Knoblauch in der Schwangerschaft: Nur in Maßen erlaubt

Ist Knoblauch in der Schwangerschaft erlaubt? Knoblauch ist in der Schwangerschaft erlaubt, sollte von Schwangeren aber nicht im Übermaß konsumiert werden. Knoblauch selbst enthält aber keine wehenfördernden Substanzen.

Die Inhaltsstoffe können aber die Darmtätigkeit intensivieren und dabei auch die Gebärmutter anregen. In diesem Artikel haben wir die wichtigsten Fakten für dich zusammengetragen:

Knoblauch als aromatische Knolle, die es in sich hat

Knoblauch war bereits im Altertum im mediterranen und asiatischen Raum ein beliebtes Würz- und Heilmittel.

Im Mittelalter gelangte der Knoblauch nach Nordeuropa, wo er vor allem in Klostergärten angebaut wurde.

Den Ruf als Heilpflanze trägt der Knoblauch zurecht. Da Knoblauch nur in vergleichsweise geringen Mengen konsumiert wird, fallen die Vitamine und Mineralien aber weniger ins sehr Gewicht.

Die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Knoblauchs sind vor allem den
sekundären Pflanzenstoffen und den Schwefelverbindungen geschuldet.

Sie machen den Knoblauch zu einer kleinen Hausapotheke, der gegen viele Beschwerden eingesetzt wird.

Die schwefelhaltigen Verbindungen wirken entzündungshemmend und antibakteriell. Im Magen-Darmtrakt leiten sie schädliche Bakterien aus und sorgen für eine ausbalancierte und gesunde Darmflora.

Knoblauch erweitert auch die Blutgefäße. Damit wird die Durchblutung gefördert und der Blutdruck gesenkt. Knoblauch hat sich auch Cholesterinsenker einen Namen gemacht.

Knoblauch sollten Schwangere nur in kleinen Mengen essen

Die vielen gesundheitsfördernden Eigenschaften des Knoblauchs kannst Du Dir während der Schwangerschaft zunutze machen.

So kannst Du typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Darmträgheit, Blähungen oder Bluthochdruck auf natürliche Weise behandeln.

Die Mikronährstoffe können in der Zeit der Schwangerschaft aber unerwünschte Nebenwirkungen provozieren. Daher solltest Du in der Schwangerschaft Knoblauch nur in Maßen verwenden.

In der ersten Phase der Schwangerschaft stellen ein bis zwei Knoblauchzehen kein Problem dar. Im zweiten und dritten Trimester solltest Du den Konsum aber reduzieren.

Der Knoblauch enthält keine Substanzen, die Deinem Baby schaden können. Wenn Du Deine Speisen mit Knoblauch verfeinerst, musst Du Dir keine Sorgen machen.

Knoblauch kann zu vorzeitigen Wehen führen

Der Knoblauch selbst enthält keine wehenfördernden Substanzen. Die Inhaltsstoffe können aber die Darmtätigkeit intensivieren und dabei auch die Gebärmutter anregen.

Eine verstärkte Darmtätigkeit provoziert mitunter auch Blähungen oder Durchfall, was ebenfalls vorzeitige Wehen auslösen kann. Die Gefahr ist zwar ausgesprochen gering, dennoch kann ein Risiko nicht ausgeschlossen werden.

Wenn Deine Verdauung nach dem Konsum von Knoblauch überreagiert, dann solltest Du der Vorsicht halber Deinen Arzt kontaktieren.

Knoblauch hemmt die Blutgerinnung

Die Schwefelverbindung Ajoen hat blutverdünnende Eigenschaften. Daher wird Knoblauch als natürliche Prävention gegen Bluthochdruck, Schlaganfall und Infarkten sehr geschätzt.

In der Schwangerschaft kann sich eine Blutverdünnung aber negativ auswirken.
Jede Geburt geht mit einem gewissen Blutverlust einher. Wenn Dein Blut verdünnt ist, dann besteht die Gefahr, dass Du mehr Blut als normal verlieren könntest.

Da die Ajoen den Blutgerinnungsstoff Fibrin abbauen, können Blutungen während der Geburt schwieriger zum Stillstand gebracht werden. Dieser Umstand ist besonders kritisch, wenn ein chirurgischer Eingriff wie ein Kaiserschnitt erforderlich ist.

Du solltest Knoblauch auch dann einschränken, wenn Du unter niedrigem Blutdruck leidest. Wenn Dein Kreislauf nach dem Konsum „in den Keller rauscht“, solltest Du Knoblauch der Vorsicht halber aus der Küche verbannen.

Nebenwirkungen von Knoblauch in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft geht mit einer hormonellen Umstellung einher. So kann sich der Organismus ganz auf das Baby einstellen.

Da die Hormone Kapriolen schlagen, kann Dein Körper auf Nahrungsmittel ganz anders reagieren als unter „normalen Umständen“.

Zu Beginn Deiner Schwangerschaft solltest Du für Dein Aioli oder Deine Pastasoße nur wenig Knoblauch verwenden. So kannst Du testen, wie Dein Körper reagiert.

Wenn Du Knoblauch bisher gut vertragen hast, kann er in der Schwangerschaft Magenbeschwerden oder Sodbrennen hervorrufen. Knoblauch kann auch zu ungewohnten Kreislauf-Reaktionen führen.

Da sich in der Schwangerschaft Dein Geruchssinn verfeinert, kann Knoblauch selbst bei Fans der aromatischen Knolle Übelkeit provozieren.

Knoblauch bringt den Darm in Schwung

Du leidest in der Schwangerschaft unter Verstopfung? Diese Malaise stellt keine Seltenheit dar, sondern gehört zu den typischen Unpässlichkeiten einer Schwangerschaft.

Darmträgheit ist dem erhöhten Progesteronspiegel geschuldet. Dieses Hormon stärkt die Gebärmutterschleimhaut und entspannt die Muskulatur.

Da unser Darm ein Muskelschlauch ist, lässt auch die Darmperistaltik nach. Die Folge: nichts geht mehr wie gewohnt!

Knoblauch enthält den Wirkstoff Allicin, der die Produktion der Magensäfte und die Darmperistaltik anregt. So kann eine leckere „Spaghetti aglio e olio“ oder ein leckeres Knoblauchbrot Deine Verdauung wieder in Schwung bringen.

Knoblauch als natürlicher Blutdrucksenker

In der Schwangerschaft leidet etwa jede zehnte Frau unter erhöhtem Blutdruck. Wenn Du zu den Betroffenen gehörst, möchtest Du wahrschlich nicht zu Medikamenten greifen. Knoblauch stellt hier eine gesunde und natürliche Alternative dar.

Das im Knoblauch enthaltene Allicin hat hervorragende blutdrucksenkende Eigenschaften. Wenn Du Deine Gerichte mit Knoblauch verfeinerst, kannst Du auf natürliche Weise Deinen Blutdruck senken.

Wenn Du zu den Knoblauch-Fans gehörst, dann ist die Wahrscheinlich ohnehin gering, dass Du während der Schwangerschaft unter Bluthochdruck leidest.

Aufgrund der Nebenwirkungen solltest Du den Knoblauch aber sparsam verwenden. Wenn Du Deinen Darm mit Knoblauch wieder in Schwung bringen oder Deinen Blutdruck senken möchtest, solltest Du mit Deinem Arzt oder Deiner Hebamme Rücksprache halten.

Knoblauch in der Stillzeit

In der Stillzeit musst Du keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Knoblauchkonsum fürchten. Dennoch solltest Du nicht gleich aus dem Vollen schöpfen.

Das kräftige Aroma der Wunderknolle geht in die Muttermilch über. Einige Babys teilen aber nicht Mamas Vorliebe für die scharfe Knolle. Daher solltest Du zu Beginn der Stillzeit nur wenig Knoblauch essen. So kannst Du probieren, ob Dein Baby die neue Geschmacksrichtung annimmt.

Wenn Du und Dein Partner einen Faible für Knoblauch habt, dann wird Euer Baby in der Regel die Vorlieben von Mama und Papa teilen.

Kinder erben nicht nur die Haut- und Haarfarbe der Eltern, sondern auch ihre kulinarischen Präferenzen.

Wenn sich Dein Nachwuchs über die neue Geschmacksvariante freut, solltest Du dennoch beobachten, ob er Knoblauch verträgt. Mitunter können die Schwefelverbindungen Blähungen hervorrufen.

Knoblauch fürs Baby?

Wenn es Deinem Baby schmeckt und es bereits mit der Muttermilch Knoblauch aufgenommen hat, dann kannst Du ihm Knoblauch auch unter den Brei mischen.

Da die Verdauungsorgane noch sehr empfindlich sind, solltest aber nur sehr kleine Mengen verwenden.

Aufgrund der Schärfe darfst Du Deinem Baby in keinen Fall rohen Knoblauch anbieten. Bevor Du den Knoblauch unter den Brei mischst, muss er gut durchgegart werden.

Ab wann darf Dein Baby Knoblauch essen? Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Während einige Knoblauchkonsum ab dem 8. Monat für unbedenklich halten, empfehlen andere einen Verzehr erst ab dem 10. Monat.

Inhaltsstoffe pro 100 Gramm Knoblauch

Kalorien 142
Vitamin C 14 mg
Vitamin B1 200 μg
Vitamin B2 80 μg
Vitamin B3 600 μg
Vitamin B6 380 μg
Phosphor 134 mg
Kalium 530 mg
Natrium 19 mg
Magnesium 35 mg
Calcium 38 mg
Schwefel 50 mg
Eisen 1,4 mg
Zink 0,577 mg
Mangan 460 μg