Auberginen in der Schwangerschaft

Auberginen haben sich einen prominenten Platz in unseren Küchen erobert. Waren sie zunächst ein Geheimtipp von Liebhabern der mediterranen Küche, so haben sie sich mittlerweile auch einen guten Ruf bei allen Ernährungsbewussten geschaffen.

In deiner Schwangerschaft beschäftigen dich naturgemäß die Fragen rund um gesundes Essen. Zu Auberginen hast du wahrscheinlich auch schon die unterschiedlichsten Empfehlungen bekommen: Sie reichen von „Auf alle Fälle“ bis zu „Finger weg“. Was hat es damit auf sich?

Sind Auberginen in der Schwangerschaft gesund?

Auberginen gehören zu den empfohlenen Lebensmitteln während einer Schwangerschaft. Sie liefern dir und deinem Kind ausreichend Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine und enthalten nur wenige Kohlenhydrate und Kalorien.

Du solltest allerdings auf die Reife achten und keine rohen Auberginen essen. Zudem birgt das Gemüse auch ein geringes Allergie-Risiko.

Drei Gründe für Auberginen in der Schwangerschaft

Das Gemüse mit dem markanten Aussehen hat seinen Ursprung in Asien und seinen Weg über das Mittelmeer zu uns gefunden. China, Indien und arabische Länder sind die wichtigsten Anbau-Gebiete.

Auberginen sind heute rund um den Globus zu finden. Der Grund dafür liegt nicht nur im einfachen Anbau, sondern vor allem in ihrer gesundheitsfördernden Wirkung. In der Schwangerschaft profitierst du vor allem davon:

  1. Verdauungsfördernd: Die enthaltenen Bitterstoffe wirken anregend auf Leber und Galle und stimulieren damit deine Verdauung.
  2. Flüssigkeitshaushalt regulierend: Zahlreiche Mineralien, vor allem der hohe Kaliumanteil, regen deinen Stoffwechsel an und fördern eine sanfte Entwässerung deines Körpers.
  3. Blutfette senkend: Die fettlöslichen Ballaststoffe der Auberginen tragen dazu bei, den Anteil des problematischen LDL- Cholesterins abzusenken.

Die förderliche Wirkung der essentiellen Vitalstoffe machen die Aubergine für dich und dein Kind in der Schwangerschaft zu einem nachhaltigen Lebensmittel. Dazu trägt auch die vergleichsweise gute CO2 Bilanz bei.

Die Eierfrucht (in den USA ist die Aubergine als ‚Eggplant‘ bekannt) ist im Anbau besonders genügsam, sie benötigt lediglich viel Sonne und Wärme. Hierzulande kommen außerhalb der Sommermonate daher Früchte auf den Markt, die einen langen Weg hinter sich haben oder im Gewächshaus gewachsen sind. Aber selbst dann ist ihr ökologischer Fußabdruck im Vergleich sehr klein.

Nur reife Auberginen in der Schwangerschaft

Trotz der unbestritten gesunden Wirkung solltest du die Aubergine, wie jedes natürliche Lebensmittel, in der Schwangerschaft achtsam behandeln. Dazu zählt natürlich das gründliche Waschen, um allfällige Pflanzenschutzmittel und Erreger los zu werden.

Darüber hinaus solltest du weitere Vorsichtsmaßnahmen für dich und dein Kind beachten:

  • Unreife Auberginen beinhalten eine kritische Menge an Solanin – ein Giftstoff, der Übelkeit verursacht.
  • Auberginen können zu Allergien führen, so wie auch ihre Verwanden die Kartoffel und die Tomate.
  • Das Gemüse enthält Phytohormone, die in hohen Mengen die Gebärmutter anregen und vorzeitige Wehen auslösen können.

Phytohormone sind natürliche Pflanzenbotenstoffe, die wichtige Abläufe im Pflanzen-Organismus regeln. Ihre Wirkung und Zusammensetzung ist mit unseren Hormonen vergleichbar. Aus diesem Grund können einige dieser Pflanzenwirkstoffe im menschlichen Körper auch eine Auswirkung auf unsere Körperchemie haben.

Die Phytohormone der Aubergine können den Stoffwechsel bei Schwangeren beeinflussen, allerdings nur bei einer sehr hohen Dosierung. Solange du keine übermäßige Auberginen-Diät planst oder Auberginen-Extrakt zu dir nimmst, besteht kein Grund zur Sorge.

Auberginen: Globale Vielfalt in der Schwangerschaft

Wenn du im griechischen Moussaka „Melitzana“ findest, in Spanien „Berenjenas con queso“ genießt oder in deine französische „Ratatouille“ Auberginen verarbeitest, dann ist das wichtigste Gemüse immer dasselbe: Die markante Eierfrucht mit dem unaufdringlichen Aroma.

In unseren Breiten findest du vorwiegend die besonders ertragreichen dunkel-violetten Sorten wie die „Black Beauty“. Ein Blick über den Tellerrand und in das Saatgut-Sortiment zeigt aber die bunte Vielfalt, die aromatisch und ästhetisch Abwechslung in deine Schwangerschaft bringen kann:

  • Little Spooky: eine weiße, weiche Frucht, die den Namen Eggplant erklärt
  • Applegreen: eine grüne, feste Sorte, bei die Reife nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist
  • Orangenprinz: ist mit ihrer grün-orangen Färbung genauso exotisch wie ihr Namen.

Auberginen überzeugen durch unaufdringlichen Geschmack

Alle Auberginen-Sorten teilen sich die gesunden Inhaltsstoffe und den neutralen Eigengeschmack. In der Schwangerschaft profitierst du davon, da erst dein Gusto und deine Würzung deinem Auberginen-Gericht Charakter verleiht.

Die Textur des zarten faserigen Fruchtfleisches macht die Melanzani oder Berenjena auch zu einem perfekten Fleischersatz. Deinen Vorlieben als werdende Mutter sind daher wenig Grenzen gesetzt:

  • Gefüllte Auberginen: Die ausgehöhlten Fruchthälften mit einer Masse aus dem eigenen Fruchtfleisch und Zutaten nach Belieben füllen und anschließend Überbacken: Tomaten, Chili und Parmesan passen immer gut.
  • Auberginen im Bierteig: Das frittierte Gemüse im pikanten Mantel (in der Schwangerschaft verwendest du alkoholfreies Bier) ist mit einem Dipp aus Creme Fraiche und frischen Kräutern eine optimale Alternative zum schweren Schnitzel.
  • Auberginen vom Grill: Nur mit Salz und Pfeffer gewürzt klingt zwar nicht besonders üppig, kann für den passenden Appetit und mit dem richtigen Salat ein Genuss für sich sein.

Bei der Verarbeitung solltest du in der Schwangerschaft vor allem beim Braten darauf achten, kein bzw. nur wenig Fett zu verwenden. Die Aubergine saugt sich rasch voll und verliert dann an Geschmack und Konsistenz.

Empfehlenswert ist auch, das Fruchtfleisch der Aubergine vor dem Kochen zu salzen und kurz rasten zu lassen. Dadurch verliert es an Flüssigkeit und behält anschließend mehr von der Textur. Beim letzten Abschmecken benötigst du dann natürlich kein Salz mehr.

Auberginen eignen sich gut als Baby-Beikost

Wenn du beginnst, dein Kind langsam mit der vielfältigen Welt der Lebensmittel vertraut zu machen, dann ist eine sorgsame Auswahl oft entscheidend. Unverträglichkeiten aber auch exotische Aromen können dein Baby plagen.

Auberginen gehören in der Situation zu deinen Unterstützern. Sie sind für die erste Beikost der kleinen Lieblinge sehr gut geeignet:

  • Der unaufdringliche Geschmack besteht auch vor muttermilch-verwöhnte Gaumen.
  • Sie sind sehr bekömmlich und verursachen sehr selten Unverträglichkeiten.
  • Die enthaltenen Vitamine und Mineralien fördern das Wachstum des kleinen Körpers.

Gemeinsam mit anderen gut geeigneten Obst- und Gemüsesorten sowie Getreidearten passen Auberginen auf den ersten Speiseplan deines Kindes.

Du kannst Auberginen in deiner Schwangerschaft vertrauen

Egal ob du Melanzani, Eierfrucht oder Berenjenas bevorzugst, die Aubergine gehört zu den Gemüsesorten, die dich in der Schwangerschaft unterstützen. Sie bringt wichtige Vitalstoffe mit, die dir helfen die besonderen körperlichen Herausforderungen als werdende Mutter zu meistern.

Aufgrund ihres neutralen Aromas ist die Aubergine auch gut gerüstet, deinen wechselnden Gelüsten zu begegnen. Du kannst sie mit den Zutaten deiner Wahl kombinieren und sie bleibt für dich gesund, egal ob du sie gegrillt, gefüllt oder gebacken auf deinen Tisch bringst.