Lebkuchen ist in der Schwangerschaft in Maßen erlaubt

Ist Lebkuchen in der Schwangerschaft erlaubt? Lebkuchen ist in der Schwangerschaft in Maßen erlaubt und unbedenklich. Dies auch wenn vielen Schwangeren aufgrund der wehenfördernden Gewürzen in Lebkuchen vom Konsum abgeraten wird.

Lebkuchen für Schwangere

Weihnachtszeit ist Lebkuchenzeit und die Kulinarischen Verlockungen lauern überall. Die traditionelle weihnachtliche Spezialität besticht mit ihren aromatischen Gewürzen. Dazu zählen vor allem Zimt, Kardamom, Piment, Koriander und Gewürznelken. Manche Rezepturen enthalten auch Pfeffer, Ingwer, Anis, Vanille und Muskatnuss.

Diese exotischen Gewürze schmecken nicht nur lecker, sondern haben auch viele gesundheitsfördernden Eigenschaften. Leider gibt es auch einen Wermutstropfen: Lebkuchengewürze können in der Schwangerschaft Gebärmutterkrämpfe provozieren und vorzeitige Wehen auslösen.

Bedeutet das völlige Lebkuchenabstinenz? Keine Bange, Liebhaberinnen von Lebkuchen müssen auf diese weihnachtliche Schleckerei nicht verzichten. Die Gewürze entfalten nur dann ihre wehenfördernde Wirkung, wenn sie im Übermaß konsumiert werden.

Auch hier gilt der Leitsatz: Auf die Menge kommt es an.

Selbstgemachter Lebkuchen in der Schwangerschaft

Wer gerne zur Rührschüssel greift oder in der Küche experimentiert, kann Lebkuchen selbst backen. Ob nach Omas Rezept oder eigene Hausmarke – Weihnachtsbäckerei verbreitet nicht nur eine heimelige Stimmung. Schwangere haben so auch die Gewürze unter Kontrolle.

Ein weiterer Vorteil: Schwangere können beim Kauf gezielt auf Bio-Qualität achten.

Auch wenn diese Produkte im Vergleich etwas kostspieliger sind, lohnt diese Investition. Konventionell angebaute Gewürze sind häufig mit Pestiziden belastet und werden zur Haltbarmachung mitunter einer ionisierenden Strahlung ausgesetzt.

Zimt

Zimt ist das Weihnachtsgewürz schlechthin. Das exotische Gewürz enthält aber auch den sekundären Pflanzenstoff Cumarin, der wehenfördernde Eigenschaften besitzt.

Cumarin ist insbesondere in Cassia-Zimt enthalten, einer Sorte, die in China und Indonesien angebaut wird. Cassia-Zimt ist zwar preiswerter als Ceylon-Zimt, dennoch sollten Frauen diese Sorte nur sparsam verwenden oder ganz meiden.

Ceylon-Zimt wird im Raum Myanmar, Bangladesch und Sri Lanka angebaut. Er gilt als „echter“ Zimt und enthält weitaus weniger Cumarin. Beim Kauf sollten Schwangere daher einen Blick auf die Zimt-Sorte werfen.

Fazit: Auch wenn Zimt wehenfördernde Eigenschaften besitzt, dürfen Schwangere Zimt zu ihrem Lebkuchenteig hinzufügen. Ideal ist Ceylon-Zimt aus Bio-Anbau.

Piment, Kardamom, Ingwer, Muskat und Sternanis

Diese Gewürze enthalten Substanzen, die Gebärmutterkrämpfe oder schlimmstenfalls vorzeitige Wehen auslösen können. Daher gilt: Sparsam dosieren.

Muskat hat neben seiner wehenfördernden Wirkung noch andere Eigenschaften. Das exotische Gewürz enthält Substanzen, die Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel provozieren können.

Wer in der Schwangerschaft ohnehin unter diesen Befindlichkeitsstörungen leidet, sollte lieber auf Muskat verzichten. Unter Medizinern gelten vier Gramm als kritische Menge.

Vanille

Die Vanille wird aus der Vanilla, einer Pflanze der Orchideen-Gattung, gewonnen. Bei diesem sehr aromatischen Gewürz können Schwangere zugreifen. Vanille enthält weder wehenfördernde noch gesundheitsschädliche Substanzen.

Lebkuchen ist auch in der Schwangerschaft reich an gesunden Inhaltsstoffen

Lebkuchen hat seinen Ursprung im Mittelalter, als exotische Gewürze ihren Weg nach Europa fanden. Die ersten Gewürzkuchen, auch Pfefferkuchen genannt, wurden im Jahr 1296 in Ulm gebacken. Etwa 100 Jahre später entstanden in Nürnberg die klassischen Lebkuchen.

Die ursprünglichen Lebkuchen bestanden lediglich aus Nüssen und Honig sowie Gewürzen, die gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen. So kann Zimt den Blutzucker stabilisieren, Piment bei Schwangeren die Verdauung in Schwung bringen und Kardamom Blähungen lindern.

Angesichts der vielen wertvollen Zutaten gehören Lebkuchen im Unterschied zu vielen anderen weihnachtlichen Leckereien zu den gesünderen Süßwaren.

Die Rezeptur hat sich bis in die Gegenwart kaum verändert. Der Lebkuchen enthält heute, je nach Qualität, aber einen bestimmten Anteil an Mehl. Aus Kostengründen tauschen die meisten Hersteller auch Honig gegen Zucker aus.

Wer Lebkuchen selbst backt, kann sich an dem Original orientieren. Nüsse und Honig sind wertvolle Nahrungsmittel, die dem Baby bei seinem Wachstum helfen. So muss die Mama kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie zur Weihnachtszeit etwas mehr nascht, als gewohnt.

Nüsse liefern eine Fülle an Vitalstoffen. Dazu zählen vor allem ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3. Sie senken den Blutfettspiegel und haben auch einen positiven Einfluss auf das Herz- und Kreislaufsystem.

Omega-3 Fettsäuren haben auch einen positiven Einfluss auf die Gehirnleistung. So wiesen Kinder von Müttern, die sich in der Schwangerschaft ausreichend mit Omega-3 versorgt hatten, höhere kognitive Fähigkeiten auf als Kinder aus Vergleichsgruppen.

Die gesunden Fettsäuren sind auch eine sehr gute Prävention gegen Neurodermitis und Asthma. So kann die Mama Lebkuchen naschen und gleichzeitig das Risiko einer Autoimmunerkrankung bei ihrem Nachwuchs reduzieren.

Lebkuchen enthält auch Vitalstoffe, die der Organismus für die Blutbildung benötigt. Dazu gehören Eisen und das Vitamin B6, das den Eisenstoffwechsel anregt und dafür sorgt, dass der Körper dieses Spurenelement optimal resorbieren kann. So können Schwangere ihr Eisendepot auch beim Naschen auffüllen.

Lebkuchen für Babys und Kleinkinder

Babys dürfen am dem 10. Monat Lebkuchen essen. Die Mama sollte aber aufgrund der Gewürze und des Zuckers die Menge im Blick haben. Ideal sind Lebkuchen mit Honig und Ceylon-Zimt.

Nährstoffe pro 100 Gramm Lebkuchen

Kalorien 356
Protein 3,9 g
Fett 16 g
Kohlenhydrate 49 g
Vitamin A 48 IU
Vitamin B6 0,2 mg
Vitamin B12 0,1 µg
Natrium 327 mg
Kalium 439 mg
Magnesium 70 mg
Eisen 2,9 mg