Lavendel = Wellness während der Schwangerschaft

Aromen und Essenzen sind von alters her fester Bestandteil traditioneller Heilkunde. Eine Aromatherapie kann auch werdenden Mamas helfen, körperliche Beschwerden und Befindlichkeitsstörungen zu lindern. Aber können alle Produkte der Natur wie Lavendel in der Schwangerschaft verwendet werden?

Ist Lavendel in der Schwangerschaft erlaubt?

Wenn Du Dir ein paar Mußestunden gönnen möchtest, kannst Du mit Lavendel die richtige Atmosphäre schaffen. Reines Lavendelöl- oder Tee sind in der Schwangerschaft völlig unbedenklich und erlaubt.

Wenn Du einen anstrengenden Tag hattest oder einfach nur mit Deinem Baby entspannen möchtest, ist Lavendel der ideale Begleiter.

Die Essenzens, die aus den blauvioletten Blüten des Lavendels gewonnen werden, verströmen einen angenehmen Duft und beruhigen das Nervensystem. Aber mehr noch – Lavendel kann Dir im Rahmen einer Aromatherapie während Deiner Schwangerschaft über viele Unpässlichkeiten und Befindlichkeitsstörungen hinweghelfen.

Was Schwangere beim Kauf und bei der Anwendung von Lavendel achten müssen

Wenn Du während Deiner Schwangerschaft Lavendelöl kaufen möchtest, solltest Du das Fläschchen genau unter die Lupe nehmen. Der Handel hat den Trend erkannt und bietet auch preiswerte Imitate an.

Künstliches Lavendelöl hat seinen Ursprung in den Reagenzgläsern von Chemielaboren und hat echte Lavendelblüten nicht einmal aus der Ferne gesehen.

Diese chemischen Aromastoffe enthalten daher nicht die heilenden Substanzen ihrer natürlichen Vorbilder. Mitunter beinhalten die Extrakte aus den chemischen Hexenküchen auch Substanzen, die Dir und Deinem Baby schaden könnten.

Achte beim Kauf daher auf Öl, das aus dem echten Lavendel – dem „Lavandula Angustifolia“ – durch Destillation mit Wasserdampf gewonnen wurde. Idealerweise sollten die Lavendelblüten aus biologischem Anbau oder von wild wachsenden Pflanzen stammen.

Auch dann, wenn Du echtes Lavendelöl aus Bio-Anbau gekauft hast, solltest Du es nicht in der frühen Phase Deiner Schwangerschaft verwenden. Die Wissenschaft hat bislang noch keinen Konsens in der Frage gefunden, ob Lavendel in den ersten Schwangerschaftswochen der Gebärmutter schaden kann.

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Essenzen. Es wird daher empfohlen, Lavendelöl sparsam zu verwenden. Gleich, ob für ein Entspannungsbad oder eine Körperlotion – ein paar Tropfen genügen.

Wenn Du vor deiner Schwangerschaft noch kein Lavendel verwendet hast, solltest Du vorab testen, ob die Pflanze allergische Reaktionen bei Dir provoziert. Das gilt insbesondere dann, wenn Du Dein Badewasser mit Lavendelöl aromatisierst.

Lavendel sorgt für einen erholsamen Schlaf während der Schwangerschaft

Hast Du Probleme beim Einschlafen? Wirst Du nachts häufiger wach? Wenn ja, dann gehörst Du zu den vielen Frauen, die während der Schwangerschaft unter Schlafproblemen leiden.

Aber dagegen ist ein natürliches Kraut gewachsen: Der Lavendel.

Wenn Du einige Tropfen Lavendelöl auf ein Tuch träufelst und es auf Dein Kopfkissen legst, wirst Du schnell einschlummern und gut durchschlafen können. Alternativ kannst Du auch ein Lavendelspray verwenden.

Wenn Du ein oder zwei Stunden vor dem Schlafengehen Lavendel versprühst, können sich die Aromen gut im Raum verteilen und so ihre optimale Wirkung entfalten.

Der Lavendel verwandelt Dein Schlafzimmer nicht nur in eine herrliche Sommerwiese, auf der es sich herrlich einschlafen lässt. Der Lavendel verströmt auch Aromen, die trübe Wolken vertreiben und die Stimmung aufhellen.

Massage mit Lavendel – Wellness pur

Mit ein paar Tropfen Lavendel kannst Du Dein Massageöl in ein aromatisches Wellness-Produkt verwandeln. Wenn Du während der Schwangerschaft unter Verspannungen oder Stimmungsschwankungen leidest, kann Lavendel Wunder wirken.

Eine Massage mit Lavendel entspannt die Muskulatur, beruhigt die Nerven und hellt die Stimmung auf. Am besten, Du lässt Dich von Deinem Partner so richtig verwöhnen… So könnt Ihr beide von den positiven Eigenschaften des Lavendels profitieren.

Wenn kein Masseur in Reichweite ist, kannst Du Dich auch mit einem Lavendelbad verwöhnen. Insbesondere in den letzten Monaten der Schwangerschaft ist ein Lavendelbad die reinste Wohltat!

Das warme Bad und die ätherischen Öle regen die Durchblutung an, lockern die Muskulatur und erfrischen Geist und Seele.

Ein Lavendelbad solltest Du aber nicht öfter als drei Mal pro Woche nehmen. Wenn Du unter Kreislaufbeschwerden leidest, dann ist von einem Vollbad mit Lavendel abzuraten.

Lavendel gegen Nabelschmerzen

Ab dem 3. Trimester macht Dein Baby regelrechte Wachstumsschübe und legt ordentlich an Gewicht und Größe zu. In der Folge kann es zu Schmerzen im Bereich des Nabels kommen.

Hier kann Dir Lavendel aufgrund seiner anästhesierenden Eigenschaften Linderung verschaffen: Träufle einige Tropfen Lavendelöl auf ein feuchtes Tuch und lege es dann auf den schmerzenden Bereich.

Wohltat für Brust und Brustwarzen

Während der Schwangerschaft stellt sich der Körper ganz auf das neue Leben ein. Dieser Umstand geht mit körperlichen Veränderungen wie Brustwachstum einher.

Wenn Du Spannungen in Deiner Brust verspürst oder Deine Brustwarzen bei Berührung empfindlich reagieren, kannst Du Dir auch hier die schmerzlindernden Eigenschaften des Lavendels zunutze machen.

Für diese Behandlung benötigst Du einen warmen Umschlag, den Du mit Lavendelöl beträufelst und dann auf Deine Brüste legst. Nimm die Behandlung an drei aufeinanderfolgen Tagen vor.

Wenn Du diese sanfte Therapie wiederholen möchtest, dann solltest Du zwei Tage pausieren.

Da Lavendelöl die Brüste weich macht, wird es auch als Vorbereitung auf das spätere Stillen empfohlen. Dabei wird das Lavendelöl sanft einmassiert. Wenn Du noch keine Erfahrungen mit dem Lavendelöl hast, solltest Du aber vorab testen, ob Deine Haut das unverdünnte Öl verträgt.

Beim Stillen sollten Mütter auf Lavendelöl verzichten

Vorsicht ist ebenfalls geboten, wenn Du das Lavendelöl nach der Entbindung anwendest. Da Dein Baby beim Stillen mit dem hochkonzentrierten Öl in Kontakt kommen oder sogar beim Trinken aufnehmen könnte, solltest Du sicherheitshalber auf Lavendel verzichten.

Du kannst Dir die positiven Eigenschaften des Lavendels dennoch zunutze machen: Lavendelblüten werden traditionell für die Milchbildung eingesetzt und sind daher fester Bestandteil von Milchbildungstees.

So kannst Du Deine Brüste auf natürliche Weise auf das Stillen „einstimmen“.

Lavendel gegen Juckreiz

In der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter einem Juckreiz. Insbesondere nachts kann das Jucken zur Plage werden… Diese unangenehme Begleiterscheinung ist sowohl der hormonellen Umstellung als auch der Überdehnung der Haut geschuldet.

Damit die Nacht nicht zum Alptraum wird, kannst Du Dir mit Lavendel Linderung verschaffen.

Wenn lediglich bestimmte Hautpartien betroffen sind, kannst Du die entsprechenden Stellen mit Lavendel-Umschlägen behandeln. Gebe dazu etwas Lavendelöl auf ein feuchtes Tuch und lege es auf die gereizten Partien.

Wenn es an mehreren Körperstellen kribbelt, hilft auch eine Körperlotion, die mit Lavendelöl angereichert wurde. Die ätherischen Öle beruhigen nicht nur Deine Haut, sondern umgeben Dich mit dem sanften Duft der Lavendelblüten.

Neben einer Lavendellotion hat sich bei Juckreiz auch ein Lavendelbad bewährt. Wenn Du vor dem zu Bett gehen den Tag mit einem Aromabad ausklingenden lässt, wirst Du nachts gut durchschlafen können.

So kannst Du Dich gut erholen und für Dich und Dein Baby Energie tanken.

Aromatherapie bei der Entbindung

Eine Entbindung verlangt der Mama eine Höchstleistung ab. Eine Aromatherapie mit Lavendel kann Dich bei dieser Schwerstarbeit unterstützen. Der Lavendel wirkt entspannend und beruhigend und kann den Geburtsvorgang unterstützen.

Da sich Lavendel auch als Entbindungseinleitung bewährt hat, bieten viele Kreissäle ein Lavendelbad an. Die Aromen können die Wehen auf sanfte Weise fördern und Dir die Entbindung erleichtern.

Lavendel solltest Du aber nur dann verwenden, wenn Du den Duft als angenehm empfindest.

Lavendel für‘s Baby?

Wenn Dir Lavendel während Deiner Schwangerschaft beim Einschlafen geholfen hat, dann kann der Duft auch Babys zum Träumen bringen… Im Prinzip ist das richtig. Bei der Wahl der Duftmittel und der Dosis solltest Du aber Vorsicht walten lassen.

Aromalampen oder Duftstäbchen sind für Kleinkinder absolut tabu. Bei der Verbrennung können diese Produkte Feinstaub oder sogar Formaldehyd freisetzen.

Bei Lavendelöl- oder Spray besteht diese Gefahr nicht. Diese Produkte können Deinem Baby helfen, schnell den Weg ins Schlummerland zu finden. Öl und Spray solltest Du aber sparsam dosieren und Dich zuvor mit Deiner Hebamme oder Deinem Arzt besprechen.