das Kochwasser über.

Apropos kochen – Speisenatron kann die Oxalsäure teilweise neutralisieren. Auch mit calciumhaltigen Nahrungsmitteln kannst Du die Säure austricksen: Wenn Du Mangold mit Rahm verfeinerst, kann das darin enthaltene Calcium die Säure ein wenig binden und die Konzentration zusätzlich reduzieren.

Der Gehalt an Oxalsäure ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu zählen Standort, Erntezeitpunkt, Alter der Pflanzenteile sowie die Art der Düngung. So kann der Oxalsäure-Anteil zwischen 110 bis 940 Milligramm pro 100 Gramm Mangold variieren.

Der Oxalsäure-Gehalt ist zu Beginn der Erntezeit am geringsten. Da die Mangold-Saison von Mai bis November reicht, solltest Du Mangold vorzugsweise zwischen Mai und Juni in Deinen Einkaufskorb legen.

Auch die Art es Pflanzengewebes hat Einfluss auf die Oxalsäure-Konzentration. So enthalten junge Blätter weniger Fruchtsäure als ältere. Entsprechend ist es ratsam, wenn Du während Deiner Schwangerschaft vorwiegend „junges Gemüse“ verarbeitest.

Wenn Dein Appetit größer ist als Dein Magen und etwas von Deinem Mangold übrig bleibt, ist es keine gute Idee, diesen für einen späteren Zeitpunkt aufzubewahren.

Auch wenn’s aufgewärmt meist besser schmeckt – die im Mangold enthaltenen Nitrate werden beim Aufwärmen oder Warmhalten in gesundheitsschädigende Nitrosamine umgewandelt.

Mangold in der Stillzeit

Da Dein Baby einen Teil der Oxalsäure über die Muttermilch aufnimmt, kannst Du in der Stillzeit leider noch nicht aus dem Vollen schöpfen. Der Organismus von Babys ist noch zu empfindlich, um die Oxalsäure zu verarbeiten.

Daher darf Mangold auch erst ab dem 6. Monat unter den Brei gemischt werden. Mangold sollte aber nur ein Mal in der Woche auf Babys Speiseplan stehen.

Die wichtigsten Nähstoffe pro 100 Gramm Mangold

Kalium 375 mg
Calcium 103 mg
Magnesium 81 mg
Eisen 2,7 mg
Vitamin A 588 µg
Vitamin E 1,5 mg
Folsäure 30 µg